Freitag, 27. Juni 2014

Eine Wand – drei Techniken

Kürzlich waren wieder Studenten der Ostfalia zum Lehmbau-Seminar mit dem Lehmbauer Hans Baumann bei uns. Solche Seminare hatten wir bereits mehrfach und sie wurden immer gut angenommen. Elf Studenten aus dem Bereich Boden- und Wasserwirtschaft waren diesmal dabei. Unter der Anleitung von Hans Baumann wurden am Kötnerhaus aus Bahnsen insgesamt drei Gefache mit unterschiedlichen Lehmbautechniken ausgeführt.
Zunächst haben die Studenten den Lehm und den
Lehmputz aufbereitet, das Langstroh eingeschlämmt sowie die Staken für die Strohlehmbewurftechnik und für die Langstrohtechnik in das Fachwerk eingebaut. Erst danach folgte der Aufbau eines Wandteiles am Giebel des alten Fachwerkhauses.
Um die verschiedenen Techniken zu zeigen und zu erlernen, wurden drei Gefache unterschiedlich bearbeitet.
Ein Gefach wurde mit einer Lehm-Sand-Mischung verputzt, das zweite wurde mit einer Strohlehmmischung, die auf eine geflochtene Weidenrutenkonstruktion aufgebracht wurde, verschlossen. Bei dieser Technik wird die Flechtkonstruktion von beiden Seiten mit dem Stroh-Lehm-Gemisch beworfen und anschließend wird die Masse fest verstrichen. In das dritte Gefach setzten die jungen Lehmbauer ein Holzstakengerüst ein, welches mit Langstroh, das zuvor in eine Lehmschlämme getaucht worden ist, umwickelt wurde.

Alle Techniken wurden in früheren Zeiten verwendet und sind teilweise heute wieder aktuell. 
Für das Museumsdorf sind die Seminare mit Hans- Baumann immer auch eine Gelegenheit, nötige Reparaturarbeiten an den Häusern ausführen zu lassen. Hans Baumann bietet seine Seminare in aller Welt an und wird auch im kommenden Jahr wieder nach Hösseringen kommen.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Unsere Laborarbeitsplätze sind eingeweiht!

Es ist soweit: Unsere Laborarbeitsplätze im Seminarraum sind offiziell eingeweiht! Nun können wir unser museumspädagogisches Profil noch weiter entwickeln. Dank der Förderung durch den den Lüneburgischen Landschaftsverband und die VGH-Stiftung konnte der Seminarraum im Eingangsgebäude um 20 Arbeitsplätze, die mit Mikroskopen, Becherlupen, Chemikalien für wissenschaftliche Experimente, Pinzetten, Pipetten, Schutzbrillen und
diversen Analysegerätschaften ausgestattet sind, erweitert werden. (An den Mikroskopen Anne Denecke, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes, und Martin Aude, Regionaldirektor der VGH-Regionaldirektion Lüneburg, dahinter Dr. Ulrich Brohm.)
Nun können naturwissenschaftliche Aspekte der Museumsarbeit noch mehr Eingang in unser museumspädagogisches Angebot finden. Denkbar sind ökologische, physiologische, botanische, zoologische, bodenkundliche und evolutionsbiologische Themen sowie bauphysikalische Besonderheiten und energetische Aspekte.
Das Konzept dazu hat Dr. Rüdiger Klein, ehemaliger Lehrer für Biologie, Geografie sowie Werte und Normen am Lessing-Gymnasium in Uelzen, der seit Jahren ehrenamtlich im Museumsdorf arbeitet und für die Projektbegleitung gewonnen werden konnte, erarbeitet. Materialien werden demnächst auch im Internet zum Herunterladen bereitstehen.
Unser Ziel ist es, Lehrer der Fächer Biologie, Physik oder Erdkunde dafür zu begeistern, Fachexkursionen in das Museumsdorf durchzuführen, demnächst auch mit dem neuen Museumsbus. Neben allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen möchte wir aber auch die Kindergärten sowie individuelle Gruppen Erwachsener und Senioren zum Experimentieren einladen.
Natürlich wurde der neue Laborraum umgehend eingeweiht: Eine 11. Klasse des Lessing-Gymnasiums probierte aus, ob die neuen Mikroskope auch wirklich funktionieren.

