Freitag, 28. Februar 2014

Im Felde, den 2.10. 1916

Sehr geehrte (Familie) Albers!

Leider muss ich Ihnen die traurige Nachricht übermitteln, daß Ihr lieber Sohn Wilhelm Albers im Stellungskampf bei Vw. Tannenfeld infolge Gewehrschusses in die Brust am 1. Oktober 1916 vormittags 11 Uhr den Heldentod für sein Vaterland gestorben ist.
...
Er wurde mit allen militärischen Ehren unter Vorantritt der Regimentskapelle und unter Geleit seines Zugführers und vieler Kameraden auf dem Ehrenfriedhof R.I.R. 260 westlich Gekeli unweit Jelowka in einem Einzelgrage gebettet.
Wir betrauern mit Ihnen den so schmerzvollen Verlust Ihres lieben Sohnes und möge Sie der Gedanke trösten, dass er für uns alle, für unseren König und sein Vaterland gefallen ist. Im Geiste reiche ich Ihnen die Hand.
Leutnant und Kompanieführer Kerrl

P.S. Eine Fotographie des Grabes geht Ihnen zu, wenn dieselbe fertig gestellt ist.

Der Brief aus dem Felde, auf einem einfachen karierten Blatt aus einem Heft aufgeschrieben, wurde von einem Schreiber verfasst und mit Bleistift, vielleicht in Eile, von Leutnant und Kompanieführer Kerrl unterschrieben.
Ob es der Familie ein Trost gewesen ist, dass der Leutnant ihren lieben Sohn als ein "leuchtendes Beispiel an Pflichttun und Tapferkeit" gelobt hat? Oder war das nichts als eine Plattitüde, die jedem Toten mitgegeben wurde? So viele Menschenleben wurden geopfert in diesem Krieg, der als der 1. Weltkrieg in die Geschichte eingegangen ist, und jedes einzelne ist eine Tragödie.


Das Schicksal des jungen Soldaten Wilhelm Albers aus Eppensen  im Landkreis Uelzen ist uns bekannt, weil seine Angehörigen ihn nicht vergessen haben. In der Familie Albers wurden fleißig Postkarten geschrieben - ob aus einem Kuraufenhalt in Bad Nauheim, aus Ebstorf, Uelzen oder Hamburg oder zu den Festtagen des Jahres. So wie die Glückskarte zum Neuen Jahr mit Schweinchen und einem Dach aus Geldstücken, die vier Jahre vor Beginn des großen Krieges von der Großmutter aus Gerdau an die Angehörigen in Eppensen geschickt wurde. Man ließ von sich hören, grüßte und beglückwünschte sich, das war eine gute Familientradition.
Als diese überbordende Postkarte verschickt wurde, warf der Krieg bereits seine Schatten voraus.
Auch Wilhelm Albers war ein eifriger Schreiber, viele, viele Postkarten aus dem Feld bezeugen das. Seine Nachfahren, Familie Mohrmann aus Tätendorf-Eppensen, hat sie alle aufbewahrt, bis hin zum Brief mit der Todesnachricht. Nun gingen die Unterlagen an das Museumsdorf Hösseringen und werden im Rahmen der Vorbereitung der Ausstellung über den 1. Weltkrieg ausgewertet.
Immer kürzer werden Wilhelms Nachrichten auf den Postkarten, widersprechen der Stimmung von Heldenmut und Siegesgewissheit, die die Motive vermitteln sollen. Der junge Soldat ist scheinbar immer trauriger geworden. Ob er noch an einen Sieg geglaubt hat?

Wilhelm Albers ist vermutlich in den Stellungskämpfen an der Ostfront, vor Dünaburg, Vorwerk Tannenfeld, die von Januar bis Dezember 1916 andauerten, ums Leben gekommen.

Familie Bohrmann aus Tätendorf-Eppensen hat die Erinnerungsstücke nun an das Museumsdorf gegeben, wo sie im Zuge der Vorbereitung der Ausstellung zum ersten Weltkrieg bearbeitet werden.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Die Gartensaison beginnt!

Nicht vergessen: Die Anmeldefrist für die beiden Kurse "Weidenkugeln flechten" und "Rankstäbe mit Weiden gestalten" läuft am 7. März ab!

Weidenkugeln werden am Sonnabend, 22. März von 11 Uhr bis 15 Uhr hergestellt. Dabei wird aus ungeschälten Weidenzweigen ein Gerüst erstellt, dass dann individuell in Krusseltechnik geflochten werden kann. Eine solche Kugel ist ein echter Augenschmaus und eignet sich auch zum Bepflanzen.

Am Sonntag danach, dem 23. März, werden ebenfalls von 11 bis 15 Uhr Rankstäbe aus mehrjährigen Weiden- oder Haselnussruten und unterschiedlich farbigen Weidenzweigen gefertigt. Sie eignen sich auch gut als Skulptur für den Garten. Beide Kurse werden von der Korbflechterin Diana Stegmann geleitet.

