Donnerstag, 25. August 2016

Bat Night rund um die alten Häuser

Am Sonnabend, dem 27. August findet von 19.30 Uhr bis 22 Uhr erstmals eine „Bat Night“ im Museumsdorf Hösseringen statt. Im Rahmen der 20. Internationalen Fledermausnacht finden im Freigelände und in einigen Häusern verschiedene Aktionen für Kinder und Erwachsene statt, so die Ortung von Fledermäusen mit dem Batdetektor und das Basteln von Fledermausmasken. Wer Fledermäusen beim Aufzug des Nachwuchses helfen möchte, kann sich am Bau von Fledermausnistkästen beteiligen. Kinder dürfen sich auf Fledermausspiele freuen.

Die Illustratorin und Bilderbuchautorin Susanne Laschütza stellt im historischen Schafstall ihr Buch "Klaus Fledermaus" im Rahmen einer Lesung mit Bilderbuchkino vor und am Herdfeuer im Kötnerhaus werden Märchen erzählt.

Donnerstag, 18. August 2016

Kleine Welt ganz groß

„Leben unter dem Mikroskop“ heißt es morgen, Freitag, 19. August von 15 bis 17 Uhr hier bei uns. Der Biologe Rolf Alpers wird mit Gästen im Gelände Pflanzen sammeln und anschließend im Labor des Museums deren geheimes Innenleben erkunden. Auch Kleintiere sollen unter die Lupe genommen werden.

Wer in seiner Schulzeit am Mikroskop gesessen hat und seitdem keine Gelegenheit mehr zum
Mikroskopieren hatte, bekommt hier die Möglichkeit, seine Kenntnisse und Fertigkeiten aufzufrischen. Untersucht werden Pflanzen (Blätter, Blüten, Brennhaare) und deren Anpassung an den „Lebensraum Freilichtmuseum“. Auch Tiere, die sich beispielsweise im Heuaufguss angesiedelt haben oder im Dorfteich leben sowie Kleininsekten sollen näher betrachtet werden.

Im Museumsdorf stehen 20 Mikroskope zur Verfügung. Schwerpunkt ist also die eigene praktische Arbeit am Mikroskop. Die Teilnehmer suchen sich ihre Untersuchungsobjekte nach Interesse selbst aus. Gearbeitet wird mit originalen Objekten, nicht mit Fertigpräparaten. Es besteht die Möglichkeit, das Gesehene zeichnerisch festzuhalten.

