Donnerstag, 29. Oktober 2015

Weben mit besonderer Technik

Webkunst – Workshop mit Uschi Schwierske
Ein Workshop „Webkunst“ mit Webmeisterin Uschi Schwierske findet am Sonntag, 1. November von 11 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt.

Jetzt im Herbst sind die wunderbaren radförmigen Netze der Spinnen im Morgentau gut zu beobachten. Von diesen Netzen sollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops inspirieren lassen, wenn sie im
runden Reifen mit der besonderen Technik des Drehers weben. 
Dabei entstehen je nach Intuition und Material filigrane Sterne, Kristalle oder eben Spinnengewebe. 
Der Workshop findet im Rahmen des kreisweiten kUEhn-Werkstatt-Wochenendes des Kulturnetzwerkes Uelzen statt. Teilnehmen kann jeder ab 8 Jahren.

Kosten: Für Kinder und Jugendliche ist der Workshop frei, Erwachsene zahlen 10 Euro inkl. Museumseintritt. Aufgrund der auf acht Personen begrenzten Teilnehmerzahl wird um Voranmeldung bis zum 27. Oktober bei Uschi Schwierske gebeten, Tel.: (05802) 4875, Mail: uschw32@gmail.com

Dienstag, 27. Oktober 2015

Eckhard Geffert betreut Mitgliederwerbung

Museum sucht Mitstreiter

Er lebt zwar seit Jahren nicht mehr im Kreis Uelzen, bezeichnet sich selbst aber immer noch als „alten Uhlenköper“. Und so weit weg liegt Melbeck, sein Wahlheimatort, ja nun auch nicht! Eckhard Geffert, alter Uelzener und seit der Gründung des Museumsdorfes Hösseringen mit dem Herzen auch Hösseringer, betreut seit einigen Monaten die Mitglieder des Museumsvereins. Vor allem möchte er neue Mitglieder und Mitstreiter werben. „Viele Vereinsmitglieder sind 1975 im Zuge der Gründung des Museums eingetreten“, sagt er mit Blick auf die Liste, die mit gut 500 Namen zwar im Vergleich umfangreich ausfällt, aber dennoch dringend neuer Einträge bedarf.

Eckhard Geffert wurde im Jahre 1950 in dem kleinen Ort Dallahn im östlichsten Zipfel des Landkreises Uelzen geboren. Seine Eltern führten einen landwirtschaftlichen Betrieb und auch er schlug nach der Schule die landwirtschaftliche Laufbahn ein. Irgendwann musste er sich jedoch damit abfinden, dass der Betrieb zu klein war, um den Erfordernissen der Zukunft zu entsprechen, und Eckhard Geffert wechselte in die öffentliche Verwaltung. Auch dieser Lebensabschnitt ist seit einiger Zeit vorüber. Doch ohne eine sinnvolle Aufgabe mochte Eckhard Geffert nicht in den Ruhestand gehen, deshalb ließ er sich als Schiedsmann in der Samtgemeinde Ilmenau anheuern – und bot dem Museumsdorf seine Unterstützung an. Den Anstoß dazu gab auch die Auflösung der elterlichen Hofstelle im Jahr 2013. Viele Stücke des Inventars bot die Familie dem Museumsdorf an. „Ich war überrascht, dass das Museum an diesen Dingen interessiert war und sogar die Hofakten übernommen hat“, erzählt er. Sein Großvater und auch sein Vater haben jedes Jahr ein Notizbuch geführt, in dem sie täglich akribisch eintrugen, was auf dem Hof passierte. Nun liegt das „Tagebuch“ zusammen mit anderen Schriftstücken im Museumsarchiv. „Dass auch dieser Nachlass interessant sein könnte, wusste ich vorher nicht. Aber ich bin froh, dass die Unterlagen für die Nachwelt erhalten bleiben“, freut sich Eckhard Geffert, der vor einiger Zeit den Museumsarchivar, Herrn Dr. Vogtherr besuchte und einen Einblick in die Archivaliensammlung nehmen durfte. „Es sind sogar alte Kochbücher erhalten“, erzählt er.

Seit diesem Jahr betreut Eckhard Geffert offiziell die Mitgliederwerbung für das Museumsdorf und würde sich über „Nachwuchs“ freuen. Interessenten können sich gerne unter 04143-8829 oder per Mail unter e.geffert@museumsdorf-hoesseringen.de melden.



Montag, 26. Oktober 2015

Kleine Episode rund um den Apfel

Und hier ist nun auch ein kleiner Film von der Führung rund um den Apfel. Vielen Dank an Pomologin Eva-Maria Heller für die schöne und kenntnisreiche Führung!



Celler Dickstiel und Apfel aus Uelzen

Pomologin Eva-Maria Heller stellt Geschichte des Apfels vor
Das hätte Pomona, der Göttin der Früchte, gefallen: Rund 30 Gäste waren am Sonnabend zur (Ver)Führung rund um den Apfel ins Museumsdorf Hösseringen gekommen. Mit einem Gang durch die Häuser und Gärten des Museumsdorfes leitete Eva-Maria Heller aus Waddekath von der Geschichte des Apfels zur
Verkostung derselben über, mitgebracht hatte die Pomologin dazu reiche Ernte aus ihrem heimischen Garten - und sie machte Lust auf mehr. "Äpfel, die heute in den Supermärkten angeboten werden, kann man nicht mit verbundenen Augen am Geschmack erkennen", erläutert die Fachfrau, denn diese seien auf Haltbarkeit und Robustheit auch für lange Transportwege gezüchtet. Alte Apfelsorten dagegen schmecken nicht nur aromatisch in vielen Variationen, sondern sie sind auch gut für die Gesundheit. "Das wusste schon Hildegard von Bingen", so die Fachfrau. Dass aufgeschnittene Äpfel braun werden, sei nämlich ein gutes Zeichen. "Ein Apfel, der Säure enthält, bildet wertvolle Stoffe, die das Immunsystem unterstützen."

