Sonntag, 30. März 2014

Die Beete sind bestellt

Am Wochenende kam erstmals unsere neue Gartengruppe zusammen, die sich auf Initiative des Südheide-Magazins „Calluna“ und der „Kräuterschule“ des Braunschweiger Gärtnermeisters und Buchautors Burkhard Bohne zusammengefunden hatte. Unser besonderer Dank gilt Inka Lykka und Marion Korth, die das Projekt ins Leben gerufen und organisiert haben. 
Die Gartengruppe sorgt dafür, dass der bislang brachliegende Garten des Imkerhauses aus Eschede nun wieder bewirtschaftet wird. Alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Obwohl es durchaus anstrengend war, mit Grubbern die verwilderten Beete zu entkrauten, empfanden die durch das gute Wetter, die gute Stimmung in der Gruppe und die Aussicht auf eine gute Gemüseernte motivierten Gartenfreunde die Arbeit fast als Vergnügen. „Das ist hier heute ein bisschen wie Urlaub“, sagte eine eigens aus Braunschweig angereiste Gartenfreundin währen der Picknickpause auf dem Rasen neben dem Gemüsegarten, und alle anderen in der Runde nickten zustimmend. 
Unter der fachkundigen Anleitung von Burghard Bohne orientierte sich die Gruppe an dem Gartenplan, der auf Grundlage der bis ins Detail bekannten Gartenstruktur in den 1950er Jahren im Rahmen einer Diplomarbeit angefertigt worden war. So wurden auf einer Fläche von rund hundert Quadratmetern Erbsen, Möhren, Radieschen, Rote Beete, Spinat, Dill, Ringelblumen und Tagetes gesät und außerdem Kartoffeln gesetzt. In etwa vier Wochen kommen Porree und verschiedene Kohlsorten dazu. Diese werden nicht direkt ins Freiland gesät, sondern zu Hause auf der Fensterbank vorgezogen. Später will die Gartengruppe, die zurzeit aus zehn Gartenfreunden besteht, auch noch Bohnen und verschiedene Kräuter säen.

Da die Mehrzahl der Gartenfreunde zum ersten Mal im Museumsdorf war, wurde das Angebot von Dr. Brohm zu einer kostenlosen Museumsführung nach dem Arbeitseinsatz gerne angenommen.

Wir könnten natürlich immer noch ein paar helfende Hände gebrauchen. Wer ebenfalls Lust aufs gemeinsame Gärtnern bekommen hat und sich in die Gartengruppe einbringen möchte, sollte sich bei Inka Korth unter Telefon 0 58 32/97 98 40 oder per E-Mail unter inka.korth@calluna-medien melden.

Donnerstag, 27. März 2014

Von Anderthalbschläfern und anderen Raritäten

Heute war die Zukunft im Museum: Neun Schülerinnen des LEG haben uns anlässlich des Zukunftstages besucht und einen Einblick in unsere Arbeit gewonnen. „Ich interessiere mich dafür, wie Menschen früher lebten“, erzählt Ann-Christin, die mit acht Klassenkameradinnen auf Stippvisite im Museumsdorf ist. Die neun LEG-Schülerinnen haben den gestrigen Zukunftstag an niedersächsischen Schulen genutzt, um eine Reise in die Geschichte anzutreten. Der Zukunftstag soll Schülerinnen und Schülern Gelegenheit bieten, einen Einblick in den Arbeitsalltag zu erlangen und wo sie das tun, dürfen sich die jungen Leute selbst aussuchen. Für Ann-Christin war es also das Museum – und sie ist schon ein wenig erstaunt, wie viele Sachen sie hier sehen darf, die ihr in den verschiedenen Ausstellungen noch nie begegnet sind. Denn die erste Station für die Schülerinnen ist das Depot.

