Dienstag, 25. April 2017

„Zweite Kasse!!!“

Ausstellung mit Bildern und Fotos von Wolf Rüdiger Marunde

Eine Ausstellung mit dem Titel „Zweite Kasse!!! - Handel und Verkehr, gesehen von Wolf-Rüdiger Marunde“ wird am Sonntag, dem 30. April im Museumsdorf Hösseringen eröffnet. Die Ausstellung, in der sowohl Bilder als auch Fotos aus der umfangreichen Sammlung des Cartoonisten zu sehen sein werden, ist ab 14 Uhr zu besichtigen. Sie bildet eine modern-humorvolle Ergänzung zu der seit 2016 gezeigten Ausstellung „Einzelhandel auf dem Lande“.

Seinen beruflichen Werdegang begann Wolf-Rüdiger Marunde Ende der 70er Jahre als Karikaturist und Illustrator beim „stern“. 1985 entwickelte er für die „Brigitte“ ein Konzept für die Cartoonserie „Marundes Landleben“, das sich als Erfolgsgeschichte erwies. Mit dem Wechsel zur „Hörzu“ zehn Jahre später musste sich der Künstler auf ein deutlich größeres und gemischteres Publikum einstellen. „Woche für Woche eine Zeichnung abzuliefern, die allen gleichermaßen gefällt, ist nicht so einfach. Für mich zählt deshalb nicht das einzelne Werk, sondern die Themenmischung: Im Laufe eines Monats sollte jeder Leser einmal über einen Witz von mir gelacht haben“, erläutert der Künstler, der privat im Wendland zuhause ist.

Auch im digitalen Zeitalter ist für Wolf-Rüdiger Marunde das analoge Zeichnen und Malen, hauptsächlich in Aquarell-, Acryl- und Ölmaltechniken, Grundlage seiner Arbeit. „Ich mag fließende Farbe, den Matsch auf der Palette, die rauhen Oberflächen von Aquarellkarton und Leinwand, den Geruch von Terpentin“, sagt er. Die Vorlagen für seine Motive bringt Marunde von unterwegs mit. „Für meine Bilder brauche ich Motive und Geschichten. Ich bin nie ohne Fotoapparat unterwegs, und wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, dann meide ich Autobahnen und bevorzuge die Landstraßen. Was ich unterwegs interessant finde, fotografiere ich“, erzählt er. So entstand im Laufe der Zeit ein umfangreiches Fotoarchiv, aus dem eine Reihe von Arbeiten zu sehen sein werden.

Zur Eröffnung der Ausstellung wird Wolf-Rüdiger Marunde vor Ort sein und Bücher signieren.

Donnerstag, 13. April 2017

Noch schnell anmelden: Grünholzschnitzen mit Kindern und Jugendlichen

Ein Kurs „Schnitzen aus Holz“ für Kinder und Jugendliche findet am Sonnabend, dem 22. April von 14 bis 17.30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt.

Schnitzen macht großes Vergnügen und schafft stille Konzentration. Es fördert die Fein- und Grobmotorik, stärkt die Koordinierungsfähigkeit und fördert die Wahrnehmung für die Natur und das Material Holz. Mit einem Messer (wird zur Verfügung gestellt), geeignetem Holz (Haselhölzer) und etwas Anleitung kann jeder mehr schnitzen als Speere und Pfeile.
Der Kurs wird von Antje Eickmeier geleitet und dauert pro Person etwa 45 Minuten. Die Kosten betragen 9 Euro inklusive Eintritt und Material. Anmeldung  bei Antje Eickmeier unter Tel. 0 58 05 / 9 81 96 30 oder per Mail an eickmeier@gmx.de.

Dienstag, 11. April 2017

Ostern im Museumsdorf

Basteln, Führung und Kinderaktionen

Rund um die Osterfeiertage gibt es im Museumsdorf Hösseringen vieles zu erleben: Am Gründonnerstag, dem 13. April, findet von 11 bis 14 Uhr eine Mitmachaktion für Kinder statt. Im historischen Kleinbauernhaus aus Bahnsen werden gemeinsam „etwas andere“ Überraschungseier gebastelt. Eine Bastelrunde dauert etwa 30 Minuten. Die Kosten betragen 2,50 Euro.

Am Ostermontag, dem 17. April, finden zwei Themenführungen „Ländliches Leben und Arbeiten im Zeitalter der Reformation“ statt, und zwar von 12 bis 13.30 Uhr und von 15 bis 16.30 Uhr. Im Rahmen seiner Führung wird Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm verschiedene Themen wie die Folgen der Agrarkonjunktur und das Bevölkerungswachstum im „langen 16. Jahrhundert“, das Anwachsen der klein- und unterbäuerlichen Schichten oder die sich
verstärkenden Eingriffe des fürstlichen Territorialstaates darstellen und die daraus resultierenden Veränderungen innerhalb des Dorfes sowie im Verhältnis zwischen Bauern, Grundherren und Landesherr erläutern. Ebenso geht er der Frage nach, wie sich die Reformation auf das Leben der ländlichen Bevölkerung ausgewirkt hat.