Montag, 15. August 2016

Trinkfreudiger Mönch und Silberhorn

Kunstsachverständiger Klaus-Dieter Müller im Museumsdorf

Claudia B. aus Uelzen hat sich noch nicht ganz entschieden, welche Stücke sie begutachten lassen möchte. Aus ihrem Familienfundus hat sie eine reiche Auswahl dabei, von der Kutschlampe, die ihre Eltern in den 60er Jahren aus einem Holland-Urlaub mitgebracht haben, bis hin zum Römerglas und sechs zarten Limoges-Bechern
aus Frankreich. In ihrer großen Tasche sind noch mehr Dinge verborgen, über deren Geschichte und vielleicht auch Wert sie an diesem Sonntag im Museumsdorf mehr erfahren möchte. Zu Gast in Hösseringen ist an diesem Tag nämlich der Kunstsachverständige Klaus-Dieter Müller aus Deutsch Evern, der den Museumsgästen viele Fragen zu Alter oder auch Herkunft ihrer ganz persönlichen Schätze beantwortet. Der Andrang ist groß und schon am Morgen bildet sich eine Warteschlange im Seminarraum des
Museumsdorfes. Bis zum Abend soll das so bleiben. Unermüdlich nimmt Klaus-Dieter Müller all die Dinge entgegen, die die mehr als 160 Besucher mitgebracht haben. „Ist das ein echter George Grosz?“, möchte ein Besucher wissen. Immerhin sind seine Federzeichnungen mit Signum und Stempel versehen. Doch der scharfe Blick, wenn nötig mit Taschen- und Rotlichtlampe unterstützt, lässt kaum einen Zweifel: „Das ist ein Nachdruck. Eine echte Zeichnung hätte Verlaufsspuren im Papier hinterlassen“, ist sich
der Experte sicher.
Familie Bethge aus Lüneburg hat zwei Bilder mitgebracht, die nach dem Ersten Weltkrieg über verschlungene Wege aus Posen in Familienbesitz gekommen sind. „Die lagen lange auf dem Boden. Wir möchten gerne wissen, wie wir sie einzuschätzen haben“, sagt Günther Bethge und ist doch ein wenig enttäuscht, als sich der trinkfreudige Mönch als Massenprodukt nach einem Vorbild um 1900 herausstellt. Dafür ist die „Schlittenfahrt im Schnee“ ein interessantes Stück, eine Kopie allerdings auch. „Das Motiv stammt von Wierusz-Kowalski, einem berühmten polnischen Maler“, stellt Klaus-Dieter Müller fest.
Manfred Völker, bis vor kurzem Dokumentar im Museumsdorf, hat ein schwieriges Exponat aus Museumsbeständen mitgebracht: Ein „Silberhorn“ mit Standfuß und Gravur. „Das Teil haben wir in der Sammlung noch nicht erfasst, weil wie nicht wissen, was es ist“, sagt er. Doch hier muss auch der Fachmann passen und die Einschätzung auf später vertagen. „Vielleicht ein Trinkhornhalter“, mutmaßt Klaus-Dieter Müller. Er macht auf jeden Fall ein Foto und verspricht, mehr dazu herauszufinden.
Claudia B. aus Uelzen ist derweil noch mit der Sichtung ihrer Familienstücke beschäftigt. Soll sie das Teekännchen mit den japanischen Motiven oder lieber die grazile Rokokofigur zeigen? „Die stand bei uns immer in einer Vitrine. Sie stammt aus Frankreich, denn unter unseren Vorfahren gibt es Hugenotten“, erzählt sie. Auch über das kleine Poesiekästchen aus der Biedermeierzeit wüsste sie gern mehr.
Zeit zum Überlegen bleibt ihr genug, denn der große Andrang führt zu Wartezeiten. Die machen den Gästen aber wenig aus, denn das Begutachten der Sammelstücke stellt sich als spannender Zeitvertreib heraus. Viele Gäste unternehmen zwischendurch einen Spaziergang im Museumsdorf und bummeln durch die Ausstellungen. „Da haben wir wohl einen Nerv getroffen“, freut sich Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm über den Zuspruch. Eine Wiederholung steht in Aussicht.

Dienstag, 9. August 2016

Jetzt anmelden: Kurs mit Malermeister Thorsten Neidhardt


Alte Maltechniken vorgestellt

Eine Maltechnik mit sehr alter Tradition in passendem Ambiente vorgestellt: Malermeister und Restaurator im Handwerk Thorsten Neidhardt führt am Sonnabend, dem 20. August von 10.30 bis 17.30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen in die Technik des Schablonierens ein. Die Malerei mit Schablonen dient dem Aufbringen von Ornamenten auf Flächen, eine Technik, die
bereits seit der Antike bekannt ist und seither in allen Stilepochen eingesetzt wurde.


Besonders beliebt war das Schablonieren in der Zeit des Historismus und des Jugendstils – und dafür finden sich auch in im Landkreis Uelzen Zeugnisse. Neben vielen Wohnhäusern in den Dörfern ist auch das alte Amtsgericht Uelzen, in dem heute das Standesamt untergebracht ist, ein schönes Beispiel für die Anwendung dieser Technik. Es wurde im Jahr 1901 erbaut und in den
1990er-Jahren restauriert. Entlang des Handlaufes zum Obergeschoss verläuft ein verspielter Fries aus Weinlaub, der im Zuge der Sanierung von Thorsten Neidhardt erneuert worden ist. Die Technik des Schablonierens wird heute insbesondere in der Restaurierung angewandt, erlebt derzeit aber auch eine Renaissance im privaten Bereich. Die Kursteilnehmer gestalten ihre eigene Schablonenmalerei, die sie anschließend mit nach Hause nehmen können. Dazu sollte
passende Kleidung mitgebracht werden.

Neben der Einführung in die Technik des Schablonierens gibt Thorsten Neidhardt eine Anleitung für die Fachwerksanierung, für Wandanstriche innen und außen sowie für den Anstrich von Holzfenstern. Die Kosten für den eintägigen Kurs betragen 45 Euro inklusive Einritt und Material.


Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 12. August erforderlich, Tel.: 04131 / 244 91 00 oder buero@neidhardt-malereibetriebe.de.