Hier erläutert der Leiter der Museumssammlung, Manfred Völker, was alles gesammelt und wie es für die Forschung und Bewahrung aufbereitet wird. „Nur etwa zehn Prozent unserer Bestände sind ausgestellt“, erzählt er. Und weil man auch in 50 und 100 Jahren immer noch wissen möchte, aus welchem Kontext die Sammlungsgegenstände stammen, ist die Dokumentation ein wichtiger Arbeitsbereich. Hier ist das Museum natürlich nicht in der Vergangenheit stehen geblieben, sondern bedient sich moderner Computertechnik. „Nicht die schönsten Sachen sind für uns von Interesse, sondern diejenigen, die vom Leben der Menschen in der Lüneburger Heide erzählen“, weiß der Fachmann. Weil die Heide früher eine eher ärmliche Gegend gewesen ist, sind auch die Sammlungsgegenstände oft verschlissen, denn sie wurden sehr lange benutzt. „Das ist ein Anderthalbschläfer“, deutet Manfred Völker auf ein braunes, schon recht abgegriffenes Gestell. Die jungen Leute schauen verdutzt. Ein Ehebett meint er damit – nur, dass dieses hier um einiges kleiner ist, als Betten unserer Zeit. „Früher waren die Menschen kleiner“, weiß Lehrerin Nele Janßen und Manfred Völker nickt, denn er hat diese Erfahrung auch schon öfter gemacht – meist schmerzhaft am oberen Ende der Türöffnungen der alten Häuser im Museumsdorf.

Casey, die Geschichtslehrerin werden möchte, ist ganz begeistert, dass sie heute sogar viele Sachen anfassen darf. Das ist auch in der Werkstatt möglich, die die zweite Station des Zukunftstages ist. Hier erklärt Restaurator Philipp Ramünke, dass es bei der Wiederherstellung von Gegenständen nicht darauf ankommt, „alles schön und neu“ zu machen. „Wir tun lediglich, was unbedingt nötig ist. Die Eingriffe sollten so gering wie möglich gehalten werden“, erläutert er und holt ein altes Bild hervor. Das muss für die Sonderausstellung über den Ersten Weltkrieg hergerichtet werden und sieht eigentlich noch ganz gut aus. Erst auf den zweiten Blick stellt sich heraus, dass die Fahne des alten Kaiserreichs statt in schwarz-weiß-rot nur noch in weiß und rot flattert, die schwarzen Farbpigmente haben sich unter dem Einfluss von UV-Licht ganz einfach aufgelöst.
Es gibt noch viel mehr zu sehen an diesem Tag, auch im Archiv und schließlich natürlich im „richtigen“ Museum. „Ich finde es total interessant, auch mal zu erleben, was hinter den Kulissen abläuft“, fasst es schließlich Tatjana zusammen.

Und Larissa hat sogar ein Lieblingsstück gefunden: ein Bild, das ganz aus Stickerei besteht. „Was die Menschen sich früher für Mühe gegeben haben“, sagt sie beeindruckt.


Mittwoch, 26. März 2014

Geschichte mit Zukunft

Morgen ist Zukunftstag! Dank der Zusammenarbeit mit dem Lessing-Gymnasium werden auch wir im Museumsdorf morgen Gelegenheit haben, zu zeigen, dass in unserer Geschichte ganz viel Zukunft steckt. Gleich morgens erwarten wir neun Schüler, die an diesem Tag erleben sollen, was es heißt, im Museum zu arbeiten.
Sie werden einen Tag lang bei uns zu Gast sein und als erstes einen Gang durchs Magazin machen. Hier sind die verschiedensten Exponate gesammelt. Sie alle sind sorgfältig inventarisiert und geben einen Einblick in die Geschichte unserer Region. Für die Schüler bietet sich die Gelegenheit, einmal all die Dinge zu sehen, die nicht in den Ausstellungen gezeigt werden.

In der Werkstatt ist dann Gelegenheit, unserem Restaurator auf die Finger schauen, der derzeit mit den Exponaten für die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg beschäftigt ist. Anschließend wird im Archiv in alten Akten gestöbert. Wir freuen uns auf unsere jungen Gäste!


Donnerstag, 20. März 2014

Ein Kästchen voller Poesie

Es sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, doch es steckt voller Poesie: das kleine rote Kästchen in unserem Archiv birgt eine Handvoll "Freundschaftsblätter". Sie stammen aus der Zeit um 1850 und sind die Vorläufer der bei Heranwachsenden noch heute beliebten Poesiealben.

