Freitag, 19. Juni 2015

Schon vormerken: Schmieden lernen in der Museumsschmiede

Tagesgrundkurse mit Archäologe Arne Paysen

Einen Tag lang das Schmiedehandwerk erlernen - das ist im Museumsdorf Hösseringen möglich. Der Archäologe und Schmied Arne Paysen führt seine Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Zeit von Mittwoch, 26. bis Freitag, 28. August, jeweils von 10 bis 17.30 Uhr in die Kunst des Schmiedens ein. Das manuelle Schmieden gehört zu den ältesten Handwerken. Der
Schmied muss die Form seines Werkstückes am Amboss frei erarbeiten. Das setzt viel Erfahrung voraus.

Menschen haben vermutlich zuerst die Metalle Gold, Silber und Kupfer, die in der Natur gediegen vorkommen, bearbeitet, denn diese können auch in kaltem Zustand verarbeitet werden. In Mitteleuropa begannen die Menschen mit der Metallbearbeitung vor etwa 4300 Jahren in der Bronzezeit. Wie wichtig den Menschen das Schmiedehandwerk war, zeigt auch die Mythologie. In der Heldensage von Wieland dem Schmied stellt der kunstreiche Wieland das außergewöhnliche Schwert Mimung her, dessen Klinge er dreimal neu und jeweils schärfer schmiedet.

Ein Schwert wird im Museumsdorf nicht gleich geschmiedet, aber vielleicht ein Messer, Gartenschmuck oder Türbeschläge. Auf jeden Fall kann sich am Ende des Tages jeder Teilnehmer sicher sein, sein eigenes Werkstück mit nach Hause zu nehmen. Je nach Wunsch kann der Tag in der Schmiede eher auf das eigene Werkstück oder auf das Erlernen verschiedener Schmiedetechniken ausgelegt werden.

Die Teilnahme an einem Tageskurs kostet 75 Euro inklusive Eintritt und Material, aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Voranmeldung bis zum 19. August bei Arne Paysen unter Tel. 0 43 47 / 730 49 42 oder per Mail isentosamballerer@gmx.de gebeten.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Die Häuser des Museumsdorfes und ihre Bewohner


Themenführung mit Dr. Ulrich Brohm


"Die Häuser des Museumsdorfes und ihre Bewohner" ist der Titel der Themenführung "Hausgeschichten", zu der das Museumsdorf Hösseringen am Freitag, dem 26. Juni von 15 bis 17 Uhr einlädt.


Anhand eines Rundgangs wird Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm einigen der Häuser die Geschichten seiner einstigen Bewohner zur Seite stellen. Die Gebäude des Museumsdorfes sind nicht nur wichtige ländliche Baudenkmale wie das 1596 erbaute Kleinbauernhaus von Oldendorf (Luhe) oder der Brümmerhof von 1644, sondern auch Quellen des Lebens und Arbeitens ihrer Bewohner. Bevor ein Haus ins Museumsdorf Hösseringen kommt, hat es in der Regel viel erlebt. Es hat Generationen kommen und gehen sehen, hat an Familiengeschichten teilgehabt, Freude und Schmerz mit seinen Bewohnern geteilt und war irgendwie auch selbst Teil all dieser Geschehnisse. In der Regel geraten die alten Geschichten jedoch nach einigen Generationen in Vergessenheit. 

Nicht so im Museumsdorf Hösseringen. Hier wird, wenn ein Gebäude seinen Platz in der historischen Dorfanlage findet, auch die Geschichte dazu aufgeschrieben. Denn erst mit dem Wissen um den Werdegang der Dinge sind eine historische Einordnung sowie der regionale Vergleich und die Erforschung möglich. So sind Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Werkstätten Dokumente vergangener Lebens- und Arbeitsweisen. Diesen will die Führung anhand verschiedener Beispiele nachgehen, indem sie für einzelne Gebäude des Museums über deren Erbauer und Bewohner sowie über die Nutzung der Gebäude und deren Wandel im Laufe der Zeiten informiert. So erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lebendige und anschauliche Einblicke in 400 Jahre ländliche Sozial- und Kulturgeschichte der Lüneburger Heide.