Montag, 23. Juni 2014

Die Fledermaus ist identifiziert

Wir wissen nun, wie die Fledermäuse, die wir neulich bei Bauarbeiten in einer Türlaibung entdeckt haben, heißen: Es handelt sich mit großer Sicherheit um Zwergfledermäuse, die kleinste Fledermausart in Deutschland. Die Körpergröße, Fellfärbung und der spezielle Fundort sprechen dafür, meint Thomas Dorschner vom NABU Uelzen, der uns bei der Identifizierung geholfen hat. Er hatte das Foto in der Zeitung entdeckt.
Zwergfledermäuse verkriechen sich gerne in engen Spalten. Sie sind die in Europa am weitesten verbreitete Fledermausart und gehören zu den kleinsten Vertretern der Säugetiere. Eindrucksvoll sind die Flughäute, die eine Spannweite bis zu 25 Zentimetern erreichen können, während der Körper der Fledermaus nur etwa zwischen vier und fünf Zentimeter misst. Zwergfledermäuse fressen kleine Insekten wie Mücken oder Nachtfalter. Sie stehen unter Naturschutz. Hier bei uns im Museumsdorf gibt es nicht wenige Fledermäuse. Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte einmal an einer Fledermausführung teilnehmen, die wir ab und zu anbieten. Mit einem Detektor können die Ultraschallaute, die sie zur Orientierung und bei der Beutejagd ausstoßen, hörbar gemacht werden.

Dienstag, 17. Juni 2014

Elefantengras aus Afrika


... ist ja nicht gerade das typische Dachdeckungsmaterial in der Lüneburger Heide. Hier haben wir es aber einmal ausprobiert. Das kleine Häuschen ist eine Wächterhütte aus der Zeit um 1830. Solche Häuschen wurden früher auf der Bleiche aufgestellt, um die zum Bleichen ausgelegte Wäsche zu bewachen. Sie wurden von Paaren, die sonst keine Bleibe hatten, aber auch gerne mal zu anderen Zwecken aufgesucht. 
Wir haben die Hütte vor etwas 15 Jahren als Versuchsobjekt mit südafrikanischem Elefantengras gedeckt, weil dieses Material von den Weichdachdeckern damals als optimal haltbares Weichdach empfohlen wurde. Man hielt es für haltbarer als Reet. Für uns war es ein Versuch ein Dachdeckungsmaterial zu verwenden, das aussieht wie Reet oder Stroh, jedoch haltbarer ist, so dass die Bauunterhaltung des Museumsdorfes reduziert werden kann.
So recht zufrieden sind wir mit dem Erhaltungszustand allerdings nicht, abgesehen davon, dass das Elefantengras von Afrika angeschifft werden muss, was unter ökologischen Gesichtspunkten ja auch nicht sinnvoll ist. 
Die Dachneigung des Gebäudes ist allerdings sehr flach - und das ist ein ganz wesentlicher Punkt für die Haltbarkeit eines Weichdaches. Dies kann dazu beigetragen haben, dass das Elefantengras hier bereits stark im Vergehen begriffen ist - ein Zeichen dafür ist der starke Moosbefall. Hinzu kommt, dass es sich hierbei um die der Witterung besonders ausgesetzte Westseite des Gebäudes handelt.
Fazit: Wir bleiben bei Stroh und Reet und lassen das Elefantengras bei den Elefanten in Afrika. 

Mittwoch, 11. Juni 2014

Vögelchen und Barbieschuh

Die Vorbereitungen für die neue Ausstellung im Haus Oldendorf laufen derzeit auf Hochtouren. Das Haus stammt aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg und ist eines der wichtigsten niedersächsischen Denkmale aus der Zeit um 1600. Als es an seinem originalen Standort abgebaut worden ist, wurde auch eine Ausgrabung durchgeführt. Dabei fanden sich zahlreiche Zeugnisse der ehemaligen Bewohner, die irgendwann auf den Boden gefallen und durch die Dielenspalten gerutscht sind.
Kleine Dinge wie Knöpfe, Schnallen oder Münzen, jede Menge Scherben und sogar ein Schuh und ein Holzkegel.
Was für die Bewohner, die ihre Sachen nicht wiederfanden, vermutlich ein Ärgernis gewesen ist, war ein Glück für die Ausgräber. Denn für sie ist mit den Funden das Gebäude auf ganz besondere Art lebendig geworden. All die Gegenstände sprechen über ihre Zeit in einer Weise, wie es keine Urkunde und kein Buch je könnte.
Menschen haben sie in den Händen gehalten, sie hergestellt, mit ihnen gearbeitet - und mit ihnen gespielt. Im Haus Oldendorf sind nämlich viele Kinder aufgewachsen und auch ihnen sind Spielsachen abhanden gekommen und unter dem Fußboden gelandet. So wie das kleine Keramikvögelchen, das wohl aus der Zeit um 1900 stammt. Auch die roten Barbieschuhe fanden sich unter den Dielen und wurden inventarisiert. Ob sie den kleinen Mädchen im 16. Jahrhundert auch gefallen hätten? Vermutlich...

Dienstag, 3. Juni 2014

Durch die Blume

So langsam wird es bunt in unseren Gärten. Ein Nutzgarten wir hier am Brümmerhof ist natürlich nicht ganz so farbenprächtig wie das Blumenbeet im Vorgarten. Trotzdem fand ich, dass dies ein schönes Motiv ist, weil das Haus scheinbar unter den großen Blättern verschwindet. Es kommt halt auf die Perspektive an...