Ein Blüthenkranz ist unser Leben, 
Wo Knospe sich an Knospe drängt
Von süßem Wohlgeruch umgeben
allein mit Dornen untermengt.

Zum steten Andenken an Deine Jugendfreundin L. Jacobi
Januar 1849


Das steht auf einem der Blätter im Kästchen, aufgeschrieben in Schwiebus in der Reppener Heide, der heutigen polnischen Kreisstadt Swiebodzin. Jedes einzelne Blatt ist aufwendig mit einem kleinen Kranz auf Haar geschmückt, manche sind liebevoll bestickt.

Das Kästchen mitsamt Inhalt muss seiner Besitzerin sehr wertvoll gewesen sein, sie hat es nach dem Ende des 2. Weltkrieges auf der Flucht mit hierher in die Lüneburger Heide gebracht. Nur zwei Stück solcher Sammlungen von Freundschaftsblättern beherbergt das Archiv des Museums, in dem wir uns heute umgeschaut haben. Von den moderneren Poesiealben haben wir etwa 50 Stück gesammelt. Auch sie sind Zeugnisse der Lebensumstände von Menschen unserer Region. Und mal ehrlich: Den Spruch von vor mehr als 160 Jahren könnten wir doch sofort unterschreiben.

Mittwoch, 19. März 2014

Kehraus für die Bunten Bentheimer

Bald ist es soweit: Die Bunten Bentheimer kommen. Anfang April wird unser kleiner Schweinestall wieder bezogen, bis dahin soll alles fertig sein. Unser Mitarbeiter Michael Schulz ist schon kräftig bei der Arbeit, um für die Ankunft der zwei Ferkel alles vorzubereiten. Die kleinen Schweine sind schon geboren, bleiben aber noch einige Zeit bei ihrer Mutter auf dem Bauernhof von Familie Bense im Landkreis Lüchow-Dannenberg.
Bunte Bentheimer sind eine alte Haustierrasse, die noch vor einigen Jahren vom Aussterben bedroht war. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Vielfalt der regional verankerten Haustierrassen zugunsten immer leistungsfähigerer Hochleistungsrassen enorm verringert. Auch die Bunten Bentheimer Schweine waren davon betroffen, insbesondere, weil ihr Fleisch einen hohen Speckanteil aufweist. Zeitweise gab es nur noch wenige Dutzend Zuchttiere. Erst seit Ende der 90er Jahre haben sich die Bestände dank engagierter Züchter wieder erholt.

Ihren Namen haben die Bunten Landschweine, weil sie aus der Grafschaft Bentheim und dem Emsland stammen. Die genügsamen Tiere wurden im 19. Jahrhundert gezüchtet, damals waren gescheckte Rassen beliebt.

"Ein Bauer treibt in guter Ruh'
Sein fettes Schwein der Heimat zu."
Wilhelm Busch

Montag, 17. März 2014

Spinnen und Weben in den Osterferien

Workshops für Kinder und Erwachsene im Museumsdorf

Mit Handspindel und dem Spinnrad spinnen lernen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einem Workshop am Freitag, dem 4. April von 13 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen. Stroh zu Gold zu spinnen, wie es im Märchen erzählt wird, schaffen die Teilnehmer anschließend sicher immer noch nicht, aber einen Faden aus Schafswolle zu drehen und zu verziehen, das werden sie unter Anleitung von Webmeisterin Uschi Schwierske aus Stadensen erlernen.
Die Kosten betragen 10 Euro (inkl. Einritt und Material). Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Voranmeldung bei Uschi Schwierske bis zum 28.03. gebeten, Tel.: (05802) 4875.

Am Sonnabend, 5. April und am Sonntag, 6. April, sowie am Dienstag und Mittwoch, 8. und 9. April jeweils von 10 bis 16 Uhr, heißt es in einem zweitägigen Workshop, die Webkunst zu erlernen. Unter Anleitung der Webmeisterin Uschi Schwierske erkunden Kinder und Jugendliche die Strukturen und Farbigkeiten, die im Frühling im Museumsdorf zu finden sind, und nutzen sie als Vorbild für Arbeiten mit besonderen Materialien und bunten Garnen am Webrahmen oder am Webstuhl. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird auch dafür um Voranmeldung bei Uschi Schwierske bis zum 28.03. gebeten, Tel.: (05802) 4875. Der Workshop ist Teil der Initiative „Ich bin Kunst“ im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms „Kultur macht stark“.