Dienstag, 16. Juni 2015

Jetzt anmelden: Schanzen flechten


Zu einem Kursus „Schanzen“ flechten lädt das Museumsdorf Hösseringen am Sonntag, 12. Juli von 11 bis 15 Uhr ein. Die Korbflechterin Diana Stegmann zeigt das Flechten von Rahmenkörben, auch „Schanzen“ genannt. An einem Rahmen aus  Weide werden bauchige Körbe gestaltet, die sich für die unterschiedlichsten Zwecke nutzen lassen. Die Kosten betragen 45 Euro inklusive Eintritt und Material.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 26.06.2015 bei Diana Stegmann erforderlich, Tel.: (05861) 9862339, E-Mail: dianastegmann@gmx.net.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Ländliches Wohnen und Arbeiten im 16. Jahrhundert



Themenführung mit Dr. Ulrich Brohm
„Ländliches Wohnen und Arbeiten im 16. Jahrhundert“ ist der Titel der Themenführung, zu der das Museumsdorf Hösseringen am Freitag, dem 12. Juni von 15 bis 17 Uhr einlädt.

Anhand eines Rundgangs durch die Ausstellung im Haus aus Oldendorf/Luhe von 1596 wird Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm einen Überblick über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen im 16. Jahrhundert geben.
Das 1596 erbaute Kleinbauernhaus aus Oldendorf/Luhe ist eines der bedeutendsten ländlichen Baudenkmale aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg im nördlichen Niedersachsen. Im Rahmen der dortigen Ausstellung wird die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner in die
Agrargeschichte des sogenannten „langen 16. Jahrhunderts“ einbettet. Am Beispiel der 1596 gegründeten Kleinbauernstelle lassen sich die ökonomischen, sozialen und politischen Veränderungen darstellen, mit denen die Landbevölkerung während dieser Epoche konfrontiert wurde. Aspekte wie Agrarkonjunktur und Bevölkerungswachstum, Anwachsen der klein- und unterbäuerlichen Schichten, Eingriffe des sich formierenden Territorialstaates sowie die daraus resultierenden Veränderungen innerhalb des Dorfes bzw. im Verhältnis zwischen Bauern, Grundherren und Landesherr können anhand des Gebäudes vermittelt werden. Dadurch erhalten die Museumsbesucher außerdem eine Einführung in die Agrarverfassung, die bäuerlichen Produktions- und Wirtschaftsbedingungen und die soziale Gliederung der ländlichen Bevölkerung in der Zeit vor den Agrarreformen des 19. Jahrhunderts.
Das Kleinbauernhaus von 1596 aus Oldendorf (Luhe) ist nicht nur ein wichtiges Dokument der Architekturgeschichte, sondern steht zudem für eine Epoche der Agrargeschichte, die in anderen Freilichtmuseen selten dargestellt wird.