Die Kosten inkl. Eintritt und Material betragen 45 Euro. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Voranmeldung bis zum 7. März bei Diana Stegmann, Tel.: (05861) 9862339, E-Mail: dianastegmann@gmx.net, oder im Museumsdorf gebeten.

Montag, 24. Februar 2014

Sandige Post vom Maulwurf

Wie tief graben Maulwürfe? Auf jeden Fall tiefer als 15 Zentimeter. Den Beweis dafür kann man derzeit bei uns im Museumsdorf in Form von sandgelben Maulwurfshügeln besichtigen. Die hat ein emsiger Geselle auf der Wiese vor dem Haus Oldendorf aufgeworfen, kein Wunder bei den frühlingshaften Temperaturen der letzten Tage. Der kleine Kerl ist vermutlich aus seiner Winterruhe aufgewacht und hat sich umgehend an die Arbeit gemacht. 
Was das mit der Grabetiefe der Maulwürfe zu tun hat? Ganz einfach: Das natürliche Gelände des Museumsdorfes, zu dem auch ein Teil des alten Schootenwaldes gehört, weist nur wenig ebene Flächen auf, zudem durchzieht ein tiefes eiszeitliches Trockental das Gelände.

 
Um ebenen Baugrund zu schaffen, wurde bei der Errichtung des Hauses Eschede ebenso wie beim Haus Oldendorf Sand aufgefüllt. Bei der Gelegenheit wurde übrigens auch der in einer natürlichen Senke liegende Dorfteich angelegt und durch einen kleinen Damm eingefasst.
Für das Haus Eschede haben wir über 200 LKW-Ladungen weißen Sand, der beim Waschen der Zuckerrüben angefallen ist, von der Zuckerfabrik bekommen. Der gelbe Sand unterm Haus Oldendorf stammt vom Schmiedewohnhaus aus Heese, das in den Hang hinein gebaut worden ist. Das dabei angefallene Erdmaterial - weißer Heidesand - diente zur Einebnung des Bauplatzes von Haus Oldendorf. Nach dem Einplanieren wurde darüber eine Schicht von ca. 15 Zentimetern Mutterboden aufgebracht. Doch die Maulwürfe graben eindeutig tiefer und bringen den weißen Sand nach oben.

In Wirklichkeit graben Maulwürfe natürlich noch viel tiefer. Ihre Nester legen sie so um die 50 bis 80 Zentimeter tief unter der Erde an, die Nahrungsgänge und Vorratskammern dagegen liegen dicht unter der Erdoberfläche. Im Winter, wenn das Erdreich gefroren ist, muss der eifrige Geselle allerdings tiefer graben.

Ein eiszeitliches Trockental durchzieht das Gelände des Freilichtmuseums - auch hier war der Maulwurf fleißig. 

Freitag, 21. Februar 2014

Scheffelweise Weisheiten


In einer Haushaltung braucht man wöchentlich 1 Scheffel und 1 Himpten Rocken. Wir viel in 5 Monaten, und 2 Wochen?
Saget: 3 Himpten in 1 Woche; in 22 Wochen (den Monat zu 4 Wochen gerechnet) 22 mahl 3 Himpten, das macht 22 Himpten 3 mahl, macht 66 Himpten, das macht 33 Scheffel = 1 Wimpel 9 Scheffel Rocken.


Oh weh, die Bauernkinder hatten es, was die Mathematik angeht, früher auch nicht leicht. Dies ist nämlich ein Rechenbeispiel aus „Die selbstlehrende Rechenkunst“ von Friedrich August Boysen aus dem Jahr 1796, in der die Vorratshaltung für ein Jahr berechnet werden soll. Und nun geht es erst richtig los. Denn genau genommen kann man ja den Monat nicht mit vier Wochen rechnen, 12 Monate mal vier Wochen macht ja 48, das Jahr hat aber bekanntlich 52 Wochen. Und so kommt auch Herr Boysen zu dem Schluss, dass man am Jahresende „vier Wochen eher mit seinem Vorrat fertig wäre, als es die Rechnung lehrte“. Boysen schlägt also vor, seine Vorräte fürs Jahr nicht per Monat zu berechnen, sondern tagesgenau.

 
Da bin ich jetzt aber froh, dass ich das nicht auszurechnen brauche und freue mich lieber über die schönen Himpten, die im Museumsdorf gesammelt worden sind. Bis um 1850 waren diese ein gebräuchliches Maß für Getreide, das etwa 30 Litern entsprach. Oder einem halben Scheffel - das ist auch eines von den alten Maßen. Diese sind aus langjährigen Erfahrungen in der Landwirtschaft entstanden. In einem anderen Buch aus dem späten 18. Jahrhundert ist beispielsweise genau aufgeführt, wieviele Himpten Saatgut für einen Morgen Land verwendet werden sollten:

Auf einen Morgen zu Hundert und zwanzig Quadratruthen, werden gesäet zwey Himpten Rocken, drey Himpten Hafer, zwey Himpten Erbsen, ein Himpten Buchweizen, änderthalb Himpten Lein, ein Sechzehntel Sommer- und Wintersaat. Zwey Himpten Gersten und zwey Himpten Sommerweizen.