Freitag, 14. März 2014

Die Gute Luise hat Frühlingsgefühle

Sie ist etwa 30 Jahre alt und in diesem Jahr früh dran: Unsere Birne, die an der Südwand des Brümmerhofes gepflanzt ist, treibt Knospen. Vermutlich ist es eine "Gute Luise", aber so genau wissen wir  das nicht und bislang konnte uns auch kein Obstkundiger weiterhelfen.
Unser Mitarbeiter Jarek Kosiello, der sich um die Gute Luise kümmert, konnte sich im vorigen Jahr konnte über eine Super-Ernte freuen. Die Südseite des Brümmerhofes ist ja auch ein idealer Standort, denn Birnen mögen es gerne warm. Hier kommt noch der Vorteil hinzu, dass der Baum am kühleren Abend von der aufgeheizten Fachwerkwand gewärmt wird. Jarek Kosiello hat auch immer ein Auge darauf, dass es der Birne gut geht. Die Rankhilfen müssen überprüft werden und Schädlinge und Krankheiten behandelt. Unser Vorteil im Museumsdorf ist die Vielfalt der Pflanzen ringsum und die vielen Nistmöglichkeiten für die Vögel. Denn die meisten Schädlinge wie zum Beispiel Raupen haben natürliche Feinde.

Auch in unserer Birne haben letztes Jahr Vögel genistet. Mal sehen, wer in diesem Jahr hier einzieht. Birnen gehören übrigens zur Familie der Rosengewächse und sie können bei guter Pflege bis zu 70 Jahre alt werden. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts diente der Garten des Brümmerhofes überwiegend dem täglichen Bedarf an Kräutern und Gemüse.
Mit ansteigendem Lebensstandard wurde es ab etwa 1820 auch auf dem Lande üblich, Garten stärker auch zur Zier zu gestalten, dieser Mode entspricht auch unser Garten am Brümmerhof. Vorbilder waren zum Beispiel der "italienische Garten" in Celle und die Anlagen in Herrenhausen.

Donnerstag, 13. März 2014

Alte Arbeitstechniken erleben

Die Winterpause ist endlich vorbei und die Tore und Türen des Museumsdorfes Hösseringen öffnen sich für die neue Saison! Das Museumsteam hat die Winterruhe gut genutzt, um die neuen Ausstellungen sowie jede Menge Aktionstage vorzubereiten. Zum Saisonauftakt am Sonntag, dem 16. März von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr können die Besucher Handwerkern über die Schulter sehen:
 
Eine Weberin arbeitet am historischen Webstuhl von 1870. Webmeisterin Uschi Schwierske aus Stadensen wird nicht nur weben, sondern auch spinnen – und das alles interessierten Besuchern ganz genau erklären: „Die Weberei ist ein sehr altes Handwerk, welches sich vermutlich aus dem Korbflechten heraus entwickelt hat“, so die Expertin.  
In der Schmiedewerkstatt von 1845 führt der Schmied sein traditionelles Handwerk vor.  Im Schein des warmen Schmiedefeuers erfahren die Besucher vieles über das alte Schmiedehandwerk und können miterleben, wie handgeschmiedete Gegenstände entstehen. 
Weiterhin ist das Sägegatter aus der Zeit um 1925 in Betrieb, das aus der Werkstatt eines Stellmachers stammt. Hier werden Baumstämme zu Balken und Bohlen gesägt, und der ehrenamtliche Mitarbeiter und gelernte Tischlermeister Eckard Rieckmann beantwortet gerne die Fragen der Besucher. Und natürlich können Kinder selbst tätig werden: Auf der offenen Herdstelle im Kleinbauernhaus von 1750 werden Stockbrote gebacken.

