Donnerstag, 15. Juni 2017

Mit Fidel, Dudelsack und Harfe...

Klangrauschkonzert und ein musikalisches Wochenende 
Am Sonnabend, dem 17. Juni, spielen Musiker aus ganz Europa ab 19 Uhr in einem bunten Konzertprogramm mit Fidel, Dudelsack, Harfe, Drehleier und vielen anderen Instrumenten alte und neue Volkslieder im Museumsdorf Hösseringen. Die Konzertkarten können an der Abendkasse erworben werden. Das Konzert findet im Rahmen des Klangrauschtreffens statt,
dass im Juni zum zwölften Mal im Museumsdorf stattfindet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens musizieren überall auf dem Museumsgelände und in verschiedenen Häusern. Auf traditionelle Art und Weise werden dabei Lieder und Tänze durch Vorspielen weitergegeben. Zahlreiche Workshops geben zudem Einblicke in die Geschichte des Volksliedes und laden abends zum Mittanzen ein.



Das Klangrausch-Wochenende endet am Sonntag, dem 18. Juni, um 14 Uhr mit einem öffentlichen Abschlusskonzert.



Montag, 12. Juni 2017

Tuckern, Dröhnen und Rauchwolken

Mehr als 1700 Besucher beim großen Schlepperveteranentreffen

Mehr als 1700 Besucher und knapp 200 Schlepper machten am Sonntag beim großen Schlepperveteranentreffen das ganze Museumsdorf unsicher. Bei bestem Sommerwetter hatten sich überall auf dem Museumsgelände Traktoren, Maschinen, Schlepper und Motoren positioniert, stolz vorgeführt von etwa 300 Liebhabern,
Eigentümern und Fachleuten. Selbstverständlich standen die Motoren nicht still, sondern erfüllten das Museumsdorf mit Tuckern und Dröhnen, wenn sie in Gang gesetzt wurden und mit oder ohne Passagiere das Museumsgelände passierten, um von Moderator Michael Bruse vor dem Brümmerhof vorgestellt zu werden. Der hatte wie immer kein Manuskript in der Tasche, sondern überraschte die große Zuhörerschar mit seinem enormen Fachwissen, das er scheinbar aus dem Ärmel zauberte. Egal, ob es um Algeier-
Schlepper ging, die zur Marke Porsche wurden, um Triebwerksproduktion, um Stückzahlen oder Bauzeit, um synchronisierte Gangschaltung, um Deutz, Lanz oder Hanomag oder was auch immer - Michael Bruse gab Auskunft.
Soviel Fachwissen hatte der kleine Felix zwar nicht parat, aber auch er wusste eines ganz genau: „Ich werde mal Treckerfahrer“, verkündete der Dreijährige aus Uelzen stolz und drehte gekonnt am Steuer des grünen Deutz. „Grüne Trecker gefallen mir am besten, zuhause habe
ich auch zwei“, meinte er und probierte an diesem Tag noch so manchen aus. Auch die Oldtimerfreunde aus dem Gerdautal warteten mit einer grün-glänzenden Oldtimer-Strecke auf. Eine besondere Rarität hatte Hartmut Semmler mitgebracht. „Das ist ein HELA, die gibt es sonst gar nicht in Norddeutschland, sie wurden bei Ravensburg produziert“, weiß der Sammler. Acht HELA hat er in den vergangenen 20 Jahren zusammengetragen und selbst restauriert, zwischen 800 und 1000 Stunden investiert er im
Schnitt in eine Maschine. Zwei hat er an diesem Tag nach Hösseringen mitgebracht und auch sonst werden die Traktoren regelmäßig bewegt, „zu Ausstellungen oder sonntags mit den Enkeln“, schmunzelt er.
Matthias Nock aus Westerholz bei Gifhorn ist ebenfalls auf Schlepper-Rädern nach Hösseringen gerollt. Reichlich zwei Stunden hat er für die 56 Kilometer gebraucht, aber das ist für ihn in Ordnung. „Der Weg ist das Ziel“, meint er, „was für andere die Harley oder der Porsche ist, das ist für mich dieser Schlepper“. Nur 201 Exemplare des Ackerschleppers Güldner G 75 A Marke Fendt wurden überhaupt gebaut, „wer weiß, wieviele es davon noch gibt“. Seiner wird nächstes Jahr 50, was aber kein Grund ist, ihn nicht mehr zu benutzen. „Das ist ein Fahrzeung und kein Standzeug“, meint Matthias Nock, „der muss noch etwas tun. Aber pfleglich muss man damit umgehen.“
Vorm Haus Oldendorf steht Klaus Griebke aus Dannenberg mit seinen historischen Bezolmotoren der Marke Deutz. „Dieser wurde 1899 gebaut, er stand in Prisser in einer alten Scheune“, erzählt er. Der Standmotor war früher fest montiert und trieb landwirtschaftliche Geräte wie Dreschmaschine, Kreissäge oder Häckselmaschine an. Eine solche tuckert gleich nebenan, und ein Stückchen weiter unterm Göpeldach zeigen die Fjordpferde von Familie Kassebaum, wie es vor der Motorisierung in der Landwirtschaft zuging. Auf dem Dorfplatz rattert und klappert zudem in regelmäßigen Abständen die große Dreschmaschine. Und die Frösche am Dorfteich geben lautstark ihren Senf dazu.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Die Schlepper kommen!

