Dienstag, 31. März 2015

Die Agrarreformen im Fürstentum Lüneburg


Vortrag von Wilhelm Westermann 

Zu einem Vortrag mit dem Autor des Buches „Die Agrarreformen im Fürstentum Lüneburg. Ursprünge und Grundlagen - Durchführung und Auswirkungen, dargestellt am Beispiel des Kirchspiels Barum, Kreis Uelzen“, Wilhelm Westermann, lädt das Museumsdorf Hösseringen am Freitag, 10. April ab 17 Uhr ein.



Ochsengespann des Hofes Nr. 1
in Tätendorf beim Pflügen,
Foto Ludwig Mundschenk um 1920
    
Wilhelm Westermann, als Bauernsohn während des Zweiten Weltkrieges geboren, wuchs in einer traditionsgebundenen Familie auf. Er studierte Volkswirtschaftslehre und war nach Abschluss des Studiums in Hamburg als Wirtschaftsprüfer tätig. Unter anderem die Beschäftigung mit einer Familienchronik, die Westermann nach Eintritt in den Ruhestand für seine Kinder und Enkelkinder transkribierte, löste sein besonderes Interesse an der Zeit der Agrarreformen, deren Ausführung und Auswirkungen aus. Also machte er sich auf den Weg ins Hauptstaatsarchiv Hannover, wo er etwa 500 verschiedene Akten durchsah. Außerdem hatte er u.a. Gelegenheit, drei private bäuerliche Archive sowie Akten aus dem Gutsarchiv von Hodenberg in Barum zu studieren.

In der Kate (Tätendorf Nr. 7) lebten 1821
außer der Kötnerfamilie und ihrer
Magd eine Knechtsfrau mit
zwei Kindern, insgesamt zwölf Personen. 
Fünf Jahre arbeitete Wilhelm Westermann an seinem Buch, fast 100 Mal war er allein im Hauptstaatsarchiv Hannover. Auf 460 Seiten schildert er den Prozess der Agrarreform mit Schlaglicht auf eine kleine Region mitten im Herzen der Lüneburger Heide. Ausführlich werden das Verhalten der beteiligten Bauern, Beamten, Pastoren und Grundherren vorgestellt. Indem er die Untersuchung der Lebensverhältnisse der Landbevölkerung vor und nach den Reformen gegenüberstellt, führt Westermann dem Leser die enorme Bedeutung der Veränderungen vor Augen. Gerade diese Intensität macht den besonderen Reiz des Buches aus. Sie lässt eine Zeit voller Unruhe und Umbrüche so nah und lebendig werden, wie es sonst selten der Fall ist.

Montag, 30. März 2015

Jetzt anmelden: Bienenkörbe flechten im Museumsdorf Hösseringen

Am Sonntag, 26. April von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr sind die Imker im Museumsdorf zu Gast: Unter der fachkundigen Leitung von Hermann Hilmer vom Kreisimkerverein Uelzen und Wulf-Ingo Lau vom Bieneninstitut Celle lernen die Teilnehmer eines Flechtkurses, wie ein Bienenkorb geflochten wird.
Entstehen werden traditionelle Bienenkörbe, wie etwa der „Lüneburger Stülper“. Die in traditioneller Technik aus zusammengenähten Strohwülsten gefertigten Körbe halten bei guter
Pflege sicher länger als einhundert Jahre. Interessierte Besucher können sich „schlau sehen“ und im Gespräch mit den Teilnehmern vieles über die Imkerei erfahren.
Die Korbimkerei ist heutzutage sehr selten geworden. In dem 1731 erbauten Speicher des Brümmerhofes zeigt das Museumsdorf eine Ausstellung zur Schwarmbienenzucht als Bestandteil der bäuerlichen Wirtschaft in der Lüneburger Heide. Zu sehen sind nicht nur die unterschiedlichen Korbtypen, sondern auch die Arbeitsgeräte der Imker sowie eine komplett eingerichtete Imkerwerkstatt.

Zum Flechtkurs wird um Anmeldung beim Vorsitzenden des Kreisimkervereins, Hermann Hilmer, gebeten, Tel.: (05826) 262.

Mittwoch, 18. März 2015

Osterferien im Museumsdorf

Viele Mitmachangebote stehen für Kinder in den Osterferien auf dem Programm. Los geht es am Donnerstag, 26. März. An diesem Tag sind Kinder von 11 bis 14 Uhr zum Basteln von Eierkränzen mit unterschiedlichen Techniken eingeladen. Die Eier werden gemeinsam ausgeblasen, gefärbt und zum Basteln verwendet. Anschließend wird auf der offenen Feuerstelle im Kötnerhaus Rührei zubereitet. Bitte festes Schuhwerk und lange Hosen anziehen. Die Kosten betragen 5 Euro inklusive Eintritt und Material. Anmeldungen bitte bis zum 20. März. Lest weiter auf der Seite Veranstaltungen!