Nun wäre es doch interessant, zu wissen, wieviel Saatgut heute, in der modernen Landwirtschaft, ausgebracht werden kann.
Und woher kommt eigentlich der Spruch davon, sein Licht unter den Scheffel zu stellen?

Abb.: wikipedia

Donnerstag, 20. Februar 2014

Mit Lupe, Pinzette und Mikroskop


Was haben Spinnen im Museumsdorf zu suchen? Sie wohnen dort. Jede Wette, dass bei einer Umfrage die meisten Befragten mit Museumsdorf neben alten Häusern, landwirtschaftlichen Gerätschaften und Interieur auch Spinnennetze assoziieren. Eine Invasion von Kunststoffspinnen allerdings eher weniger. Genau diese hat dieser Tage jedoch stattgefunden, und zwar im Gefolge eines Satzes Becherlupen, Mikroskopen, Pinzetten, Pipetten, Schutzbrillen, Trichtern und allerhand Chemikalien für wissenschaftliche Untersuchungen.

 
Mit dieser Ausstattung wollen wir im Museumsdorf unser pädagogisches Profil weiter schärfen. Hatten wir bislang als außerschulischer Lernort vor allem die Bereiche Geschichte, Kulturgeschichte, Landeskunde und Landwirtschaft im Auge, wird das Angebot nun fächerübergreifend erweitert. Denn auch im naturwissenschaftlichen Bereich gibt es auf unserem weiträumigen Gelände jede Menge zu entdecken. Dazu haben wir nun 20 Laborarbeitsplätze einrichten können. Wir freuen uns, dass dies durch die Förderung des Lümneburgischen Landschaftsverbandes sowie die VGH-Stiftung möglich war! Das inhaltliche und pädagogische Konzept hat unser ehrenamtlicher Mitarbeiter Dr. Rüdiger Klein erarbeitet.

 
Wir freuen uns auf eine angeregte Nutzung von Schülern und Lehrern. Gerne sind auch Kindergartenkinder als kleine Forscher willkommen.

Restaurator Philipp Ramünke probiert schon mal das Mikroskop aus. 

Dienstag, 18. Februar 2014

In den Ferien ins Museumsdorf


Wer hat in den Osterferien noch nichts vor? Wir haben eine prima Idee: Anstatt weit weg zu fahren und viel Zeit unterwegs zu verbringen, ist es doch auch schön, im Lande zu bleiben und die nähere Umgebung zu erkunden. Zum Beispiel bei uns um Museumsdorf! Wir haben für die Osterferien tolle Mitmachaktionen für Kinder vorbereitet:

Dienstag, 8. April, 13 bis –16 Uhr
Wir basteln Osterschmuck aus Naturmaterialien
Aus Blaubeerkraut, Moos, Federn und anderen Naturmaterialien basteln Kinder von 6 bis 12 Jahren dekorativen Frühlings- und Osterschmuck. Eine Bastelrunde dauert ca. 30 Minuten, die Kinder können jederzeit dazukommen. Die Kosten betragen 2 Euro.

Dienstag, 15. April, 13 bis 15 Uhr
Eierkranz mit unterschiedlichen Techniken basteln
Kinder von 6 bis 12 Jahren pusten Eier aus und färben sie. Anschließend wird Rührei auf der offenen Herdstelle des Kleinbauernhauses von 1648/1750 aus Bahnsen zubereitet. Kosten: 5 Euro (inkl. Eintritt), Um Anmeldung bis zum 11. April ist gebeten.

Es gibt also viel zu entdecken im Museumsdorf, auf jeden Fall auch während der Ostertage, denn dann war der Osterhase da und hat am Ostersonntag (20. April) und am Ostermontag (21. April) im Kleinbauernhaus aus Bahnsen von 1648/1750 kleine Überraschungen versteckt.


Natürlich freut sich auch unsere Schnuckenherde, die weiteren Nachwuchs erwartet, auf viele kleine und große Gäste, ebenso wie unsere anderen Tiere. Der Hahn inspiziert schon einmal im Kötnerhaus, ob auch alles vorbereitet ist. 

Übrigens gibt es rings um das Museumsdorf viele weitere interessante Anlaufpunkte: Eine richtig große Heidschnuckenherde ist in der Ellerndorfer Heide zuhause und über Wald, Wasser und die Geschichte der Lüneburger Heide kann man sich auf mehreren ausgeschilderten Entdecker-Pfaden informieren. Na, wer sagt's denn: Der Osterurlaub ist gerettet!