Dienstag, 11. März 2014

Gartenschwung mit Burkhard Bohne

Gestern hatten wir lieben Besuch: Die Calluna-Redakteurinnen Inka Lykka Karth und Marion Korth hatten den Kräuterexperten, Buchautor und Leiter des Arzneipflanzengartens der Technischen Universität Braunschweig, Gärtnermeister Burkhard Bohne, mit ins Museumsdorf gebracht. Gemeinsam mit ihm und mit Calluna-Leserinnen und -Lesern wollen wir den Garten des Imkerhauses aus Eschede wieder in Schwung bringen - und dazu brauchen wir noch viel Unterstützung. Die Auftaktveranstaltung für das Gartenprojekt findet am Sonnabend, 29. März, von 11 bis 16 Uhr (inklusive Picknickpause) im Museumsdorf statt. Nach einer kurzen Vorstellung des Museumsdorfes, soll gemeinsam zu Spaten, Hacken und Rechen gegriffen werden, um die rund 100 Quadratmeter große Beetfläche aufzuräumen, von Unkraut zu befreien und erste Saaten vorzunehmen (je nach Teilnehmerzahl ist eine Erweiterung möglich).
Die Inneneinrichtung des Hauses, in dem ein Berufsimker wohnte, gibt das Thema für den Garten vor: Gemüseanbau wie in den 1950er Jahren (hier ein Foto aus dem Archiv vom Garten am alten Standort).

Das bezieht sich aber nur auf die Sortenauswahl und die eher geordnete Reihensaat, dazwischen ist viel Spielraum für die Wünsche der Gartenteilnehmer, und anders als in den 1950er Jahren wird auch auf Spritzmittel verzichtet.
Ziel ist, die Pflege des Gartens im Team über das Jahr und hoffentlich darüber hinaus zu sichern. Das Museums-Gartenprojekt wird von Gärtnermeister Burkhard Bohne, Leiter des Arzneipflanzengartens der Technischen Universität Braunschweig und Autor zahlreicher Gartenbücher zum Kräuterpflenzenanbau (INFO http://www.kräuterschule-braunschweig.de ), und von Gartenliebhaberin und Calluna-Autorin Marion Korth begleitet. Gesucht werden Enthusiasten, denen (fast) kein Weg zu lang ist, um biologisch gezogenes Gemüse aus eigenem Anbau ernten zu können, denn die Ernte gehört den Gärtnern. Aber auch, wer nur seine, vielleicht in Burkhard Bohnes Kräuterschule gesammelten Erkenntnisse in die Praxis umsetzen, noch weiter dazulernen und mit anderen Gleichgesinnten gärtnern möchte oder ganz am Anfang steht, und der Stadt am Wochenende einfach einmal den Rücken zuwenden möchte, ist willkommen. Das Fazit der Veranstalter nach dem Rundgang durch Imkerhaus und seinen verwaisten Garten: „Einfach traumhaft, wir müssen das gemeinsam schaffen.“
Für das Praxisseminar mit Burkhard Bohne entstehen keine Kosten. Die Anreise muss selbst organisiert werden, der Museumseintritt ist frei. Eine verbindliche Anmeldung bis zum 22. März ist erforderlich unter Telefon 0 58 32/97 98 40 (Calluna) oder per E-Mail an marion.korth(at)calluna-medien.de. Unter der Telefonnummer beziehungsweise der E-Mail-Adresse sind auch weitere Informationen zu erfragen.

Danke an das Calluna-Team!

Montag, 10. März 2014

Der Buchsbaum muss runter!

