Mittwoch, 30. September 2015

Erntedank- und Kartoffelfest


Am Sonntag, dem 4. Oktober 2015 findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr das traditionelle Erntedank- und Kartoffelfest statt. Es wird gemeinschaftlich vom Museumsdorf und der Kreislandjugend Uelzen organisiert. Der Erntedankgottesdienst mit Pastor Matthias Dittmar aus Suderburg beginnt um 14 Uhr und findet im Brümmerhof statt. Er wird vom Posaunenchor aus Eimke begleitet.

Den gesamten Tag über ist zu einem vielseitigen Programm eingeladen. Überall auf dem Museumsgelände werden alte landwirtschaftliche Arbeitstechniken vorgeführt. So treibt die Dampflokomobile von 1913 eine Dreschmaschine an, mit Göpelantrieb wird Stroh zum Verfüttern gehäckselt, die Schrotmühle wird betrieben und in der Schmiede raucht der Schornstein. Mit dem Buschholzhacker wird Brennmaterial für den Winter zerkleinert und eine Weberin zeigt, wie am Spinnrad Garn gesponnen
wird und wie das Weben funktioniert.

Die Vorführung von Volkstänzen mit der Volkstanzgruppe „Die Bühne“ aus Bienenbüttel zeigt, dass nach der Arbeit auch noch Zeit für geselliges Leben war.
Kinder können Kartoffeln roden und sammeln und an der Sortiermaschine helfen. Am Lagerfeuer werden Kartoffeln geröstet und im Kötnerhaus aus Bahnsen ist das offene Herdfeuer entfacht. Auch der Kartoffeldämpfer ist in Betrieb, frische leckere Beilagen laden dazu ein, die frischen heißen Kartoffeln gleich an Ort und Stelle zu probieren. Die Landjugendgruppen der Region laden zu Kaffee und Kuchen und für den, der es lieber herzhaft mag, gibt es Gegrilltes.

Dienstag, 22. September 2015

Ein einstelliger Heidehof durch die Jahrhunderte

Themenführung zur Geschichte des Brümmerhofes

Zu einer Themenführung lädt das Museumsdorf Hösseringen am Freitag, 25. September, von 15 bis 17 Uhr ein. Der Archivar des Museums, Dr. Hans-Jürgen Vogtherr, wird die Geschichte des Brümmerhofes vorstellen.

Die Gebäude des Brümmerhofes stammen aus Moide im Landkreis Heidekreis und wurden im Jahr 1978 im Museumsdorf Hösseringen wiederaufgebaut. Sie gehören zu den ersten Häusern des Museumsdorfes.
Der Brümmerhof lag als Einzelhof abseits des dörflichen Verbandes und besaß eine eigene Ackerflur. Zentrum war das große Wohnhaus, welches im Jahre 1644, vier Jahre vor dem Ende des 30-Jährigen Krieges, von Veit Brümmerhof und seiner Frau erbaut worden ist. 
Woher die Familie in dieser Zeit die finanziellen Mittel für solch einen repräsentativen Bau hatte, ist nicht bekannt. Vom Reichtum des Bauherrren zeugen aber nicht nur die Größe des Hauses mit seinem beeindruckenden Fachwerkgefüge und dem reichen Schnitzwerk, sondern auch die Verwendung von Backstein statt Lehm sowie die großen Glasfenster. 
Der Hausforscher Gerhard Eitzen bezeichnete den Brümmerhof als „Gipfelleistung des Zimmerhandwerks, ein letztes Meisterwerk in der Epoche des allgemeinen Niedergangs“.
Am Beispiel des Brümmerhofes thematisiert das Museumsdorf auch die soziale Stellung des Bauern eines Vollhofes, der im Gegensatz zum Kleinbauern ausschließlich von der Landwirtschaft leben konnte und keinen Nebenerwerb ausüben musste. Vervollständigt wird die eindrucksvolle Hofanlage durch eine
Reihe von Nebengebäuden, wie dem Hofschafstall, einem Backhaus, einer Bleicherhütte und einem Lokus aus dem Zeit um 1900 aus dem Landkreis Celle.