Freitag, 14. Februar 2014

Neulich zwischen Böddenstedt und Suderburg


...da musste ich mit dem Auto unfreiwillig Halt machen. Aber ich habe es gerne getan. Die große Schafherde aus Suderburg, die dort seit einigen Tagen den Acker beweidet, hatte sich in einem unbemerkten Moment auf den Weg gemacht, um die Gegend zu erkunden. Dass sie dabei die Straße überquerten, war den Schafen wohl ziemlich einerlei. Na ja, halb so schlimm, es handelt sich ja nicht gerade um einen Highway. Der kleine Ausflug ist also gut ausgegangen und kurze Zeit später war die Herde wohlbehalten auf der Ackerfläche zurück.

Heutzutage passiert es eher selten, dass man unterwegs einer Schafherde begegnet. Früher war das anders, da zählten die Heidschnucken zu den wichtigen Lebensgrundlagen der Menschen in der Lüneburger Heide. Kein Wunder, dass die Heideschafställe noch heute ein touristisches Synonym für unsere Gegend sind, obwohl sie mittlerweile fast völlig aus dem Landschaftsbild verschwunden sind.

 
In Suderburg befindet sich noch ein alter Schafstall, der als Außenstelle des Museumsdorfes erhalten bleiben soll. „Außenställe“ lagen außerhalb der Ortslagen und Gehöfte in den großen Heideflächen und nahmen im Sommer nachts die Schafherden auf. Der Suderburger Schafstall stammt aus der Zeit um 1800 und weist altertümliche Baumerkmale auf: So sind die Flügel eines Tores an hölzernen Wendesäulen, die auf einem Findling rotieren, befestigt. Auf diese Weise kam man weitgehend ohne Eisenbeschläge aus. Diese Bauart findet sich auch an mittelalterlichen Bauwerken. Es gibt noch eine weitere bauliche Besonderheit: Die Schwellen, auf denen die Dachsparren direkt aufliegen, wurden mit eingegrabenen hölzernen Pfosten vor dem Verrutschen geschützt – eine Bauweise, die bei höherwertigen Bauten schon vor rund 800 Jahren aufgegeben worden ist.

Übrigens hatte ich gestern noch eine ganz andere Begegnung in Feld und Flur: 

Die beiden machten sich auf dem Acker doch etwas merkwürdig aus, so ganz ohne Wasser unter den Füßen. Trotzdem: Ein schönes Paar!
Wenn sie sich einmal gefunden haben, dann bleiben Schwäne ein Leben lang zusammen.
Die eindrucksvollen Tiere haben seit Jahrhunderten die Phantasie des Menschen beflügelt. Bereits im Althochdeutschen und auch im Mittelhochdeutschen gibt es die Bezeichnung "Swan".

Im Märchen haben Schwäne, wie viele andere Tierarten auch, ihre ganz eigene Charakterisierung: Sie stehen für Schönheit und Eleganz, aber auch für Wehrhaftigkeit.



Da warf die Königstochter die Hemdlein hinauf, die fielen über die Schwäne hin, und kaum waren sie davon berührt, so fiel ihre Schwanenhaut ab, und die sechs Brüder standen leibhaftig vor ihr, nur dem sechsten fehlte der linke Arm, und er hatte dafür einen Schwanenflügel auf dem Rücken. 
Aus "Die sechs Schwäne" von den Brüdern Grimm

Donnerstag, 13. Februar 2014

Weidenkugeln flechten

Liebe Leute, hier ein Veranstaltungstipp. Denkt daran, Euch rechtzeitig anzumelden.

Schöne Weidenkugeln für den Garten oder zur Deko in Haus und auf der Terrasse werden am Sonnabend, 22. März von 11 Uhr bis 15 Uhr im Museumsdorf gestaltet. Die Korbflechterin Diana Stegmann zeigt, wie aus ungeschälten Weidenzweigen ein Gerüst erstellt wird, dass dann individuell in Krusseltechnik geflochten werden kann. Eine solche Kugel ist ein echter Augenschmaus und eignet sich auch zum Bepflanzen.

Das Gestalten von Weidenkugeln ist für Jugendliche und Erwachsene geeignet, es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Kosten inkl. Eintritt und Material betragen 45 Euro. 

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Voranmeldung bis zum 7. März bei Diana Stegmann, Tel.: (05861) 9862339, E-Mail: dianastegmann@gmx.net, oder im Museumsdorf gebeten.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Eine Faser für alle Fälle


Wir geben es zu: Im Museumsdorf wird Hanf verwendet. Natürlich allen geltenden Vorschriften entsprechend und zu rein musealen Zwecken! Hanf (Cannabis) ist nämlich eine ganz wunderbare Pflanze, die seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt wird. Die ältesten Funde in Europa sind etwa 5.500 Jahre alt, sie wurden bei Ausgrabungen in Thüringen gefunden. 