Unser Kollege Jarek Kosiello ist dieser Tage viel in den Museumsgärten unterwegs. Wenn die neue Saison beginnt, sollen auch die Gärten in gutem Zustand sein und da gibt es noch einiges zu tun. Im Hausgarten des Brümmerhofes werden derzeit die Buchsbaumhecken beschnitten.
Der Buchsbaum ist schon ein paar Jahre alt und das kleine Heckenlabyrinth war seit einiger Zeit nicht mehr im besten Zustand. Jarek Kosiello hatte sich deshalb vor vier Jahren dazu entschlossen, die Hecken ganz stark zu stutzen und bis weit unten zu beschneiden.
Es hat geklappt. Die Hecken haben sich wieder erholt und in diesem Jahr konnte der letzte Abschnitt verjüngt werden. Um einen schönen dichten Wuchs zu erreichen, sollte der Gobschnitt von Buxus bis Ende März erfolgen, spätestens im April. Im August / September kann dann noch einmal nachgeschnitten werden.
Der  Garten des Brümmerhofes wurde so rekonstruiert, wie er um 1900, zur Zeit des Jugendstils, ausgesehen hat. Damals wurden auch in ländlichen Gärten symmetrische Anlagen, die durch Beeteinfassungen gegliedert waren, modern. Die Betonung von Wegerändern durch Buchsbaumhecken war sogar schon seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Man übernahm damals auf diese Weise nicht nur Elemente herrschaftlicher Gärten, sondern die Bauern zeigten nach dem 30jährigen Krieg auch ein neues Selbstbewusstsein. Der "ländliche Hausgarten" des Brümmerhofes ist also nicht nur ein Nutzgarten mit Kräutern und Gemüse, sondern er war auch ein Ziergarten mit einer Laube zum Aufenthalt. In der Laube steht derzeit zwar noch unsere alte Vogelscheuche und macht Urlaub, doch die muss in den nächsten Tagen das Feld räumen und wieder an die Arbeit.

Freitag, 7. März 2014

Vivian und Heidi lernen sich kennen


Gestern haben sich Vivian und Heidi kennengelernt. Vivian Tomczyk ist das kleine Mädchen aus Oldenstadt, das im Rahmen der Namensgebung für das erstgeborene Heidschnuckenlämmchen im Museumsdorf den Hauptpreis gewonnen hat. Den hat sie mit ihrer Mutti Nina und der Oma Lisa Focht nun im Museumsdorf abgeholt.

Groß war die Freude über die Tasche mit Geschenken und die wollig-weiche Heidschucken-Handpuppe, die nun natürlich auch Heidi heißt, so wie das kleine Schnuckenkind.
Das Lämmchen muss allerdings noch warten, bis es ebenfalls ein weißes Fell bekommt. Wie alle jungen Heidschnucken ist es schwarz, aber es ist in den vergangenen Wochen ordentlich gewachsen und hat auch schon kleine Hörner bekommen.
Ihren Wunsch, die kleine Heidi in die Arme zu nehmen, durfte sich Vivian zwar nicht erfüllen, denn das wäre für das scheue Tier zu viel Aufregung gewesen.
Aber sie durfte die Tiere ausnahmsweise einmal füttern. Dabei hat sie gelernt, dass Heidschnucken gerne Heu fressen, mit großen Möhren jedoch nicht so gut zurecht kommen, weil sie sie nicht gut kauen können. Und dass die Tiere im Museumsdorf von den Besuchern nicht gefüttert werden sollen, weil sie sonst krank werden. Nun freut sich Vivian darauf, ihren Freundinnen im Kindergarten alles über ihren Besuch bei Heidi zu erzählen. 

Insgesamt sind bei uns im Museumsdorf für das Lämmchen 86 Namensvorschläge eingegangen - und davon lauteten 12 auf Heidi. Drei Einsender fanden Schnucki passend, ebenso viele Finchen, Hössi oder Frieda. Jeweils zwei Teilnehmer votierten für Adelheid, Astrid, Blacky, Flöckchen oder Lottchen. Darüber hinaus hatten wir eine ganze Reihe weitere Vorschläge, die von Calluna über Mathilde, Pumpi und Chanell bis hin zu Lucia und Wintersonne reichten. Wir haben uns ganz einfach dem Mehrheitsvotum angeschlossen. Und wir freuen uns natürlich, dass Heidi so gut gedeiht und dass wir eine so gute Resonanz hatten.

Die wird hoffentlich zum Saisonbeginn am kommenden Wochenende genau so gut sein. Am Sonntag, dem 16. März sind wieder viele Aktionen geplant: die Weberin Uschi Schwierske wird zeigen, wie früher gesponnen und gewebt wurde, der Schmied ist da und im Sägegatter werden fleißig Bretter gesägt.

