Freitag, 30. September 2016

Nicht vergessen: Am Sonntag ist Erntedankfest

Am Sonntag, dem 2. Oktober von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr findet das traditionelle Erntedank- und Kartoffelfest statt. Es wird gemeinschaftlich vom Museumsdorf und der Kreislandjugend Uelzen organisiert. Der von einem Posaunenchor begleitete Erntedankgottesdienst beginnt um 14 Uhr und findet im Brümmerhof statt.

Den gesamten Tag über wird ein vielseitiges Programm geboten. Überall auf dem Museumsgelände werden alte landwirtschaftliche
Arbeitstechniken vorgeführt. So treibt die Dampflokomobile von 1913 eine Dreschmaschine an, mit Göpelantrieb wird Stroh zum Verfüttern gehäckselt, die Schrotmühle wird betrieben, und in der Schmiede raucht der Schornstein. Mit dem Buschholzhacker wird Brennmaterial für den Winter zerkleinert und eine Weberin zeigt, wie am Spinnrad Garn gesponnen wird und wie das Weben funktioniert.
Kinder können Kartoffeln roden und sammeln, an der Sortiermaschine helfen oder mit
Naturmaterialien basteln. Am Lagerfeuer werden Kartoffeln geröstet und im Kötnerhaus aus Bahnsen ist das offene Herdfeuer entfacht. Auch der Kartoffeldämpfer ist in Betrieb, frische leckere Beilagen laden dazu ein, die frischen heißen Kartoffeln gleich an Ort und Stelle zu probieren. Die Landjugendgruppen der Region laden zu Kaffee und Kuchen und für den, der es lieber herzhaft mag, gibt es Gegrilltes.

Mittwoch, 28. September 2016

Worauf wir stehen

Boden und Vegetationsentwicklung in der Heide
Am Freitag, dem 30. September, findet von 15 Uhr bis 17 Uhr eine Führung zum Thema „Worauf wir stehen – Boden und Vegetationsentwicklung in der Heide“ statt. Dr. Rüdiger L. Klein wird einen Überblick über unsere Landschaftsgeschichte von der Eiszeit bis in die Gegenwart geben und hier auf die gestaltende Wirkung des Eises, auf das Wechselspiel der Lebewesen, Pilze und Pflanzen in und über der Erde und auf das
Wirken des Menschen eingehen.

Montag, 26. September 2016

Sauerkohl selbst gemacht

„Sauerkohl selbst gemacht“ heißt es am Sonnabend, dem 1. Oktober von 10.30 Uhr bis 15 Uhr hier bei uns im Museumsdorf Hösseringen. Sauerkraut, vitaminreiche, gesunde Winterkost, wird nach erprobtem Rezept, traditioneller Methode und fachkundiger Anleitung des Teams um Wolfgang Fröhlich aus Hamburg im historischen Kötnerhaus hergestellt. Mit Krauthobel, Salz, etwas Buttermilch und feinem Weißkohl wird das Sauerkraut in einem Gärbottich zubereitet und für die
Milchsäuregärung eingemacht. Interessierte Besucher sind zum Zuschauen eingeladen.

Sauerkohl gilt als eines der bekanntesten deutschen Nationalgerichte, war allerdings auch schon im antiken Griechenland, im Römischen Reich und im alten China bekannt. 


Durch seinen hohen Vitamingehalt ist Sauerkohl eine gute Zusatznahrung für den Winter, denn es beugt Mangelerscheinungen vor. Aus diesem Grund wurde es auch auf Schiffsfahrten als Proviant mitgenommen.

Gäste zum Zuschauen sind gerne willkommen.

Mittwoch, 14. September 2016

Ein Niedersachsenhaus im Wandel der Zeiten

Themenführung zur Geschichte des Brümmerhofes

Eine Themenführung mit dem Archivar des Museums, Dr. Hans-Jürgen Vogtherr, findet am Freitag, dem 16. September von 15 bis 17 Uhr um Museumsdorf Hösseringen statt. Dr. Vogtherr wird die Geschichte des Brümmerhofes vorstellen.