Abb.: Cannabis sativa: eine Illustration aus "Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz" von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé (hier: wikipedia)



In der Antike und auch im Mittelalter war Hanf eine wichtige Nutzpflanze, unter anderem zur Herstellung von Leinen. Sogar Kaiser Karl der Große erwähnt im Jahre 812 in seiner Landgüterverordnung „Capitulare de villis vel curtis imperii“ den Hanf, er nahm diesen allerdings nicht in die Liste der als verpflichtend anzubauenden Pflanzen auf. Aber auch in der Waffenherstellung wurde Hanf verwendet, etwa als reißfeste Sehne für den Langbogen. Darüber hinaus war Hanf, neben Leinen, vorrangig aus Lumpen, ein Rohstoff für die Papierproduktion. Die berühmte Gutenberg-Bibel von 1455 ist auf Hanfpapier gedruckt!
Im Jahre 1857 schreibt Spinnereidirektor C. Ancellin in seinem Buch "Der practische Flachs-, Hanf- und Wergspinner" über den Hanf: "Im Handel versteht man unter Hanf  den faserigen Theil einer Pflanze, die aus Asien stammt und jetzt in fast allen Ländern Europa's cultiviert wird. Die Cultur dieser Pflanze ist eine ergiebige Quelle des  Reichthums für die Gegenden, welche sich damit abgeben. Der holzige Theil liefert einen Gespinnststoff, aus welchem sich, seiner trefflichen Eigenschaften halber, Nähzwirn und Leinwand, und zwar sowohl zur Leibwäsche, als zu Schiffssegeln darstellen, lassen. Aus der schlechteren Qualität fertigt man Bindfaden, Stricke und  Tauwerk. Die Samenkörner des Hanfes liefern ein treffliches Oel, und die Rückstände derselben Oelkuchen, welche ein beliebtes Futter des Rindviehs sind. Es 
giebt fast kein Bodenerzeugnis, welches so vielfach zu benutzen wäre." 



Das ist doch ein Lob auf eine zu Unrecht - fast - vergessene oder gar in Verruf geratene Pflanze.

Im 20. Jahrhundert wurde der Hanf durch Kunstfasern aus vielen Lebensbereichen verdrängt, insbesondere aus der Bekleidungsherstellung. Mittlerweile ist der Hanf allerdings wieder in Mode gekommen - als natürlicher und vielseitig einsetzbarer Rohstoff, nicht nur für Kleidung, sondern auch im Bauwesen.

Auch bei uns im Museumsdorf findet Hanf Anwendung, besonders natürlich am Bau.

Fotos: In unserer Werkstatt: Restaurator Philipp Ramünke am Spinnrad.


Montag, 10. Februar 2014

Nicht ganz dicht

Das war ein ziemlicher Sturm am Wochenende. Da ist man doch froh, sich ins Haus zurückziehen zu können, um den Ofen anzuheizen und die Behaglichkeit zu genießen. Nur blöd, wenn es durch Ritzen  und Fugen zieht und die schöne Wärme im Nu in die Atmosphäre entschwindet. Deshalb muss ein altes Haus immer mal wieder dicht gemacht werden. Das ist zum Glück nicht allzu schwierig und meistens können die alten Baustoffe wiederverwendet werden. Wie der Lehm an unseren Fachwerkhäusern. Man kratzt das lose Material einfach aus den Fugen oder Ausfachungen, je nachdem, was getan werden soll, weicht den trockenen Lehm in Wasser auf - und verwendet ihn wieder.

Auch das Haus Oldendorf hat seit seiner Wiedererrichtung hier im Museumsdorf vor einigen Jahren "gearbeitet" und so waren insbesondere an den Nahtstellen zwischen Holzkonstruktion und Ausfachungen Fugen entstanden, durch die nun munter nicht nur das Tageslicht hinein-, sondern auch die durch eine eigens installierte Temperierung erzeugten Plus-Grade hinausschlüpften. Damit die Schwellen des Hauses besser trocknen und ein ausgeglichenes Raumklima herrscht, wurden nämlich im Schwellbenbereich Heizuleitungen eingebaut.  So etwas gab es im 16. Jahrhundert, als das Gebäude errichtet wurde natürlich nicht, aber Kompromisse müssen eingegangen werden. Schließlich wird im Rahmen seiner heutigen Nutzung als Museumsexponat die offene Herdstelle des Hauses nicht mehr angefacht und es würde zu stark auskühlen.

Restaurator Philipp Ramünke hat deshalb in den vergangenen Wochen so manche Stunde hier im Haus Oldendorf verbracht. "Wesentlich ist es, die richtige Körnung hinzukriegen", zeigt er auf eine ausgebesserte Stelle im Lehmverputz. Fugen in der Holzkonstruktion können mit einem Hanfseil abgedichtet werden.

Heute würde man dafür vermutlich Bauschaum verwenden, aber das ist bei uns im Museumsdorf natürlich streng verboten. Und weil die passenden Seile nicht ganz einfach zu bekommen sind, hat Philipp ganz einfach zur Selbsthilfe gegriffen und selber welche gesponnen. "Es ist ein gutes Gefühl, an vielen Stellen hier im Haus selbst Hand angelegt zu haben.

