Mittwoch, 24. September 2014

Blick in die neue Ausstellung



Hier ein Blick auf unsere "Venus von Oldendorf" in der Ausstellung.
Das 1596 erbaute Kleinbauernhaus aus Oldendorf (Luhe) ist eines der bedeutendsten ländlichen Baudenkmale aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg im nördlichen Niedersachsen.

Es ist eines der wenigen aus dem 16. Jahrhundert überkommenen Gebäude in Norddeutschland, bei denen nicht nur das Innengerüst, sondern auch die äußere Gestaltung aus der Erbauungszeit zum großen Teil erhalten geblieben ist. Aufgrund der innovativen Zimmertechnik und seiner aufwändigen Gestaltung ist das Haus in baugeschichtlicher Hinsicht von großer Bedeutung.


Den Besuchern des Museumsdorfes präsentiert sich das 2004/05 nach Hösseringen translozierte Gebäude im Zustand der Erbauungszeit, zu dessen Rekonstruktion die Außenwände von jüngeren Umbauten aus der Zeit um 1790 und 1850 befreit und nach Befund mit neuem Holz ergänzt wurden.

Sonntag, 21. September 2014

Einladende Venus


Sie hat für das eine oder andere Schmunzeln gesorgt und bei manchem Empfänger anfangs auch für Irritation: Unsere "Venus von Oldendorf" zierte die Einladungen für die Einweihung der neuen Ausstellung im Haus Oldendorf, die wir heute eröffnet haben. Es hat aber alles seine Richtigkeit: Die leicht bekleidete Dame ist auf einer sogenannten Fensterbierscheibe abgebildet, von der bei der Umsetzung des Gebäudes aus Oldendorf im Landkreis Lüneburg nach Hösseringen ein Stückchen gefunden worden ist.
Dr. Ulrich Brohm,  Dr. Kathrin Höltge vom
Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und
Kultur, der Vorsitzende des Museumsvereins,
Jörg Hillmer und der Präsident der Klosterkammer
Hannover, Hans-Christian Biallas.

Solche Scheiben wurden nach norddeutscher Sitte bei der Einweihung eines neuen Hauses geschenkt. Die Einweihung von Haus Oldendorf fand im Jahre 1596 statt!
Nun ist unsere Venus natürlich auch ein Exponat in der neuen Ausstellung „Ländliches Wohnen und Arbeiten im 16. Jahrhundert“, in der die Geschichte der Landwirtschaft in dieser Zeit dargestellt wird. Der Anstieg der Bevölkerung führte damals zu hohen Anforderungen an die Landwirtschaft, der in der Lüneburger Heide insbesondere mit der Erschließung neuer Flächen Rechnung getragen wurde. Der Dreißigjährige Krieg beendete diese recht wohlhabende Zeit auf furchtbare Weise.

Ein zweiter Aspekt der Ausstellung ist die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner - vom Beginn an bis in die 50er Jahre, als es noch bewohnt war. 
Wir vom Museumsdorf hatten zum ersten Mal zu Beginn der 80er Jahre mit Haus Oldendorf zu tun. Das Gebäude stand unter Denkmalschutz, wurde von den Eigentümern aber nicht mehr genutzt. Damals fiel der Entschluss, es nach Hösseringen zu holen. Bis es soweit war, vergingen aber noch Jahre.

2004 waren endlich die Mittel für die Umsetzung zusammen und nun, nach weiteren zehn Jahren ist endlich auch die Ausstellung fertig geworden. Wir werden an dieser Stelle noch Details daraus vorstellen. 

Freitag, 19. September 2014

Der Countdown läuft...


Noch sind letzte Handgriffe zu tun, aber wir sind fast fertig: Wir freuen uns darauf, dass unsere neue Ausstellung im Haus Oldendorf am Sonntag eröffnet und für unsere Besucher ab 14 Uhr zu sehen sein wird. Die Ausstellung trägt den Titel "Bäuerliches Wohnen und Arbeiten im 'langen 16. Jahrhundert'" und beschäftigt sich mit der Geschichte der Landwirtschaft und natürlich mit der Geschichte des Hauses und seiner Bewohner.
In den jeweiligen Bereichen der Ausstellung werden einzelne Exponate als "Leitobjekte" gezeigt und durch Lichtprojektionen zeitgenössischer Darstellungen ergänzt. So haben Besucher die Möglichkeit, die einzelnen Stücke in einen größeren Kontext zu stellen. Um den Raumeindruck des Hauses vor allem in der Diele und im Flett möglichst nicht zu beeinträchtigen, werden die Exponate in freistehenden Vitrinen präsentiert.

Darunter sind auch viele Funde, die im Zuge der Umsetzung des Hauses aus Oldendorf / Luhe nach Hösseringen im Rahmen einer Ausgrabung geborgen worden sind.
Das 1596 erbaute Kleinbauernhaus ist eines der bedeutendsten ländlichen Baudenkmale aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg in Nordniedersachsen.