Ebenfalls am Ostermontag, dem 17. April, bietet das Museumsdorf Hösseringen von 14 bis 16 Uhr eine Mitmachaktion für Kinder an. Aus Blumensamen, Erde und Lehm können die
kleinen Besucher Samenkugeln herstellen, aus denen in den folgenden Wochen schöne Blumen wachsen. Eine Bastelrunde dauert etwa 30 Minuten.

Aber auch an den anderen Feiertagen lohnt sich ein Besuch in Hösseringen. Das Museumsdorf liegt im Herzen der Lüneburger Heide, dort wo sich einst die weiten kargen Flächen mit der typischen lila Besenheide ausbreiteten und wo seit vielen Jahren die mächtigen Bäume des Schootenwaldes aufwachsen.1975 als Landwirtschaftsmuseum für die Lüneburger Heide gegründet, entstand nach und nach die Anmutung eines alten Haufendorfes, das mit seinen Wohnhäusern, Werkstätten, Ställen, vielfältigem landwirtschaftlichem Gerät und abwechslungsreichen Ausstellungen zu einem Ausflug in die Vergangenheit einlädt. Mittlerweile beherbergt das Museumsdorf 27 historische Bauten aus der Region. Das Freigelände umfasst zehn Hektar und wird durchzogen von einem durch die Eiszeiten geprägten Trockental. Hier verläuft der Heide-Entdecker-Pfad, der anhand von zahlreichen Stationen die Kulturlandschaft der Lüneburger Heide vorstellt.

Mittwoch, 5. April 2017

Flechtkursus - morgen ist Anmeldeschluss

Flechtkursus: Kugeln flechten

Mit der Korbflechterin Diana Stegmann gestalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Kugel aus ungeschälten Weiden, die man dekorieren, in kleiner Ausführung als Futterspender für Vögel im Winter nutzen oder im Garten ins rechte Licht setzen kann. Kosten (inklusive Eintritt und Material): 45,00 €. Anmeldung bis zum 6.4.2017 bei Diana Stegmann, Tel.: (05861) 9862339, E-Mail: diana.stegmann@posteo.de

Montag, 3. April 2017

Hafenszene, Teekanne und historische Waldaxt

Bunte Vielfalt beim Schätztag im Museumsdorf
Wer der Maler ihrer Hamburger Hafenszene ist, wissen Monika und Sigward Mecke aus Visselhövede immer noch nicht. Aber dass ihr altes Gemälde etwas Besonderes ist, steht außer Zweifel. Daran ließ am Wochenende Klaus-Dieter Müller im Museumsdorf Hösseringen keinen Zweifel. Mehrere Stunden lang begutachtete der Kunstsachverständige im Eingangsgebäude die Schätze der Museumsgäste - und der Andrang
war groß. „Ich habe zwischendurch einen Spaziergang durch das Museumsdorf gemacht und auch fürs Mittagessen war Zeit“, erzählt Helmut Kruse aus Gifhorn, der eine kleine Plastik zweier Bronzepferde mitgebracht hat. „Das ist ein Originalabguss einer Plastik aus dem Invalidendom in Paris“, meint er stolz. Die Biedermeierpferde stammen aus dem Nachlass seines Großvaters, der in Uetze ein Geschäft betrieb. „Da gab es vom Hochzeitsanzug bis zum Nagel alles, was man braucht“, schmunzelt er. Nach der Geschäftsaufgabe haben die Bronzepferde immer einen besonderen Stellenwert in der Familie behalten. Auch Monika und Sigward Mecke halten ihr Gemälde in Ehren. „Herr Müller wird für uns nachforschen, wir bleiben in Kontakt“, freuen sie sich. Ihre Hafenszene zeigt noch den alten Speicher, der vor dem Bau der Elbphilharmonie dort stand, das haben sie auf einer alten Postkarte entdeckt. „Wir haben das Bild dann erst einmal vom Boden geholt und verglichen. Seitdem ist das ein Familienrätsel für uns“, erzählen sie. Falls möglich, möchten sie ihr Bild restaurieren lassen.

Bilder waren der Renner an diesem „Schätztag“ im Museum, aber durchaus nicht die einzigen Objekte der Begutachtung. Horst Glatzhoefer aus Uelzen hat eine dickbauchige blaue Kanne samt zugehöriger Tasse in seinem Korb. Dazu noch eine Silberhochzeits-Krone und ein schon etwas angerostetes altertümliches Beil. „Das hat mein Schwager beim Kiesabbau aus dem Lech bei Augsburg geholt“, erinnert er sich, und der Sachverständige macht es als Waldaxt aus dem 18. bis 19. Jahrhundert fest. Das Teeservice aus dem Erbe der Großmutter dagegen stammt aus den 1920er Jahren und ist als Designklassiker von Wert. Nur das Landschaftsbild stellt sich als „klassische China-Nachbildung“ für Touristen heraus und würde wohl nicht viel mehr als einen Euro einbringen. „Na ja, ich habe dafür 1,50 Doller bezahlt, da habe ich mich nicht verkauft“, schmunzelt Horst Glatzhoefer, der beim nächsten Schätztag auf jeden Fall wiederkommen möchte.