Das schafft eine besondere Verbindung", erzählt er mir. Und so ist das Haus Oldendorf wieder dicht und es kann weitergehen mit der Vorbereitung der neuen Ausstellung, die im September eröffnet werden soll.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Wie soll unser Lämmchen heißen?


Es ist eine "Sie" - und sie ist noch namenlos. Das soll sich ändern. Wir vom Museumsdorf Hösseringen und die Allgemeine Zeitung Uelzen rufen zu einem Wettbewerb um den schönsten Namen für unser Lämmchen auf. Wer eine gute Idee hat, schickt sie bitte bis einschließlich Donnerstag, 13. Februar per mail an die AZ: mitmachen@cbeckers.de. Pro Person ist nur ein Vorschlag möglich. Bitte vergessen Sie Name, Anschrift und Telefonnummer nicht.
Eine Jury des Museumsdorfes wählt dann den Namen für das Lämmchen aus. Unter allen Einsendungen werden fünf mal zwei Eintrittskarten für den Besuch des Museumsdorfes verlost. Derjenige, dessen Namensvorschlag ausgewählt wird, erhält einen Überraschungspreis. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Wir freuen uns auf zahlreiche Vorschläge!



Die Lämmchen der Heidschnucken sind zunächst ganz schwarz. Erst nach etwa einem Jahr beginnt sich die Wolle grau zu färben. 
Die Ricken und auch der Bock unserer kleinen Herde sind schon zwischen sechs und sieben Jahren alt, das ist für eine Heidschnucke ganz schön viel! Bei unseren Tieren handelt es sich übrigens um die "Graue gehörnte Heidschnucke".

Früher gab es in der Lüneburger Heide sehr viele Heidschnucken. Um 1850 waren es noch über 350.000 Tiere. Als die Heideflächen aufgeforstet wurden, ging die Zahl der Tiere immer weiter zurück. Vor einiger Zeit drohte die alte Rasse sogar auszusterben. Inzwischen haben sich die Bestände jedoch wieder erholt, auch, weil Heidschnucken gebraucht werden, um Heideflächen zu pflegen. 

Mehr über die Heidschnucke ist in der Ausstellung im Hofschafstall am Brümmerhof und in der Broschüre zum Heide Entdeckerpfad zu erfahren. Am besten, gleich einmal vorbei schauen, am 16. März ist Saisonstart mit einem Aktionstag! Wer es ruhiger mag, kann auch schon am Sonnabend, 15. März von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr kommen. Übrigens: Die Heidschnucken mögen es auch lieber ruhig. Sie sind sehr scheu und erschrecken schnell. Deshalb bitte nicht versuchen, sie zu streicheln oder zu füttern.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Rambo aus Uelzen

Er kling ja ein wenig nach Rambo und er ist mindestens genauso kernig wie der junge Sylvester Stallone. Aber im Gegensatz zu diesem ist der Uelzener Rambour ganz ungefährlich. (Wenn jetzt hier irgendwo mal Tambour statt Rambour stehen sollte, nicht wundern - das macht die eigensinnige Autokorrektur, die diese Uelzener Apfelsorte offenbar nicht kennt). Also, der Uelzener Rambour  ist ein Apfel.

Wenn man in Wilhelm Lauches "Pomologie" stöbert, dann fallen einem natürlich sofort die lokalen Apfelsorten ein, der Celler Dickstiel natürlich und der Altländer Pfannkuchenapfel oder der Braunschweiger Milchapfel. Unzählige Apfelsorten wurden noch vor gut 100 Jahren angebaut, viele von ihnen sind mittlerweile in Vergessenheit geraten. Und auch das Einlagern für den Winter ist längst aus der Mode gekommen. Wieso sollte man sich auch die Mühe machen, schließlich gibt es jederzeit Äpfel zu kaufen. Dabei entfalten viele Äpfel erst nach einiger Zeit der Lagerung ihr schönstes Aroma - für den Gaumen und für die Nase.


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Der Uelzener Kalvill (hier eine Abbildung aus der Deutschen Obstbauzeitung 1912) zum Beispiel schmeckt von Januar bis Mai am besten. Dr. Theodor Engelbrecht beschreibt den Uelzener Kalvill, auch Apfel von Uelzen genannt, im Jahr 1889 als fein, fest und saftig, quittenartig gewürzt, etwas weinig und vorherrschend süß. So viele Worte für einen Apfel! In seinem Buch "Deutschlands Apfelsorten" stellt Engelbrecht insgesamt 688 Apfelsorten vor. 



Während Apfelbäume im Herbst gepflanzt werden, ist im Winter Zeit zum Schnitt. Der kann durchaus jetzt im Februar erfolgen, es sollte aber kein Frost unter minus fünf Grad herrschen. Werden die Obstbäume zu dieser Zeit beschnitten, haben sie Zeit, sich zu erholen und die Wunde kann in Ruhe verheilen.