Lanz, Deutz und Hanomag geben sich ein Stelldichein
Bereits zum elften Mal findet am Sonntag, dem 11. Juni von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr das große Schlepper-Veteranentreffen im Museumsdorf Hösseringen statt. Überall auf dem weiträumigen Museumsgelände sind historische Fahrzeuge, Maschinen und Motoren ausgestellt und viele von ihnen sind in Aktion zu erleben. Aber nicht nur Trecker- und Motorenfans kommen auf ihre Kosten, denn mit der Vielfalt der präsentierten
Ackerschlepper, Zugmaschinen und stationären Antriebsmaschinen aus der Zeit bis um 1980 wird auch die Geschichte der Mechanisierung und Motorisierung der Landwirtschaft lebendig. Michael Bruse stellt die Traktoren am Brümmerhof vor und berichtet über deren Bedeutung in der Entwicklung der Landtechnik.

Neben der 100 Jahre alten Dampflokomobile des Museums, die eine Dreschmaschine antreibt, sind zudem ein Buschholzhacker und eine Bandsäge in Betrieb. An die Zeit vor der Motorisierung erinnert der mit Pferdekraft bewegte Göpel, der eine Häckselmaschine antreibt. Auch in der Dorfschmiede wird gearbeitet. An der Stellmacherei wird außerdem mit dem Horizontalsägegatter Bauholz aufgesägt. Kinder können an einer Rallye mit Trampeltreckern teilnehmen und auf der offenen Herdstelle Pfannkuchen backen. Mehrere Stände sorgen für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher.

Dienstag, 6. Juni 2017

Ausstellung in der Therme Bad Bevensen

Mit einer Ausstellung in der Therme Bad Bevensen weist das Museumsdorf Hösseringen derzeit auf die laufende Sonderausstellung „Ist der Handel noch so klein…“ hin. Anhand von Ausstellungsstücken wie Anschreibebüchern, Werbeartikeln und Waren, die aus verschiedenen Geschäften der Region stammen, werden Aspekte des ländlichen Einzelhandels an vier Beispielen aus dem Landkreis Uelzen vorgestellt. Sie sollen neugierig machen auf die große Ausstellung, die bis zum Saisonende in
Hösseringen gezeigt wird.
Mit der Wahl des Ausstellungstitels wird auf ein wesentliches Merkmal des ländlichen Nah- und Detailhandels nicht nur in der Lüneburger Heide hingewiesen. Nämlich, dass die Geschäfte oft nur eine schmale Existenzgrundlage boten, die durch Tätigkeiten in anderen Bereichen wie Landwirtschaft, Gastwirtschaft, Handwerk oder Futtermittelhandlung ergänzt werden musste. Die Geschichte des ländlichen Einzelhandles ist weniger von der so oft dargestellten „Tante-Emma-Romantik“ geprägt, sondern vor allem durch den ständigen Zwang zur Anpassung an sich wandelnde Konjunkturverhältnisse, Konsumentenwünsche und Konkurrenzsituationen. Am Beispiel der Lüneburger Heide zeigt die Ausstellung im Museumsdorf den Wandel des ländlichen Einzelhandels und des Konsumverhaltens der dörflichen Bevölkerung in der Zeit vom 16. Jahrhundert bis heute. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt dabei auf der Zeit nach der Einführung der Gewerbefreiheit in der preußischen Provinz Hannover 1867.
Die Ausstellung in der Therme Bevensen zeigt einzelne Geschäfte, so die Zigarrenfabrik mit Handel der Familie Schönhube aus Holdenstedt. Dazu ist im Museumsdorf eine Ladeninszenierung zu sehen. Vorgestellt werden zudem die Bäckerei mit Einzelhandel Martens aus Wrestedt, die Saatenhandlung Hedder aus Bienenbüttel und die Eisenwarenhandlung Cohrs aus Bad Bevensen. Diese war bereits im Adressbuch des Landkreises Uelzen von 1907 aufgeführt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde hier zusätzlich mit Kurz- und Kolonialwaren gehandelt. Auch später gelang es den Inhabern, sich mit ihrem Angebot den jeweiligen Umständen anzupassen. Das Geschäft wurde 1987 aufgegeben. Heute befindet sich im ehemaligen Geschäftshaus die Gaststätte „Zum alten Cohrs“.