Dienstag, 19. Juli 2016

Alter Baustoff neu angewendet

Ein zweitägiges Lehmbauseminar mit Matthias Kiemann findet am Sonnabend, dem 6. August und am Sonntag, den 07. August, jeweils von 10.30 Uhr bis 15.30 Uhr hier bei uns statt.
Lehmbauer Matthias Kiemann erläutert in diesem Seminar, welche Vorzüge das Material Lehm in vielen Bereichen zur besten Wahl machen. Die verschiedenen Techniken des Lehmbaus werden am Kötnerhaus aus Bahnsen in der Praxis demonstriert und können von den Praxisteilnehmern auch selbst ausprobiert werden.
Lehm ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit. Über Jahrtausende hinweg hat er sich als verlässliches und vielseitiges Material bewährt und völlig zu Recht hält er seit einiger Zeit wieder vermehrt Einzug auch in den modernen Hausbau. In der Denkmalpflege und in der Sanierung war Lehm ohnehin nie verzichtbar.



Das zweitägige Seminar kostet 90 Euro. Um Voranmeldung bei Lehmbauer Matthias Kiemann aus Räderloh bei Steinhorst, Tel.: 0 51 48 / 91 19 27 oder unter: matthias-kiemann@t-online.de wird gebeten.

Montag, 18. Juli 2016

Jetzt anmelden: Meilerbau und Köhlereitechnik

Praxisseminar im Freigelände

Ein Praxisseminar „Meilerbau und Köhlereitechnik“ findet am Sonntag, dem 28. August von 10.30 bis 17.30 Uhr auf unserem Gelände statt. Zu dem Seminar, das von Archäologe Dr. Arne Paysen geleitet wird, gehören ein Vortrag und die praktische Arbeit beim Aufbau und beim Betrieb eines stehenden Meilers zur Holzkohleherstellung, wie es bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts auch in der
Lüneburger Heide üblich war.
Aus etwa 10 Raummetern Kiefern und Birkenholz werden innerhalb der nachfolgenden sieben Tage rund eine Tonne Holzkohle. Für diejenigen, die auch an den folgenden Tagen teilnehmen möchten, besteht die Möglichkeit, am Meiler im Zelt zu übernachten und auch Meilernachtwache zu halten. Alle Teilnehmer können nach Öffnung des Meilers am 4. September einen Teil „ihrer“ Kohle mit nach Hause nehmen.

Die Kosten betragen 80 Euro inklusive Eintritt und Seminarunterlagen. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 1. August bei Dr. Arne Paysen erforderlich, Tel.: 0 43 47 / 730 49 42, E-Mail: isentosamballerer@gmx.de.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Schmieden lernen in der Museumsschmiede

Tagesgrundkurse mit Archäologe Arne Paysen

Einen Tag lang das Schmiedehandwerk erlernen - das ist im Museumsdorf Hösseringen möglich. Der Archäologe und Schmied Arne Paysen führt seine Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Zeit von Donnerstag, dem 21. Juli bis Sonntag, dem 24. Juli jeweils von 10.30 Uhr bis ca. 18 Uhr in die Kunst des Schmiedens ein.

Das manuelle Schmieden gehört zu den ältesten Handwerken. Der Schmied muss die Form seines Werkstückes am Amboss frei erarbeiten. Das setzt viel Erfahrung voraus.
Menschen haben vermutlich zuerst die Metalle Gold, Silber und Kupfer, die in der Natur gediegen vorkommen, bearbeitet, denn diese können auch in kaltem Zustand verarbeitet werden. In Mitteleuropa begannen die Menschen mit der Metallbearbeitung vor etwa 4300 Jahren in der Bronzezeit. Wie wichtig den Menschen das
Schmiedehandwerk war, zeigt auch die Mythologie. In der Heldensage von Wieland dem Schmied stellt der kunstreiche Wieland das außergewöhnliche Schwert Mimung her, dessen Klinge er dreimal neu und jeweils schärfer schmiedet.

Ein Schwert wird im Museumsdorf nicht gleich geschmiedet, aber vielleicht ein Messer, Gartenschmuck oder Türbeschläge. Auf jeden Fall kann sich am Ende des Tages jeder Teilnehmer sicher sein, sein eigenes Werkstück mit nach Hause zu nehmen. Je nach Wunsch kann der Tag in der Schmiede eher auf das eigene Werkstück oder auf das Erlernen verschiedener Schmiedetechniken ausgelegt werden.

Die Teilnahme an einem Tageskurs kostet 100 Euro inklusive Eintritt und Material, Anmeldung bei Arne Paysen unter Tel. 0 43 47 / 730 49 42 oder per Mail isentosamballerer@gmx.de gebeten.