Dienstag, 2. Juni 2015

Lanz, Deutz und Hanomag geben sich ein Stelldichein

Schon vormerken: 10. Schlepper-Veteranentreffen im Museumsdorf Hösseringen
Bereits zum 10. Mal in 20 Jahren findet am Sonntag, 5. Juli im Museumsdorf Hösseringen das große Schlepper-Veteranentreffen statt. Überall auf dem weiträumigen Museumsgelände sind historische Fahrzeuge ausgestellt. Mistgreifer und andere Maschinen sind im Einsatz.
Ein Teile-Flohmarkt lädt darüber hinaus zum Stöbern ein - und die passenden Schrauber-Fachgespräche dazu gibt es garantiert kostenfrei.
Viele Schlepperfreunde treffen bereits einen oder zwei Tage früher in Hösseringen ein und schlagen ein provisorisches Lager am Museum auf. Sie nutzen die Zeit zum Fachsimpeln, Erfahrungen austauschen und natürlich zum Klönen. Auch dies trägt zur besonderen Atmosphäre dieses Treffens bei.
Aber nicht nur Trecker- und Motorenfans kommen auf ihre Kosten, denn mit der Vielfalt der präsentierten Ackerschlepper, Zugmaschinen und stationären Antriebsmaschinen aus der Zeit zwischen 1913 und 1970 wird auch die Geschichte der Mechanisierung und Motorisierung der Landwirtschaft lebendig. Diplomingenieur Michael Bruse stellt die Traktoren am Brümmerhof vor und berichtet über deren Bedeutung in der Entwicklung der Landtechnik.
Neben der 100 Jahre alten Dampflokomobile des Museums, die eine Dreschmaschine antreibt, sind außerdem die Gattersäge, ein Buschholzhacker und eine Bandsäge in Betrieb. Am Göpel wird mit der Zugkraft von Pferden eine Häckselmaschine angetrieben und zu sehen ist auch, wie mit den frühen Verbrennungsmotoren die Pferdekraft ersetzt wurde. In der Dorfschmiede wird gearbeitet und an der Stellmacherei wird mit dem Horizontalsägegatter Bauholz aufgesägt.

Wie immer gibt es leckere Speisen und Getränke.

Montag, 1. Juni 2015

Von Riesen, Teufeln und schwarzen Cemani

Besucherandrang beim „Tag der Tiere“ 

Greta aus Uelzen haben es die Kaninchen angetan. Die Fünfjährige ist nicht zum ersten Mal im Museum, aber so viel quirliges Hoppeln, Watscheln, Flattern und Flügelschlagen hat sie hier noch nicht erlebt. Konzentriert schiebt sie gelben Löwenzahn und grüne Grashalme in den Käfig, wo sie ihr vom grauen Riesen-Kaninchen ganz ungeniert aus der Hand gezupft werden.

Für Benno Finck aus Holxen dagegen ist der tägliche Umgang mit Tieren längst nichts Neues mehr, denn der 11-Jährige ist schon selbst Züchter. So war er besonders stolz, seine Hühner beim „Tag der Tiere“ im Museumsdorf Hösseringen präsentieren zu können. Rabenschwarze Hühner nebst Hahn der Rasse „Cemani“ hat der Suderburger Schüler, der sich stolz Jungzüchter nennen darf, mitgebracht. Auf die Frage, ob die Eier der Schwarzen denn auch schwarz aussehen, weiß er professionell Antwort:
„Natürlich nicht“.

Mehr als 500 Besucher machten sich am Wochenende auf den Weg ins Museumsdorf, um die gemeinschaftliche Ausstellung der Geflügelzuchtvereine sowie des Kaninchenzuchtvereins aus Bad Bevensen, Uelzen, Celle und Lüchow-Dannenberg zu besuchen. „Wir freuen uns, dass wir hier, passend zum Thema des Museumsdorfes, Tiere alter Rassen zeigen können“, so Hans-Jürgen
Drögemüller, Vorsitzender des Bad Bevenser Vereins. Aber auch neuere Züchtungen hatten die Organisatoren dabei, beispielsweise verschiedene Zwergrassen, die gezielt für kleinere Grundstücke gezüchtet werden. Zu bestaunen waren Puten und Perlhühner, Enten und Gänse mit ihren Gösseln sowie große und kleine Kaninchen vieler Rassen.

Neben den pechschwarzen Cemani zogen die Hühner der Rasse La Fleche von Benno Finck
die Blicke besonders auf sich. Sie werden auch Teufelshühner genannt, da sie statt eines gezackten Kammes zwei Hörner auf dem Kopf tragen.

Viele Züchter sind „aufs Huhn“ gekommen, weil sie ihre eigenen Eier von Tieren, denen es gut geht, konsumieren wollten. „So lernt man sich kennen und dann wird mehr daraus“, weiß Erika Kien aus Oldenstadt. Sie kam mit ihren Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg nach Uelzen und die erste Freude nach der Flucht war der eigene kleine Garten, in dem die eigenen Tiere laufen durften. Mitgebracht hat sie Zwergyokohama, die sie seit 1991 züchtet.