Foto: Wilhelm Cohrs (geb. 1900) hinter dem Tresen des Ladens kurz vor Aufgabe des Geschäfts. Foto: Privatbesitz

Dienstag, 30. Mai 2017

Mit der Camera obscura das Museumsdorf erkunden

Workshop zur Landart 2017

Im Rahmen der Landart 2017 findet am Sonnabend, dem 3. Juni von 14 bis 17 Uhr und am Dienstag, dem 6. Juni von 14 bis 16:30 Uhr ein zweiteiliger Workshop im Museumsdorf Hösseringen statt. Unter dem Titel „Camera obscura“ führt Anne Silbereisen, Kunstlehrerin am Lessing-Gymnasium Uelzen, in die optischen Grundlagen und den Aufbau einer Camera obscura ein. Nachdem die Teilnehmer selbst eine solche Lochkamera gebaut haben, folgen eigene praktische Arbeiten damit. In und rund um das Museumsdorf sollten Motive zum Thema Landschaft und Landart gefunden und abgelichtet werden. Das belichtete schwarz-weiß-Foto-Papier wird anschließend in einem kleinen, auf dem Gelände des Museumsdorfes eingerichteten Labor entwickelt. Am zweiten Tag des Workshops wird aus den entstandenen Arbeiten eine Ausstellung gestaltet. Diese Ausstellung wird während der Zeit der Landart bis zum 9. Juli gezeigt. Der Workshop wird gefördert vom Lüneburgischen Landschaftsverband und der VGH-Stiftung. Er ist für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos. Erwachsene zahlen den regulären Museumseintritt, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Anmeldung bei Anne Silbereisen, E-Mail: kontakt@fotoas.de.

Ziel des Workshops ist die Auseinandersetzung mit den Anfängen der Fotografie, welche letztlich die Grundlage für die heutige geläufige schnelllebige digitale Fotografie mit der Handykamera bilden. Plötzlich präsentiert sich das allseits bekannte Massenphänomen von einer ganz anderen Seite: Kein handliches Hightech-Gerät steht den Teilnehmern zur Verfügung, sondern eine einfache Pappkiste mit einem winzigen Loch. Da die Kameras weder über Monitor noch Sucher verfügen, geschieht die Komposition und Positionierung der Kamera quasi blind. Die Belichtungszeit kann bis zu 30 Minuten lang sein, so dass ein präzises Fotografieren aus der Hand nicht möglich ist. Das entstandene Bild ist nicht sofort sichtbar, sondern muss zunächst unter kontrollierten Lichtbedingungen chemische Prozesse durchlaufen, bei welchen der Fotograf die Sichtbarwerdung des Ergebnisses miterlebt.
Dieser langwierige auf einfachen physikalischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten beruhende Prozess der Entstehung eines einzelnen Fotos soll die Teilnehmer sensibilisieren: einerseits für die Leistungen der Pioniere der Fotografie, aber auch für die Tatsache, dass gewisse Dinge Zeit benötigen, dass die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft aufgebrochen werden kann und dass mit Geduld Erstaunliches entstehen kann.
Wie auch bei der Gestaltung von Landart-Objekten arbeiten die Workshopteilnehmer vorrangig in der Landschaft und erkunden diese hinsichtlich ihrer visuellen Reize. Einerseits können sowohl die Natur selbst als auch Eingriffe des Menschen in diese durch die Fotografien konserviert und dargestellt werden. Andererseits entstehen bei dieser experimentellen Art der Fotografie Bilder von Landschaft, Natur und den Spuren des Menschen darin, welche selbst die Motive zu verändern scheinen und diese in einem anderen Blickwinkel präsentieren. Auf anderem Wege aber dennoch vergleichbar erfährt Landschaft ähnlich wie bei den Landart-Objekten auch in der experimentellen visuellen Auseinandersetzung mit der Camera obscura eine Art Veränderung, die durch den Fotografen geleitet wird.



