Mittwoch, 29. April 2015

Zwergenalarm im Museumsdorf


Rote Zipfelmützen und putzige Kerlchen tummelten sich am Sonntag im Brümmerhofgarten: 99 Gartenzwerge sollten sich anlässlich der Eröffnung der Aktion „99 Lieblingsplätze im Grünen“ bei uns im Museumsdorf versammeln. Ganz wurde das Ziel zwar nicht erreicht, aber immerhin waren deutlich mehr als die sagenhaften „Sieben Zwerge“ zusammen gekommen.



Und zwei von ihnen waren sogar quicklebendig und gerne auskunftsbereit über ihr Dasein als Ober- und als großer Laternenzwerg: Thomas Apitz und Peter Wiczorek aus Hitzacker kamen als Vertreter des Weinberges Hitzacker, einer der Lieblingsplätze im Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg. 
Anliegen des von der Metropolregion Hamburg initiierten Projektes ist es, Menschen ihre eigene Region näher zu bringen und sie einzuladen, „die Vielfalt vor der eigenen Haustür zu entdecken“, wie Landrat Dr. Heiko Blume in seinen Grußworten betonte.
Nachdem im vorigen Jahr das Thema Wasser im Mittelpunkt stand, sind es nun „Plätze im Grünen“, da lag die Idee nahe, zur Eröffnung werbewirksam Gartenzwerge im Museumsdorf zu versammeln, zumal hier seit Jahren die Ausstellung „Kleine vollbringen Großes“ rund ums Thema zum Entdecken der sagenhaften Welt der kleinen Zipfelmützenträger einlädt.

Natürlich haben wir auch im Landkreis Uelzen mehrere Lieblingsplätze, neben den offenen Gärten, zu denen auch das Museumsdorf mit seinen „Bauerngärten“ gehört, sind es die Ellerndorfer Wacholderheide, die Woltersburger Mühle, der Kurpark Bad Bevensen sowie das Arboretum Melzingen. Tippgeber für unsere Region ist das Ehepaar Steinhagen aus Wieren.



Donnerstag, 23. April 2015

Lehm als Baustoff

Themenführung: Beispiele für die Anwendung von Lehm im Hausbau vorgestellt an den Museumsgebäuden

Zu einer Themenführung mit dem Titel „Lehm als Baustoff“ lädt das Museumsdorf Hösseringen am Freitag, 24. April von 15 bis 17 Uhr ein. Am Beispiel der Museumsgebäude wird Museumspädagoge Günther Reimers die Anwendung von Lehm beim Hausbau vorstellen.

Lehm ist das älteste formbare Baumaterial überhaupt, ein echter Naturbaustoff. Um an die Ausgangsstoffe Lehm und Sand zu kommen, sind keine großen Eingriffe in die Umwelt erforderlich – nicht zuletzt deshalb wird Lehm seit Jahrhunderten im Hausbau verwendet. Der einstige „Arme-Leute-Baustoff“ war früher in der Lüneburger Heide weit verbreitet, insbesondere im Fachwerkbau. Heute ist Lehm wieder ein beliebter Baustoff.


Günther Reimers wird die verschiedenen Arten von Lehmwänden und die vielfältigen weiteren Möglichkeiten des Einsatzes von Lehm als Baumaterial erläutern.

Die Heide kulinarisch



Für Kurzentschlossene: 

Heute findet um 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen die Präsentation des Buches "Das Kochbuch der Region Uelzen" statt. Mit Leidenschaft, Akribie und Freude am Thema hat Sarah Schulz aus Bohlsen Rezepte aus der Region zusammengetragen und in einem Band zusammengestellt. Bunt bebildert und mit vielen Geschichten aus der Region versehen liegt damit ein Buch vor, das zu einer bunten Reise durch den Landkreis Uelzen einlädt.

Mittwoch, 22. April 2015

Mit dem Gartenzwerg ins Museumsdorf

Fröhlicher Beginn der Aktion „99 Lieblingsplätze im Grünen“

Einen fröhlich, bunten Auftakt zur diesjährigen Tagestourismuskampagne der Metropolregion Hamburg plant die HeideRegion Uelzen. Passend zu dem Motto „99 Lieblingsplätze im Grünen“ sind alle Garten- und Naturliebhaber am Sonntag, 26. April um 14.30 Uhr eingeladen, den Bauerngarten des Museumsdorfs Hösseringen am Brümmerhof zu besuchen. Das Besondere: Wer zu dem Treffen einen Gartenzwerg mitbringt oder als Zwerg kostümiert erscheint, zahlt an dem Tag keinen Eintritt und nimmt an einer Verlosung teil.