Mittwoch, 5. März 2014

Maries Brautkleid

... ist ganz schwarz. Heute ist es selbstverständlich, dass eine Trauung mit den Worten "Ganz in Weiß" umschrieben wird. Obwohl das ja eigentlich auch schon wieder ein alter Zopf ist. Früher jedoch war das anders - und das kann man bei uns im Magazin erfahren. "Das weiße Brautkleid ist eine eher moderne Erscheinung, zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen Bräute sogar in Schwarz zum Traualtar, dazu trug man einen weißen Schleier", erklärt mir Manfred Völker, Mitarbeiter für Inventarisation und Dokumentation hier bei uns im Museumsdorf.
Vor einiger Zeit erhielt das Museum nämlich dieses schwarze Brautkleid geschenkt. Es gehörte einmal Marie Cohrs, geborene Marwede, aus Eldingen, die es selbst genäht hat und zu ihrer Hochzeit mit Carsten Cohrs im Jahre 1900 oder 1901 trug. Marie hat das Kleid bestimmt noch einige Male zu besonderen Anlässen getragen, irgendwann aber verschwand es in der großen Familientruhe auf dem Boden - um gut 100 Jahre später als Exponat in der Museumssammlung wieder zu neuen Ehren zu kommen. Und wenn das Museum irgendwann eine Ausstellung zum Thema Hochzeit erarbeitet, bekommt es einen Ehrenplatz in der Vitrine.



Das Brautkleid ist wie viele weitere Exponate "hinter den Kulissen" des Museumsdorfes verborgen - und diese sind in verschiedenen Magazinen untergebracht. Etwa 50.000 Objekte beherbergt das Museumsdorf heute insgesamt, gesammelt in den Jahren seit seiner Gründung 1975.
"Sammeln und Bewahren gehören zu den Kernaufgaben eines Museums. Anfangs wurden Gemeinschaftsnummern vergeben, wenn wir einen zusammengehörigen Bestand bekamen", weiß Manfred Völker. Heute bekommt jedes Objekt eine eigene Inventarnummer, die samt Beschreibung, Fotos und ergänzenden Erläuterungen auf einem Datenblatt vermerkt ist. Ganz genau 43.166 Datensätze hat der Sammlungsleiter mittlerweile im PC. "Nur so haben wir schnellen Zugriff, wenn ein Objekt für eine Ausstellung oder für die wissenschaftliche Bearbeitung gebraucht wird."
Blick ins Magazin.

Dienstag, 4. März 2014

Schönheit auch im Winter


So schön ist es auch im Winter in der Lüneburger Heide. Es bedarf gar nicht der lila-leuchtenden Heideblüte - die einstmals so karge Landschaft, die seit gut 100 Jahren zum "Lüneburger Wald" geworden ist, wartet zu jeder Jahreszeit mit ihrer ganz eigenen Schönheit auf. Hier ein Blick in das einzeitliche Trockental im weiträumigen Gelände des Museumsdorfes. Tief duckt sich im Hintergrund der Außenschafstall in die Landschaft, das braune Heidekraut bedeckt nur unvollständig den hellen Sandboden. Nur die silbrige und sehr künstlich anmutende Skulptur in der Bildmitte wirkt fremd in der Kulisse. Dazu später mehr.

Der gesamte Landkreis Uelzen ist in seinem Erscheinungsbild von der Eiszeit geprägt. Insbesondere die Warthe-Kaltzeit, die von 186.000 - 160.000 Jahren vor heute herrschte, bildete die Endmoränen in der Lüneburger Heide und damit noch heute die Grundzüge unseres Landschaftsbildes. Mit der Wiederabholzung der Kiefern für die Anlage des Museumsdorfes wurde auch das Landschaftsbild wieder erlebbar. Von "unberührter Natur" kann natürlich auch hier keine Rede sein. Jahrhunderte lang hat der Menschen seine Umwelt verändert und Spuren hinterlassen.

Hier sind beispielsweise gut die Aufwölbungen im Boden zu erkennen, die mit der Heideaufforstung angelegt wurden, um die Kiefern besser anpflanzen zu können. Heidekraut ist übrigens unglaublich zäh: Als nach einen ganzen Jahrhundert der Baumbestand weggenommen wurde, wuchs die Besenheide sofort wieder auf.