Montag, 22. Mai 2017

Attraktive Hühner und Deutsche Riesen

Viele Besucher beim „Tag der Tiere“

Da staunten die beiden Bentheimer Schweine in ihrem Gatter nicht schlecht: Eine Geräuschkulisse wie auf dem Bauernhof hören sie ja nicht so oft im Museumsdorf Hösseringen. Am Sonntag allerdings war zum „Tag der Tiere“ eingeladen und ein buntes Gewirr aus Schnattern und Krähen, Gackern und Wiehern erfüllte den Dorfplatz. Unter den großen Eichen fühlten sich Puten und Gänse, Hühner, Enten und die kleinen
Quessont-Schafe sowie jede Menge Besucher sichtlich wohl. Organisiert wurde dieser Tag nun schon zum vierten Mal gemeinschaftlich vom Museumsdorf und den Geflügelzuchtvereinen Uelzen und Bad Bevensen sowie dem Kaninchenzuchtverein Uelzen. Hans-Jürgen Drögemüller, Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Bad Bevensen, hatte viele Fragen zu beantworten. „Schon seit einigen Jahren interessieren sich Menschen verstärkt dafür, Tiere in kleinerem Maßstab wieder selbst
zu halten. Gerade Hühner sind sehr gefragt“, konstatierte er.
Auch Karin Molthan kam mit einem entsprechenden Anliegen ins Museumsdorf: „Ich möchte nach Rodeländern fragen“, erzählt sie. Diese Rasse hat sie als Kind bei den Großeltern kennengelernt und möchte sie nun ihrer Tochter empfehlen. „Hühner sind wieder attraktiv“, sagt sie, „Viele Menschen auf dem Land möchten ihre eigenen Eier erzeugen. Aber sie haben auch gemerkt, dass Hühner besondere und kluge Tiere
sind.“
Neben den Kröllwitzer Puten, die allerdings nicht in Kröllwitz, sondern in Thüringen erzürntet wurden, ziehen Hans-Jürgen Drögemüllers Toulouser Gänse die Blicke auf sich. „Diese großen und schweren Gänse wurden besonders wegen des Schmalzes gezüchtet“, weiß der Fachmann. „Früher war Gänseschmalz wichtiger als Butter, denn es konnte lange in Kruken gelagert werden.“ Und während die kleinen, ursprünglich aus Amerika stammenden Cayuga-
Enten leise schnattern, stoßen die Perlhühner schrille Laute aus. „Perlhühner sind sehr aufmerksam. Sie warnen vor Greifvögeln und früher glaubten die Menschen, dass sie mit ihren Schreien auch Ratten vertreiben“, weiß Hans-Jürgen Drögemüller. Sein Kollege Matthias Behn vom Uelzener Verein verweist auf die schwanzlosen Hühner. Sie erhielten ihren Namen nach dem Volk der Araukaner in Südamerika, vom dem aus sie erstmals nach Europa gebracht wurden.
Andreas Kyek von den Rottis Suderburg hat seine Maschine vor dem Tor gelassen und freut sich mit Töchterchen Jodie über die schnatternde Schar. „Unsere Kinder sehen nicht oft Tiere, obwohl wir auf dem Land leben“, meint Mama Kerry Shopland. Da hat es Joost Sopniewski aus Hansen besser: Der Achtjährige ist das jüngste Mitglied des Uelzener Kaninchenzuchtvereins. Seit er im Vorjahr zum Geburtstag einen „Deutschen Riesen“ bekam, hat ihn die Liebe zu den kuscheligen Langohren gepackt. „Ich habe jetzt schon 26“, erzählt er und zeigt auf seine Blauen Wiener.
Nebenan drehen die Ponys mit kleinen Reitern ihre Runden, die Fjordpferde bewegen den Göpel und am Basteltisch entstehen lustige Tiermasken.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Am Sonntag geht es "tierisch" zu


Im vorigen Jahr ist uns doch immer wieder ein frecher Puter aus dem Gehege geschlüpft und hat sich unter die Besucher gemischt. Die haben es mit Gelassenheit genommen und Züchter Hans-Jürgen Drögemüller konnte den neugierigen Vogel ja auch immer wieder einfangen. Auch am Sonntag zum "Tag der Tiere" erwarten wir wieder jede Menge Zwei- und Vierbeiner, präsentiert von den Geflügel- und Kaninchenzüchtern aus der Region. Unsere beiden Bentheimer Schweine werden sich über das bunte Treiben bestimmt wundern!
Kinder dürfen sich aufs Basteln und Ponyreiten freuen. Also, bis Sonntag, von 10.30 Uhr bis 17 Uhr im Museumsdorf!