Die Gebäude des Brümmerhofes stammen aus Moide im Landkreis Heidekreis und wurden im Jahr 1978 im Museumsdorf Hösseringen wiederaufgebaut. Sie gehören zu den ersten Häusern des Museumsdorfes.
Der Brümmerhof lag als Einzelhof abseits des dörflichen Verbandes und besaß eine eigene Ackerflur. Zentrum war das große Wohnhaus, welches im Jahre 1644, vier Jahre vor dem Ende des 30-Jährigen Krieges, von Veit Brümmerhof und seiner Frau erbaut worden ist. Woher die
Familie in dieser Zeit die finanziellen Mittel für solch einen repräsentativen Bau hatte, ist nicht bekannt. Vom Reichtum des Bauherrren zeugen aber nicht nur die Größe des Hauses mit seinem beeindruckenden Fachwerkgefüge und dem reichen Schnitzwerk, sondern auch die Verwendung von Backstein statt Lehm sowie die großen Glasfenster. Der Hausforscher Gerhard Eitzen bezeichnete den Brümmerhof als „Gipfelleistung des Zimmerhandwerks, ein letztes Meisterwerk in der Epoche des allgemeinen Niedergangs“.
Am Beispiel des Brümmerhofes thematisiert das Museumsdorf auch die soziale Stellung des Bauern eines Vollhofes, der im Gegensatz zum Kleinbauern ausschließlich von der Landwirtschaft leben konnte und keinen Nebenerwerb ausüben musste. Vervollständigt wird die eindrucksvolle Hofanlage durch eine Reihe von Nebengebäuden, wie dem Hofschafstall, einem Backhaus, einer Bleicherhütte und einem Lokus aus dem Zeit um 1900 aus dem Landkreis Celle.

Zudem stellt der Brümmerhof auch ein Kapitel der jüngsten Kunstgeschichte dar. Von 1933 bis 1936 lebte hier der bekannte Maler, Graphiker und Karikaturist A. Paul Weber (1893-1980). Im Auftrage des Hamburger Kaufmanns Alfred C. Toepfer, der von 1932 bis 1936 Eigentümer des Hofes war, gestaltete Weber die Inneneinrichtung neu. Spuren von Webers Wirken lassen sich in Form einzelner Bauteile, die nach seinen Entwürfen gestaltet wurden, am Haupthaus und dem Langspeicher finden.

Montag, 5. September 2016

Unser kleiner Film vom Köhlern


Mit heißer Kohle gehandelt

Julius trägt die Verantwortung. Aufmerksam blickt er über die noch leicht qualmende Holzkohle, den Wasserschlauch bei der Hand, um bei Bedarf zu löschen. „Ich sorge heute dafür, dass die fertige Kohle nicht anfängt, zu brennen. Wenn es brennt, dann ist die ganze Kohle weg und das Feuer kann sich verbreiten. Wenn wir großes Pech haben, dann brennt ganz Hösseringen ab“, weiß der Sechsjährige. Das passiert dank des tüchtigen kleinen Helfers glücklicherweise nicht und das Köhlerfest im Museumsdorf Hösseringen
kann seinen Lauf nehmen. Eine Woche lang haben Archäologe Arne Paysen und sein Team den Kohlemeiler im Freigelände des Museumsdorfes überwacht und nun war es an der Zeit, die Holzkohle zu entnehmen. Bevor die Kohle weiterverarbeitet oder transportiert werden kann, muss sie zunächst 24 Stunden abkühlen und trocknen. „Es gibt das Sprichwort ‚mit heißer Kohle handeln’“, erzählt Arne Paysen, während er die Kohle in ein großes Sieb schippt, um den Sand herauszufiltern. 