Wir präsentieren es im Zustand der Erbauungszeit, denn aufgrund der innovativen Zimmertechnik und seiner aufwendigen Gestaltung ist das Haus baugeschichtlich von großer Bedeutung.
Also, wer neugierig ist sollte am Sonntag Nachmittag kommen. Oder am Freitag, dem 26. September. Dann gibt es eine Führung durch die Ausstellung. Mehr dazu unter dem Reiter Veranstaltungen.

Freitag, 12. September 2014

Schüler erforschen Weltkriegs-Ausstellung


Heute hatten wir Besuch aus der Suderburger Realschule: Die Klasse 10a war mit ihrer Lehrerin Christiane Kaune gekommen, um auf "Spurensuche" in der Ausstellung zum Ersten Weltkrieg zu gehen. Museumspädagogin Gabriela Machini-Warnecke hat für dieses Angebot das Konzept erarbeitet und übernahm auch die Betreuung der Schülerinnen und Schüler.

Nach der Einführung durch unseren Museumsleiter, Dr. Brohm, ging es in die Ausstellung. Hier waren Arbeitsblätter zu 16 Stationen auszufüllen. Die Stationen sind in vier Themenkomplexe aufgeteilt: Kriegsgedenken, Soldatenleben, Kriegswirtschaft und Gesellschaft und geben jeweils eine thematische Einführung, die sich direkt auf die Exponate in der Ausstellung bezieht.

Den Schülerinnen und Schülern werden Aufgaben und Fragen gestellt, die aus der Ausstellung heraus zu beantworten sind.
Die 10a ist übrigens nicht unvorbereitet gekommen. Im Unterricht wurde zuvor über den Ersten Weltkrieg gesprochen.

Das Besondere der Ausstellung im Museumsdorf ist die Fragestellung: Der Tenor liegt nicht auf dem weltpolitischen Ereignis, sondern es wird dargestellt, wie sich der Krieg auf die Menschen in der Lüneburger Heide ausgewirkt hat. Wie sie mit der Trennung fertig geworden sind, wie sie Kontakt gehalten haben und Verluste verarbeiteten. Und wie sie ihren Alltag in schweren Zeiten meisterten.

Donnerstag, 11. September 2014

Mit dem Bus ins Museumsdorf

© Klara Viskova - Fotolia.com
Schulklassen und Kindergartengruppen aus dem Landkreis Uelzen können uns ab sofort kostenlos mit dem Museumsbus besuchen. Möglich wurde dies dank der Förderung durch den Lüneburgischen Landschaftsverband. Die Anmeldung ist ganz einfach, es bedarf lediglich zweier Telefonanrufe: 1. Einen Termin und das Programm unter 05826 / 17 74 mit dem Museumsdorf vereinbaren und 2. das Datum und die Uhrzeit der Busfahrten mit dem Busunternehmen unter 05824 / 20 19 (Reiseunternehmen Timm in Bad Bodenteich) vereinbaren. Die Fahrt zum Museumsdorf kann frühestens um 9 Uhr beginnen, die Rückfahrt ist ab 14 Uhr möglich. Wir freuen uns auf viele kleine Besucher!

Montag, 8. September 2014

Rauchzeichen im Museumsdorf

Gestern haben wir Köhlerfest gefeiert. Wir hatten richtig Glück mit dem Termin, denn pünktlich um vier Uhr in der Nacht zuvor war das Holz im Meiler durchgeglüht und die Holzkohle fertig. Unsere beiden "Köhler", die Archäologen Arne Paysen und Christopher Zlotos konnten den Moment so genau bestimmen, weil seit genau diesem Zeitpunkt kein Rauch mehr aus dem Meiler drang.

Mit der rußigen Ausbeute sind wir sehr zufrieden: Das Holz ist im Gegensatz zum vergangenen Jahr vollständig durchgeglüht, eine bis eineinhalb Tonnen Holzkohle Ertrag werden wir haben.

Es ist übrigens sagenhaft, was ein Fachmann an einem Stückchen Holzkohle alles ablesen kann, hier Arne Paysen mit einem Stück, das von einem Baum stammt, der zwölf Jahre alt geworden ist und mit der Kettensäge gefällt wurde. Aber ein Stück Holzkohle sagt noch viel mehr aus: zum Beispiel, wie die Menschen zur Zeit, als es geschlagen wurde, den Wald bewirtschafteten.

Heute ist das alte Handwerk in Europa nur noch vereinzelt anzutreffen, ein Zentrum der Köhlerei befindet sich auf dem Balkan. Dort wird allerdings mit gemauerten Meilern gearbeitet, wie sie schon Plinius um 70 nach Christus für den Mittelmeerraum beschrieben hat.