Günter Villwock aus Uelzen dagegen hat es mit den Komponisten. Beethoven, Liszt und Bach sind auf seinem Bild versammelt, drei Porträts von Carl Jäger aus dem Jahre 1870. Das Familienerbstück stellt sich als hochwertiger Druck heraus. Und der schöne blaue Saftkrug, den seine Frau so liebt, stammt von 1927. „Schön, dass wir das jetzt wissen. Der wandert wieder in den Schrank und wird in Ehren gehalten“, sind sich die Beiden einig.
Dann geht es im Sonnenschein noch hinaus, eine Runde durch das Museumsdorf wandern und die beiden Bentheimer Ferkel begrüßen, die seit einigen Tagen im Hösseringer Schweinestall zuhause sind und keinen Schimmer haben, dass sie in einem historischen Gebäude wohnen. Im Gegensatz zu den neugierigen Museumsbesuchern interessiert es sie wohl auch nicht sonderlich.

Mittwoch, 29. März 2017

Wie steht es mit meinen Schätzchen?

Kunstwerke schätzen lassen im Museumsdorf Hösseringen 
Am Sonntag, dem 2. April können Besucher des Museumsdorfes Hösseringen von 10.30 bis 14 Uhr (letzte Objektannahme) ihre privaten Kunstwerke – und was sie dafür halten – schätzen lassen.

Ganz nach dem Motto „Ein Schatz ist´s für den einen – der andere sieht darin keinen“ begutachtet der Kunstsachverständige Klaus-
Dieter Müller Kunstwerke sowie Gegenstände aus den Bereichen Alltag, Kultur und Natur und gibt eine Einschätzung – und wenn möglich – eine finanzielle Bewertung dazu ab. Ob Bilder, Porzellan und Keramik, Plastiken oder auch das alte Schiffsmodell – mitgebracht werden kann alles, was antik ist, außer Teppiche.

Bis zu fünf Gegenstände können begutachtet werden, zu zahlen ist der reguläre Museumseintritt.

Sonntag, 19. März 2017

Die Saison ist gestartet

Zugegeben, der Frühling hat uns heute im Stich gelassen. Aber wir hatten trotzdem einen schönen Saisonstart und haben uns vom Dauerregen nicht ins Bockshorn jagen lassen. Am Sägegatter waren Eckard Riekmann und Ulli Schultz im Dienst. Bevor sie das frisch geschärfte Sägeblatt einspannen konnten, galt es aber erst einmal, alle Maschinenteile gut zu schmieren. „Die alten Maschinen haben noch Gleitlager, früher gab es genaue Pläne, welches Teil wann geschmiert werden muss“, erläutert Eckard 
Riekmann. Er selbst braucht für die Gattersäge, die er seit vielen Jahren ehrenamtlich betreut, längst keinen Plan mehr, denn jedes Teil ist ihm vertraut. „Jetzt werden die Riemen aufgezogen“, zeigt er und dann kann es auch schon losgehen. Die dicken Baumstämme liegen bereit und schon kann die Säge losrattern und Bretter für das nächste Bauvorhaben im Museumsdorf liefern.
Für alle diejenigen, denen es für einen Spaziergang durch das Freigelände heute zu nass und zu kalt war, brannte im Körnerhaus das
Herdfeuer. Hier ist der Arbeitsplatz von Heike Dehrmann, die sich freute, dass ihr Enkeltöchterchen Neelia zu Besuch kam und beim Stockbrot backen half. Neelia durfte Teig kneten und dann um einen langen Stock rollen. Es dauerte ein wenig, bis das Brot knusprig braun gebacken war, aber das Warten machte der Kleinen gar nichts aus, denn die Oma erzählte nebenbei so schöne Geschichten. Auch in der Schmiede flackerte ein Feuerchen. Hier war unser Schmied Hinrich Schulz bei der Arbeit.
Zum Glück hatte er mit Ole und Lasse aus Großburgwedel fleißige Helfer. Begeistert pusteten die Brüder mit dem großen Blasebalg ins Herdfeuer und durften dafür zwei schöne geschmiedete Haken mit nach Hause nehmen. 
Uschi Schwierske versetzte den großen Webstuhl in Bewegung und auch der Göpel drehte sich. Hier waren Dirk und Hauke Kassebaum im Einsatz. Mitgebracht hatten sie Dragoner, das hellbraune Fjordpferd mit der markanten schwarzen Strähne in der Mähne. Dragoner kennt die Arbeit am Göpel schon und während Dirk und Hauke langsam kalte Füße bekamen, blieb er ganz gelassen und ließ sich auch von den bunten Regenschirmen seiner Zuschauer nicht ablenken. 
Wir freuen uns auf die neue Saison und auf viele Gäste, die uns bei Regen und bei Sonnenschein besuchen kommen!