Keine Anmeldungen sind für die Mitmachaktionen erforderlich. Am Sonntag, 29. März ist von 11 bis 14 Uhr in der Schmiede der große Schmiedeofen angeheizt. Kinder können Schmied Peter Böttcher bei der Arbeit zuschauen und einen eigenen Nagel schmieden. Am Dienstag, 31. März heißt es von 11 bis 14 Uhr im Kötnerhaus „Frühlingsschmuck aus Naturmaterialien basteln“. Kinder von 8 bis 12 Jahren sind für jeweils 30 Minuten zum Basteln mit Blaubeerkraut, Moos und Federn eingeladen. Bitte festes Schuhwerk und lange Hosen mitbringen. Die Kosten betragen 2 Euro.

Sonntag, 15. März 2015

Das war ein Super-Saisonauftakt!


Dass bei dem Wetter so viele Gäste zu unserem Saisonauftakt kommen würden, hätten wir nicht gedacht. Danke an alle, die uns zum ersten Tag im neuen Museumsjahr besucht haben! Es war richtig viel los und für unsere Mitarbeiter ist eine gute Resonanz auf ihre Angebote immer der schönste Lohn.

Webmeisterin Uschi Schwierske war hier und hat nicht nur den großen Webstuhl in Gang gesetzt, sondern auch das Spinnrad mitgebracht. Wer mochte, konnte bei ihr seinen eigenen Faden herstellen und verweben. Dazu musste zunächst Flachs gehechelt werden, was viele Besucher gerne ausprobierten.

Auch in der Schmiede herrschte Andrang. Schmied Hinrich Schulz aus Borne hat mit seinen Gästen jede Menge Eisennägel geschmiedet!

Im Kötnerhaus war Heike Dehrmann im Einsatz. Sie hatte Brotteig mitgebracht, der von den Kindern zu Stockbrot verarbeitet wurde. Ganz nebenbei konnte man sich hier auch ein wenig aufwärmen und verschnaufen. Nun hoffen wir, dass es so gut weitergeht mit unserer Museumssaison.


Die nächste Aktion ist wieder für Kinder gedacht: Am Donnerstag, 26. März können Kinder von 11 bis 14 Uhr Eierkränze für Ostern basteln und in den Osterferien ist auch viel los bei uns. Alle Termine sind unter dem Reiter Veranstaltungen nachzulesen.

Mittwoch, 11. März 2015

Viele Anknüpfungspunkte

Prof. Dr. Arnd Jenne, Prodekan 
der Fakultät Handel und Soziale Arbeit, 
und Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm 
unterzeichnen den Vertrag
Museumsdorf Hösseringen und Ostfalia Hochschule unterzeichnen Kooperationsvertrag

Das Museumsdorf Hösseringen und die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften am Campus Suderburg haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Auftakt für die Zusammenarbeit der Institutionen wird die Vorbereitung der Ausstellung zum Thema „Einzelhandel im ländlichen Raum“ sein, an der Studierende der Ostfalia in Form von Recherchen mitarbeiten werden. Die Ausstellung wird ab 2016 im Museumsdorf gezeigt.

Prof. Dr. Flemming Hansen, Soziale Arbeit, 
Dr. Urlich Brohm, Museumsleiter, 
Prof. Dr. Thomas Waldeer, Handel und Logistik, 
Regina Müller-Wagner, wiss. MA, 
Hartmut Sroka, wiss. MA, Prof. Dr. Arnd Jenne
Die Initiative für die Zusammenarbeit ging von Regina Müller-Wagner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ostfalia, aus. „Schon seit Jahren besuche ich mit Studierenden und Schülern regelmäßig das Museumsdorf, das ist Standardprogramm in jedem Semester“, so Müller-Wagner, die im vorigen Jahr mit großem Erfolg ein Seminar zur Optimierung des Museumsshops angeboten hatte.