Abb. aus "Lehrbuch der Pomologie" von Georg Liegel, 1826

Montag, 3. Februar 2014

Kuhmist, Asche und Superphosphat

Beim Gang durchs Museumsgelände ist mir neulich ein altes Werbeschild am Landhandelsgebäude ins Auge gefallen: „Kräftige Saat – Superphosphat“ steht in dicken Lettern vor einer Szene, die einen Bauern darstellt, der seinen Acker mit einem Pferdegespann pflügt. Im Hintergrund liegt ein kleines Dörfchen, dessen spitzer Kirchturm in den Himmel ragt. 

Natürlich macht so ein Schild neugierig: Superphosphat – was mag das als Dünger wohl bewirkt haben? Über viele Jahrhunderte war hier in der Heide der Dung des Viehs, insbesondere der Heidschnucken, der wertvollste Nährstoff für die mageren Äcker. Erst im 19. und 20. Jahrhundert setzte die Düngung mit mineralischen Düngemitteln ein. Justus von Liebig hatte um 1840 entdeckt, dass Stickstoff, Phosphate und Kalium das Wachstum befördern, diese Stoffe konnten jedoch noch nicht künstlich hergestellt werden. Deshalb begann man, um die Ernten zu steigern, Guano zu importieren. Es war bekannt, dass in diesen Exkrementen von Seevögeln Stickstoff enthalten ist. Allerdings sind die Guanovorkommen begrenzt und der Stoff musste aus Südamerika hergebracht werden, was teuer und aufwändig war. 
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kamen vermehrt industriell hergestellte Düngemittel auf den Markt. Dem voraus ging eine lange Zeit der Forschung. 


In einem alten landwirtschaftlichen Buch von Wilhelm Lauche (1827–1883) über den Obstbau beschreibt dieser seine eigenen Experimente zur Verbesserung der Ernte. Wenn dem Boden die nötigen Nährstoffe fehlen, verhungern die Bäume, ist seine Erkenntnis. Weder der richtige Schnitt noch ansonsten eine günstige Lage können für ein gutes Wachstum und kräftige Früchte sorgen, wenn es dem Baum an Nahrungsmitteln fehlt. Wilhelm Lauche empfiehlt deshalb eine rationelle Düngung, die die dem Boden bereits entzogenen Nährstoffe wieder zuführt. Um die günstigste Düngemethode herauszufinden, hat er über einen Zeitraum von 20 Jahren Versuche unternommen und hierbei sieben Düngemittel in verschiedenen Gaben und Zusammensetzungen ausprobiert: 

1. Kuhmist, 30 Kilogr.
2. Asche aus Laubholz, 2 Kg.
3. Superphosphat, 3 Kg.
4. Schwefelsaures Kali, 2 Kg.
5. Kuhmist und Asche, wie 1. und 2.
6. Asche und Superphosphat, wie 2. und 3.
7. Superphosphat und schwefelsaures Kali, wie 3. und 4.

Seine Zusammenfassung:
Die Düngemittel wurden in einer entsprechenden Menge Wasser aufgelöst und die Bäume dreimal, am 1. und 20. August und am 10. September, damit begossen.
Es ergab sich auch diesmal, entsprechend meinen früheren Versuchen, als Resultat, dass eine Verbindung von Kali mit Phosphorsäure (No. 7) am günstigsten auf die Blüthenbildung wirkt. Am wenigsten wirkte Kuhmist, Asche etwas mehr, die Wirkungen des Superphosphats waren gleich denen der Asche, die des schwefelsauren Kalis bemerkenswerther, die von Kuhmist und Asche noch nachhaltiger, als diese Stoffe einzeln gegeben; Asche und Superphosphat wirkte ähnlich. Am günstigsten schliesslich waren die Erfolge von Superphosphat (20 pCt. Phosphorsäure) und schwefelsaurem Kali (50 pCt, Kali).

Wilhelm Lauche war übrigens der Sohn des Schlossgärtners der Gräflich von Bernstorffschen Verwaltung in Gartow. Nach einer Ausbildung am Schlosspark in Ludwigslust arbeitete er in Erfurt, Hannover, Potsdam und in Belgien. Er gründete eine eigene Handelsgärtnerei und im Jahre 1869 wurde er zum königlichen Garteninspektor an die „Königliche Landesbaumschule und Gärtner-Lehranstalt“ bei Potsdam berufen. Von 1877 bis 1879 war er Geschäftsführer des Deutschen Pomologenvereins. Wilhelm Lauche ist Herausgeber der sechsbändigen Bücherfolge "Deutsche Pomologie“.