Blick in die Zwergenausstellung im Museumsdorf
Ziel der Touristiker ist es, möglichst 99 Gartenzwerge zu einem munteren Gruppenbild zu vereinen, das innerhalb der Metropolregion für Aufmerksamkeit sorgen soll. „Gartenzwerge werden zwar mitunter als „spießig“ angesehen, trotzdem bringt ihr Anblick so gut wie jeden zum Schmunzeln oder Lächeln. Geschätzte 30 Millionen Gartenzwerge bevölkern Deutschlands Vorgärten, Terrassen und Balkone und wir hoffen, dass möglichst viele unsere Einladung zum „Zwergentreffen“ annehmen“, so Peter Gerlach von der HeideRegion Uelzen.

Unterstützt wird die Aktion von den Touristikern der Elbtalaue-Wendland. Gemeinsam mit den Uelzener Kollegen informieren sie vor Ort über die Ausflugs- und Freizeitziele, die sich an der Aktion „99 Lieblingsplätze im Grünen“ beteiligen. Das sind im Landkreis Uelzen die „Offenen Gärten“, die Ellerndorfer Wacholderheide, die Woltersburger Mühle, der Kurpark Bad Bevensen und das Arboretum Melzingen. Im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg locken u.a. der Weinberg Hitzacker, das Rundlingsmuseum Wendlandhof, der Klaus Bahlsen Turm in der Seege-Niederung, die Nemitzer Heide und der Barockgarten Künsche zu einem Besuch.

Montag, 20. April 2015

Blütezeit für die Landwirtschaft

Wilhelm Westermann stellt Buch vor
Seit dem vorigen Jahr ist die Schriftenreihe des Museumsdorfes um einen umfangreichen Band größer geworden: Unter dem Titel „Die Agrarreformen im Fürstentum Lüneburg. Ursprünge und Grundlagen – Durchführung und Auswirkungen, dargestellt am Beispiel des Kirchspiels Barum, Kreis Uelzen“ untersuchte Wilhelm Westermann die umfassenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, die der Prozess der

 
Agrarreformen von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis um 1900 für unsere Region mit sich brachte. Der Autor stellte sein Werk kürzlich im Museumsdorf vor.

Im Zuge seiner Recherchen im Hauptstaatsarchiv Hannover sowie weiteren, auch privaten, Archiven, trug Wilhelm Westermann einen minutiös nachvollziehbaren Prozess von den ersten Gemeinheitsteilungen und Verkopplungen seit 1763 bis hin zu den Reformprogrammen des Provinzialvereins Uelzen und der Einführung der modernen Agrarwirtschaft mit Schlaglicht auf das Kirchspiel Barum zusammen. Hierbei macht er nicht nur deutlich, welche Blütezeit die sogenannte „Bauernbefreiung“ mit sich brachte, sondern räumt auch mit Fehleinschätzungen aus der Vergangenheit auf und zeigt die Vorreiterrolle im Gebiet des heutigen Landkreises Uelzen auf. 

In unserer Region sorgte der 1830 von Christian Freiherr von Hammerstein zusammen mit 42 Interessierten gegründete „Land- und Forstwirtschaftliche Provinzialverein für das Fürstentum Lüneburg“ für die Verbreitung der Erkenntnisse der modernen Landwirtschaft. Der Verein verstand sich zunächst als Lesezirkel, in dem agrarwissenschaftliche Autoren gelesen wurden, die von der damals führenden englischen Landwirtschaft beeinflusst waren. Die Schriften Albrecht Thaers waren dabei meinungsbildend.
Später wendete sich der Provinzialverein der Förderung der praktischen Landwirtschaft zu, unterstützte die gemeinsame Beschaffung von Saatgut für Futtergewächse und Getreide und seit 1838 die Zucht von modernen Viehrassen. Das waren zunächst Schweine, dann widmete man sich vermehrt der Ochsen- und Kälbermast. 



Damit einher ging der Rückgang der Heidschnuckenzucht. Die Tiere, die über Jahrhunderte in der Lüneburger Heide so verbreitet waren, dass die Region für sie namengebend wurde, waren zeitweise sogar vom Aussterben bedroht.
Außerdem widmete sich der Provinzialverein der Erschließung von Mergel-Lagern, denn man hatte erkannt, dass der kalkhaltige Ton als Dünger verwendet werden konnte. 



Ab 1837 fanden „Höferegulierungen“, in denen die Wirtschaftsweise einzelner Höfe in einem bis zu zehnjährigen Zeitraum auf die Prinzipien moderner, englisch beeinflusster Landwirtschaft umgestellt wurden, statt. Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Verein 1.365 Höfe reguliert und damit Musterbetriebe geschaffen, die moderne Arbeitsprinzipien in ihrer Umgebung verbreiteten.

Abb. aus
"150 Jahre Georgsanstalt
1855 - 2005",
Hrsg. von
Hans-Ludwig Greve


Zu Ostern 1855 wurde auf der Königlichen Domäne Ebstorf unter der Leitung ihres Pächters Eduard Fischer eine der ersten Ackerbauschulen im Königreich Hannover eröffnet – ein Höhepunkt der hier kurz skizzierten Entwicklung. In den beiden Jahren zuvor waren in Uelzen und in Suderburg Wiesenbauschulen entstanden. Der Uelzener Einrichtung war allerdings nur eine kurze Lebensdauer beschieden – im Gegensatz zum Standort Suderburg, wo mit der Ostfalia Hochschule die Nachfolge-Bildungsstätte der alten Wiesenbauschule noch heute existiert.