„Früher ist es mitunter dazu gekommen, dass ganze Wagenladungen in Brand gerieten oder schlimmer noch Schiffe sanken, weil die Kohle zu früh verladen wurde und sich unterwegs entzündete.“ Erfahrungen mit der Köhlerei konnte Arne Paysen in den vergangenen Jahren bereits mehrfach im Museumsdorf sammeln. „Uns wächst das Material ja quasi in den Meiler“, fügt Museumsmitarbeiter Michael Schulz hinzu. Verköhlert wird nämlich Holz, das eigens dazu auf dem Gelände des Museums geschlagen wird. Auch Tom aus Hohenbünstorf ist fasziniert. Eine ganze Stunde lang beobachtet der Sechsjährige das Geschehen. „Mit der Kohle kann man auch grillen“, meint er – und das bringt ihn dann doch auf eine Idee: Erst einmal etwas essen am großen Grillstand.
Auch Familie Dünkel aus Thüringen nutzt ihren Heideurlaub für einen Besuch. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas einmal sehen könnte“, freut sich Barbara Dünkel. 

„Köhler gab es früher überall“, erläutert Arne Paysen, nur in der Heide haben sich die Stellen nicht so gut erhalten, weil sie in der flachen Landschaft überall angelegt werden konnten und nur wenige Spuren hinterließen. Besser nachweisbar sind zum Beispiel die Köhlerstellen im Harz.
Geköhlert haben Menschen schon seit Jahrtausenden. Bereits in der Altsteinzeit war die Technik bekannt, um Holzteer oder Birkenpech zu gewinnen. „Die Kohle war damals ein Nebenprodukt“, weiß der Archäologe. Stark voran getrieben wurde die Technik dann mit der Verarbeitung von Metallen. Gut dokumentierte Köhlerstellen lassen anhand der Holzreste eine Datierung mit der C14-Mathode oder sogar per Dendrochronologie zu.
Und während die Männer „Kohle machen“ und die Gäste dabei zuschauen, hat Nachwuchsrestaurator Julius wieder eine brand-gefährliche Stelle entdeckt. „Dort, wo blauer Rauch kommt, muss ich gleich sprühen“, weiß er. Eigentlich möchte Julius ja Handballer oder Fußballer werden, aber „Handwerk finde ich auch gut“, meint er und lässt den Schlauch über die heißen Kohlenstücke wandern.

Samstag, 3. September 2016

Einmal richtig Kohle machen

Öffnen des Kohlemeilers und Köhlerfest
Am Sonntag, dem 4. September findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr das Köhlerfest statt. An diesem Tag wird der zur Herstellung von Holzkohle aufgesetzte und seit Tagen betriebene Meiler geöffnet und die Holzkohle entnommen. Besucher können dabei zusehen und sich über das alte Handwerk der Köhlerei informieren.
Köhlerei gab es nicht nur im waldreichen Harz, sondern sie war auch in der Lüneburger Heide weit verbreitet. Noch Anfang des 20.
Jahrhunderts gab es beispielsweise im Klosterforst Niebeck eine Köhlerhütte, ebenso bei Hösseringen und Bad Bevensen. Der Kohlebedarf der Schmieden sowie von Handwerk und Industrie war damals so groß, dass Holzkohle in großen Mengen produziert werden musste.
Ein Kohlemeiler steht je nach Witterung und Größe von einer bis zu sechs Wochen lang in Glut. In dieser Zeit heißt es Tag und Nacht achtzugeben, dass das Holz nicht verbrennt und
dass kein Feuer ausbricht.

Das Köhlerfest ist der Abschluss der einwöchigen Aktion „Köhlerei im Museumsdorf“, die am 28. August mit dem Aufsetzen des Meilers begann und am 4. September mit dem Öffnen endet. Es gibt Bier und Gegrilltes, die gewonnene Holzkohle kann im Museumsladen gekauft werden.