Sonntag, 2. Februar 2014

Frohe Grüße vom Feldzug

... heißt es auf einer Feldpostkarte, die im Juni 1915 verschickt worden ist. Der freundliche Gruß steht auf einem Pappschild,  darunter die Jahreszahlen 1914 - 1915, eingerahmt von zwei Eisernen Kreuzen. Das Schild lehnt an den Beinen eines grimmig dreinblickenden Soldaten, der mit zwei Kameraden auf einer Bank sitzt, hinter ihnen stehen drei weitere Kameraden. Froh schaut keiner von ihnen aus.

Rechts und links der kleinen Gruppe ist rohes Ziegelmauerwerk zu sehen, im Hintergrund flattert eine Plane - wohl ein schnell eingerichtetes Fotostudio, irgendwo draußen an der Front oder im besetzten Hinterland.
Das Schild zum Gruß ist offenbar schon mehrfach zum Einsatz gekommen, es sieht abgegriffen aus, die Ecken sind bereits ein wenig geknickt. Was mag den sechs Männern durch den Kopf gegangen sein, mit dem Schild vor den Füßen und der Linse des Fotografen vor den Augen?
Lens, am 1. Juni 1915 steht unter dem Foto.
Lens ist eine kleine nordfranzösische Stadt, 34.000 Einwohner hat sie, etwa so viele wie Uelzen. Die Steinkohle hat die Region damals wohlhabend gemacht. Heute hat der Bergbau um Lens zwar keine Bedeutung mehr, doch einige Anlagen gehören mittlerweile zum UNESCO-Welterbe.
Im ersten Weltkrieg waren große Teile des Bergbaubeckens um Lens von den Deutschen besetzt. Diese setzten den Kohleabbau fort - zu ihrem Nutzen natürlich. Als die britische Armee 1917 den Druck auf  die Gegend erhöhte, beschlossen die Deutschen, Lens zu evakuieren und die Produktionsstätten zu zerstören. Sie fluteten die Gruben und brachten die Maschinen nach Deutschland. Im Oktober 1918 zog sich die Deutsche Armee endgültig zurück. Sie hinterließ ein Trümmerfeld, Lens hatte die die Hälfte seiner Bevölkerung verloren.
Bereits 25 Jahre später standen die Deutschen wieder vor den Toren der Stadt. Auch im zweiten Weltkrieg wurde Lens von Deutschland besetzt.
Nicht weit von Lens liegt die Kriegsgräberstätte Lens-Sallaumines. 15.648 Tote Soldaten sind hier begraben, 15.646 von ihnen sind Deutsche. Ob die sechs vom Foto auch dort liegen?

Im Todesfall erhielten die Angehörigen natürlich keine "frohen Grüße", dafür aber eine farbige Urkunde. "Wir sollen auch unser Leben für die Brüder lassen", steht auf dieser. Sie wurde für den "Einjährig Freiwilligen Musketier" Wilhelm Jarfe ausgestellt, der am 2. Oktober 1916 "fürs Vaterland" gestorben ist. Wo er starb, weiß man nicht und auch nicht, wo er begraben liegt.

Die beiden Exponate werden in der Ausstellung "Landarbeit ist vaterländischer Hilfsdienst" über die Zeit des ersten Weltkrieges zu sehen sein, die am 18. Mai eröffnet wird.
Für diese Ausstellung suchen wir noch Zeugnisse wie Briefe, Fotos oder Dokumente über das Vereinswesen. Aber auch Unterlagen, die dokumentieren, wie sich der Krieg auf den Alltag hier in der Region ausgewirkt hat, werden benötigt. Dazu können Lebensmittelmarken ebenso gehören wie Rezepte oder Werbeanzeigen in der Zeitung.

Samstag, 1. Februar 2014

Vorbereitungen für die neue Saison: Das Holzlager wird aufgefüllt

Noch liegt eine Schneedecke auf den frisch geschlagenen Holzstämmen, doch bald schon werden sie am historischen Sägegatter im Museumsdorf zu Balken und Bohlen verarbeitet werden. "Die Bäume haben wir hier auf dem Gelände selbst geschlagen", erzählt mir Jarek Kosiello, "denn für die zahlreichen Aktionstage muss beizeiten Material vorbereitet werden." Die Stämme leuchten in frischem Hellbraun, denn vor dem Verarbeiten wird die Rinde abgeschält. Das ist notwendig, weil ansonsten während der Lagerzeit Pilzbefall auftreten könnte, der das Holz schädigt und zudem Verfärbungen hervorruft. Unter der Rinde sitzen auch gerne Schädlinge.


Die ersten Stämme werden schon am Sonntag, 16. März verarbeitet, denn dann beginnt die neue Saison mit dem ersten Aktionstag, an dem auch das Sägegatter rattern wird.

Das Sägegatter stammt aus der Werkstatt des Stellmachers Ernst Heitsch in Deutsch Evern und ist um 1920 gebaut worden, 1998 wurde es ins Museumsdorf umgesetzt. Tischlermeister Eckhard Rieckmann wird es für die Museumsbesucher bedienen und natürlich auch gerne Frage beantworten.