Ab diesem Herbst sollen Studierende des 3. bis 6. Semesters im Bereich Handel und Logistik das Museumsdorf mit Forschungsarbeiten zum Thema Einzelhandel unterstützen. „Anknüpfungspunkte zwischen dem Museum und der Hochschule hat es immer wieder gegeben“, erläutert Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm, der sich auf die Zuarbeit für die geplante Sonderausstellung freut. Denn die dünne Personaldecke des Museums lässt wissenschaftliche Forschungsprojekte immer wieder an Grenzen stoßen. „Mit dieser Kooperation können wir den Bereich Forschung ergänzen und das methodische Know how der Hochschule in das Museum einbauen“, fasst es der Museumsleiter zusammen.
Auch die Studierenden werden von der Zusammenarbeit profitieren, denn sie erhalten neben einem interessanten und praxisorientierten Forschungsthema Zugriff auf Informationen über die Handelsgeschichte der Region sowie Einblicke in die Sammlungs- und Archivbestände des Museumsdorfes. „Diese Kooperation ist für uns erstrebenswert, weil wir eine regional orientierte Hochschule sind“, so Prof. Dr. Arnd Jenne, Prodekan der Fakultät Handel und Soziale Arbeit. Jenne sieht in der Zusammenarbeit für die Ostfalia auch die Chance, sich noch stärker in der Region zu verankern und das eigene Profil zu schärfen. „Die Einzelhandelsausstellung ist nur der erste Schritt auf diesem Weg“, so Jenne, der sich vorstellen kann, den Bereich Marktforschung mit konkretem Bezug zum Museumsdorf intensiv auszubauen. „Was erwartet der Markt von einem Museum und wie kann ich das umsetzen? Wie verhalten sich die Besucher im Museum, wie ist ihre Aufenthaltsdauer und was schauen sie sich an?“ Das sind Fragen, die gezielt untersucht werden könnten und die dem Museumsdorf schon lange am Herzen liegen. Neben der Vorbereitung von Ausstellungen gibt es Themen wie die Optimierung der Besucherbetreuung, Werbung und des Museumsshops, etwa in Form von praxisbezogenen Studien- und Abschlussarbeiten. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie das Museumsdorf für weitere Zielgruppen attraktiv gemacht werden kann.

Samstag, 7. März 2015

Holz für die Köhlerei

Mitarbeiter der neuen arbeit im Einsatz

Im ansonsten noch spätwinterlich stillen Museumsdorf Hösseringen herrscht in den Tagen vor dem 1. März Unruhe: Sägen kreischen, Äste knicken ab, Baumstämme brechen durchs Unterholz. Grund für den martialischen Lärm ist der Arbeitseinsatz eines Teams der neuen arbeit lüneburg-uelzen gGmbH. Ein Trupp Mitarbeiter und Teilnehmer ist in dem kleinen Wäldchen am Rande der Freifläche unterwegs, sägt Bäume ab 
Niederholz, das in den nächsten Monaten hier eingelagert bleibt. Das Holz soll im Spätsommer für den Kohlemeiler verwendet werden. Der Arbeitseinsatz der acht Mitarbeiter der neuen arbeit findet im Rahmen der über den Europäischen Sozialfond geförderten Qualifizierungsmaßnahme "GrUEnHandWerk" im -Bereich Garten- und Landschaftsbau und Landschaftspflege statt und kommt den Organisatoren gerade recht.
Denn die Teilnehmer, die im Rahmen ihrer Qualifizierung auch den kleinen Kettensägeschein erworben haben, können hier im Museum gleich anschließend mit der Kettensäge üben und das Erlernte vertiefen. „Unser Ziel ist es, arbeitslosen Menschen durch die berufliche Qualifizierung mehr Chancen auf dem ersten Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu vermitteln“, so Christian Müller, der das Team betreut.

Teilnehmer sind Langzeitarbeitslose von Anfang 20 bis Mitte 50, die Arbeit im Museumsdorf ist nur ein kleiner Teil ihrer Qualifizierung. Die Zusammenarbeit der beiden Institutionen ist nicht neu, schon vor Jahren gab es Kontakte und bereits im vorigen Jahr wurde Holz für die Köhlerei gefällt und geschnitten. Außerdem haben Maßnahmeteilnehmer sich im letzten Jahr an der Gartenpflege für den Schulgarten und den Brümmerhofgarten beteiligt. Die Teilnehmer kommen alle aus dem Landkreis Uelzen und die Arbeit im Museumsdorf schätzen sie immer besonders. „Die Teilnehmer bekommen nebenbei jede Menge Input über das Museum, über die Geschichte der Region, das Handwerk und die Landwirtschaft und viele weitere Themen“, fasst es Christian Müller zusammen. Deshalb freut er sich auch schon, wenn es später im Jahr mit der Zusammenarbeit weitergeht. Auf jeden Fall sollen dann auch wieder die Gärten in Angriff genommen werden.