Zudem stellt der Brümmerhof auch ein Kapitel der jüngsten Kunstgeschichte dar. Von 1933 bis 1936 lebte hier der bekannte Maler, Graphiker und Karikaturist A. Paul Weber (1893-1980). Im Auftrage des Hamburger Kaufmanns Alfred C. Toepfer, der von 1932 bis 1936 Eigentümer des Hofes war, gestaltete Weber die Inneneinrichtung neu. Spuren von Webers Wirken lassen sich in Form einzelner Bauteile, die nach seinen Entwürfen gestaltet wurden, am Haupthaus und dem Langspeicher finden.

Donnerstag, 17. September 2015

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Sauerkohl selbst gemacht
Tageskurs im Museumsdorf Hösseringen

„Sauerkohl selbst gemacht“ heißt es am Sonnabend, 26. September von 10.30 Uhr bis 15 Uhr im historischen Kötnerhaus aus Bahnsen. Sauerkraut, vitaminreiche, gesunde Winterkost, wird nach erprobtem Rezept, traditioneller Methode und fachkundiger Anleitung des Teams um Wolfgang Fröhlich aus Hamburg im Kötnerhaus von 1648/1750 aus Bahnsen
hergestellt. Mit Krauthobel, Salz, etwas Buttermilch und feinem Weißkohl wird das Sauerkraut in einem Gärbottich zubereitet und für die Milchsäuregärung eingemacht. Interessierte Besucher sind zum Zuschauen eingeladen.

Schon Wilhelm Busch wusste, was an kühlen Herbst- und Wintertagen besonders mundet und legte dieses seiner Witwe Bolte in den Mund: Sauerkohl. Die Witwe musste beim Kochen bekanntermaßen manch Ungemach in Kauf
nehmen, wovon wiederum der gute alte Spitz ein Liedchen zu singen wusste.
Übrigens: Sauerkohl gilt als eines der bekanntesten deutschen Nationalgerichte, war allerdings auch schon im antiken Griechenland, im Römischen Reich und im alten China bekannt. Durch seinen hohen Vitamingehalt ist Sauerkohl eine gute Zusatznahrung für den Winter, denn es beugt Mangelerscheinungen vor. Aus diesem Grund wurde es auch auf Schiffsfahrten als Proviant mitgenommen.


Zum Mitmachen sind 6 Plätze frei: Benötigt wird ein geeignetes Gefäß, etwas Kraft, Ausdauer und Zeit. Die Kosten betragen 15 Euro inklusive Eintritt plus Bio-Weißkohl, der zur Verfügung gestellt wird. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 20. September 2015 erforderlich.

Mittwoch, 16. September 2015

Grusel mit Fledermaus


Thalia Theater gastierte mit „Dracula“

„Gott schütze meinen Verstand und lass mich Ruhe bewahren. Sonst ist der Wahnsinn mein Los!“. Gerade als Jonathan Harker alias Matthias Leja dank seiner unheimlichen Begegnung mit drei ebenso reizvollen wie Angst einflößenden Damen um seinen Verstand ringt, flattert eine Fledermaus durch die große Diele des Brümmerhofes. Perfektes Timing für die gut 50 Gäste, die sich im Haupthaus des Brümmerhofes
zum Theaterabend eingefunden hatten, um eine Premiere im Museumsdorf zu erleben: Zum ersten Mal gastierte das Hamburger Thalia Theater im Herzen der Lüneburger Heide! Das Gastspiel ist Teil einer Tour zu besonderen Spielorten in Norddeutschland, die in Zusammenarbeit mit der Metropolregion Hamburg ins Leben gerufen wurde. Neben dem Archäologischen Zentrum Hitzacker und dem Museumsdorf Hösseringen steht demnächst das Schloss Ludwigslust auf dem Programm.

In Hösseringen musste kurz vor dem Gastspiel noch improvisiert werden, da das eigentlich geplante Stück „Mata Hari“ wegen Erkrankung der Schauspielerin nicht gezeigt werden konnte.
Thalia-Schauspieler Matthias Leja sprank kurzfristig ein – und falls der Eine oder Andere zunächst über die Programmänderung enttäuscht war, vergaß er das ganz schnell. Denn Leja bereitete seinen Zuschauern einen unvergesslichen Theaterabend. Ob in der Rolle des Londoner Anwalts, der zwecks Grundstücksverhandlungen in die schauerliche Gegend am Fuße der Karpaten reist, in der Rolle des grausamen Grafen Dracula oder lispelnd als schauerliche Dame – er überzeugte mit außerordentlicher Wandlungsfähigkeit und spielerischer Hingabe.