Donnerstag, 16. April 2015

Die „Bunten“ sind da!

Unsere "Bunten Bentheimer" sind da! Seit einigen Tagen herrscht buntes Leben in unserem Schweinestall: Zwei Ferkel der Rasse „Bunte Bentheimer“ sind eingezogen und haben ihren Auslauf bereits fleißig umgegraben. Nach einer Eingewöhnungsphase freuen sich die Tiere nun auf den Sonnenschein und viele Museumsbesucher, die sie allerdings nicht füttern dürfen. 

Der Schweinestall stammt aus Graulingen, heute ein Ortsteil von Suderburg, und wurde um 1835 erbaut. Der Stall bestand aus zehn Koben, die alle mit einer gesonderten Außentür versehen waren. Von den Türen aus konnten die Tröge, die an der Außenwand standen, gefüllt werden. Als der Stall gebaut wurde, war es noch üblich, die Schweine im Herbst im Laubwald zu hüten. Im Museumdorf wurde der Stall im Zustand von 1925 wiedererrichtet, der die Verwendung industriell gefertigter Baumaterialien wie Bachstein und Zementpfannen zeigt.

Freitag, 10. April 2015

Jetzt anmelden: Flechtkursus Rankstäbe aus ungeschälter Weide flechten

Zu einem Flechtkursus „Rankstäbe aus ungeschälter Weide flechten“ lädt das Museumsdorf Hösseringen am Sonntag, 10. Mai von 11 bis 15 Uhr ein.

Die Korbflechterin Diana Stegmann zeigt, wie aus mehrjährigen Weiden- oder Haselnussruten und verschiedenfarbigen Weidenzweigen zwei unterschiedliche Rankstäbe als Skulptur für den Garten oder Pflanztopf entstehen. Die Kosten betragen 45,00 Euro (inklusive Eintritt und Material).

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 24. April bei Diana Stegmann erforderlich, Tel.: (05861) 9862339, E-Mail: dianastegmann@gmx.net.

Dienstag, 7. April 2015

Themenführung und Vortrag

Von Gletscherbächen, Nährstoffflüssen und Migrationshintergründen – das Landökosystem Heide

Am Freitag, dem 10. April, zeigt Dr. Rüdiger Lutz Klein von 15 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen, wie ökologische Forschung Wanderungsbewegungen von Pflanze, Tier und Mensch erklärt. Von den nacheiszeitlichen Rentierjägern der Nacheiszeit bis hin zu Wanderungsbewegungen von Menschen aus der Heide, die auch heute noch stattfindet, beschreibt Klein die naturwissenschaftlichen und historischen Ursachen dieser Wanderungen, die erhebliche Konsequenzen auf die kulturelle Entwicklung unserer Region hatte und hat. 


Nach einer kurzen geomorphologischen Einführung berichtet Klein über die Wanderungen von Pflanzen und Tieren, aber auch von den Menschen, die zunächst die Tierwelt, dann das Pflanzenkleid und schließlich die Böden der Region dauerhaft veränderten. Dem Menschen als Natur- und Kulturwesen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Ein dynamisches Wissensgebiet voller Spannung und neuen, interessanten Erkenntnissen erwartet die Teilnehmer.

Anschließend ist ab 17 Uhr unter dem Titel

Die Agrarreformen im Fürstentum Lüneburg

zu einem Vortrag mit dem Autor des Buches „Die Agrarreformen im Fürstentum Lüneburg. Ursprünge und Grundlagen - Durchführung und Auswirkungen, dargestellt am Beispiel des Kirchspiels Barum, Kreis Uelzen“, Wilhelm Westermann, eingeladen. Mehr dazu steht hier im Blog.

Mittwoch, 1. April 2015

Ostervorbereitungen im Kötnerhaus


„Das ist ganz schön anstrengend“, meint David, bevor er noch einmal kräftig in das Ei pustet. Ja, es ist gar nicht so einfach, die zarte Eierschale nicht zu zerbrechen, wenn man ein Ei zum Basteln vorbereiten und aus dem glibberigen Innenleben anschließend leckeres Rührei zubereiten möchte.


Den zwölf Kindern, die das kürzlich in den Osterferien im Museumsdorf ausprobiert haben, hat es viel Spaß gemacht. Sie haben unter anderem gelernt, dass man Eier nicht nur mit fertigen Farben, sondern auch mit anderen Sachen färben kann.


Zum Beispiel mit dem Saft von Roter Bete. Dabei hieß es allerdings aufpassen, damit die Kinder anschließend nicht mit roten Fingern nach Hause kommen. Am Schluss waren alle Kinder stolz auf ihre schönen Eierkränze.