Ganz allmählich baut Autor Bram Stoker, nach dessen Buch „Dracula“ dieser Abend konzipiert wurde, Spannung auf. Bereits im Zuge der ausführlich beschriebenen Hinreise bekommt der Zuhörer eine Ahnung des Grusels, der er gemeinsam mit Jonathan Harker erleben wird. Und während Harkers Kutsche immer tiefer in das gespenstische Transsilvanien vordringt, legt sich die Dämmerung auch über das Museumsdorf und die nächtlichen Bewohner des Brümmerhofes erwachen. Endlich trifft der Reisende auf dem Grafenschloss ein und lernt den Hausherren kennen. Der reicht ihm „eine Hand, so kalt wie Eis“, sein Gesicht ist grausam und mit seiner außerordentlichen Blässe, den farblosen Augen und blutroten Lippen gleicht es dem eines Raubvogels. Es dauert nicht lange, da merkt Harker, dass er nicht Gast, sondern Gefangener des Grafen ist. Und die Wölfe heulen im Hintergrund...

Wie gut, dass die Zuhörer im Brümmerhof dank der Umsicht der ehemaligen Bewohner des Hauses um ihre Sicherheit nicht fürchten mussten! Noch heute hängt unter der Ulenflucht des Giebels ein Ochsenschädel, der das Haus beschützt. So wie der Ochse einst den Brümmerhofbauern in letzter Sekunde mit seinem Gebrüll vor den Wölfen gerettet hat.

Donnerstag, 3. September 2015

Gruseln im Brümmerhof

Foto: Armin Smailovic
Wegen Erkrankung von Marie Löcker kann die im Rahmen von Thalia Kulturlandschaften geplante Lesung von „Mata Hari“ im Brümmerhof leider nicht stattfinden. Stattdessen hat sich der Thalia Schauspieler Matthias Leja trotz intensiver Probenarbeiten bereit erklärt, aus Bram Stokers „Dracula“ zu lesen. Der Klassiker über Wölfe, Knoblauchkränze und Holzpflöcke – und über Schauer, Liebe und Abenteuer – passt perfekt in die Atmosphäre des Museumsdorfs Hösseringen!

Der Thalia-Schauspieler Matthias Leja ist als Lüneburger fest in der Region verankert. Am Hamburger Thalia Theater ist der Schauspieler in zahlreichen Rollen zu sehen. Freuen Sie sich auf den wohl berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte.

Matthias Leja, geboren 1962 in Lüneburg, studiert Philosophie und Theaterwissenschaft in München, bevor er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg zum Schauspiel wechselt. In dieser Zeit spielt er bereits am Schauspiel Frankfurt. Fast zwanzig Jahre lang arbeitet er an den Theatern an Rhein und Ruhr, vor allem in Köln, Düsseldorf und Bochum. Vor allem mit dem Regisseur Dimiter Gotscheff entstehen hier zahlreiche Aufführungen, aber auch mit Karin Henkel, Leander Haußmann, Karin Beier, Jürgen Gosch, Volker Lösch und Andreas Kriegenburg. Seit 2003 ist er wieder fest am Düsseldorfer Schauspielhaus engagiert. Zuletzt ist er hier in Löschs „Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt, in Michael Talkes „Buddenbrooks“ und in Wolfgang Engels „Josef und seine Brüder“ nach dem Roman von Thomas Mann zu sehen. 2007 wird ihm der Düsseldorfer Publikumspreis „Gustaf“ als bester Schauspieler verliehen. Außerdem spielt Matthias Leja in zahlreichen Fernsehproduktionen, unter anderem als Hubschrauberpilot Alexander Karuhn in „Die Rettungsflieger“.

Matthias Leja ist ab der Spielzeit 2009/2010 festes Ensemblemitglied des Thalia Theaters. Er ist u.a. in Dimiter Gotscheffs Inszenierung von Peter Handkes „Immer noch Sturm“, das 2012 zum Stück des Jahres gewählt wurde, zu sehen und arbeitet auch mit Leander Haußmann in „Die Möwe" erneut zusammen.