Rund 8000 Apfelsorten gibt es heute weltweit und einige sind auch im Museumsdorf Hösseringen heimisch. Hier widmet man sich bereits seit den 90er Jahren der Geschichte des Obstes, denn zur Präsentation alter Häuser gehören auch deren Gärten. "Auch Esskultur spiegelt Alltagskultur wider", so Eva-Maria Heller im Haus aus Oldendorf, wo in der Ausstellung Gerichte aus dem 16. Jahrhundert vorgestellt werden - und die waren nicht gerade vielseitig. Bei Grütze und wenig frischer Nahrung in den
Wintermonaten war es um so wichtiger, Obst über die kalte Jahreszeit zur Verfügung zu haben. Wie zum Beispiel den Weihnachtsapfel, der zum Nikolaus und am Heiligabend auf den Gabentellern lag. Die rote Sternrenette gehört zu diesen lange haltbaren Sorten, die bis ins Frühjahr frisch bleiben und gerne mit dem Brautapfel verwechselt werden. Die süße Renette oder der Calville sind nämlich auch rot wie die Liebe und klein - damit die Braut die Äpfel in die Hochzeitsgesellschaft
werfen kann.

Seit dem 18. Jahrhundert förderte die in Celle gegründete Königliche Landwirtschaftsgesellschaft den Obstbau in unserer Region. Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, der als König Georg der III. auf dem englischen Thron saß, förderte die Umsetzung fortschrittlicher englischer Landwirtschaftsmethoden auch in der Lüneburger Heide und aus Celle als Zentrum des Obstbaus stammt nicht nur der Celler Dickstiel, sondern auch Schiebers Taubenapfel, benannt nach Johann Ludwig Schiebler, Gründer der Celler Baumschule. Die nachhaltigste Verbreitung unter den Lokalsorten der Lüneburger Heide aber fand der Apfel aus Uelzen, auch Uelzener Kalvill, eine von dem Uelzener Postmeister Johann Heinrich Hoefft gezogene Sorte.

Nach dem Gang durch das Museumsdorf folgte die Verkostung mit dem Prinzessinnenapfel zum Auftakt, anschließend konnte Pomologin Heller noch den einen oder anderen Tipp zu mitgebrachten Apfelsorten geben.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Lichte stippen und altes Handwerk

Das Ende der diesjährigen Saison rückt heran, das Museumsdorf schließt am 31. Oktober seine Türen und Tore. Bevor die Lichter ausgehen, soll es im Kötnerhaus aber noch einmal hell werden: Von Sonnabend, 24. Oktober, bis zum Sonntag, 25. Oktober, lädt das Museumsteam Kinder und Erwachsene zum Lichte stippen ein. Diese traditionelle Form der Kerzenherstellung können Kinder gegen eine geringe Kostenerstattung  selber ausprobieren. Größere Stipplichte können erworben werden.

Georg Zaja aus Bienenbüttel zeigt außerdem, wie vielseitig man die Kerzen verzieren kann. Eine Spezialität aus Schweden und Dänemark sind dreiarmige Kerzen, die unter anderem zum "Lucia-Fest" in Gebrauch waren.
Am Sonntag, dem 25. Oktober wird außerdem in der Schmiedewerkstatt, der Weberei und an der Gattersäge gearbeitet.



Angemeldete Besuchergruppen werden auch während der winterlichen Schließzeit gerne durch das Museum geführt, dafür ist allerdings eine Anmeldung unter 05826 / 1774 erbeten.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Weben mit besonderer Technik

Webkunst – Workshop mit Uschi Schwierske
Ein Workshop „Webkunst“ mit Webmeisterin Uschi Schwierske findet am Sonntag, 1. November von 11 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt.

Jetzt im Herbst sind die wunderbaren radförmigen Netze der Spinnen im Morgentau gut zu beobachten. Von diesen Netzen sollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops inspirieren lassen, wenn sie im runden Reifen mit der besonderen Technik des Drehers weben. Dabei entstehen je nach Intuition und Material filigrane Sterne, Kristalle oder eben Spinnengewebe.

Der Workshop findet im Rahmen des kreisweiten kUEhn-Werkstatt-Wochenendes des Kulturnetzwerkes Uelzen statt. Teilnehmen kann jeder ab 8 Jahren.

Kosten: Für Kinder und Jugendliche ist der Workshop frei, Erwachsene zahlen 10 Euro inkl. Museumseintritt. Aufgrund der auf acht Personen begrenzten Teilnehmerzahl wird um Voranmeldung bis zum 27. Oktober bei Uschi Schwierske gebeten, Tel.: (05802) 4875, Mail: uschw32@gmail.com

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Ein Haus zieht um

 Zu einer Führung mit dem Thema „Wie kommt ein Haus ins Museum? Methoden der Umsetzung historischer Gebäude“ lädt das Museumsdorf Hösseringen am Freitag, 16. Oktober von 15 bis 17 Uhr ein. Dr. Hans-Jürgen Vogtherr wird technische Lösungen der Translozierung erläutern und dabei der Frage nachgehen, ob man ein Haus so umsetzen sollte, wie es vorgefunden wurde und auf welche Weise die Geschichte des Hauses sichtbar gemacht werden kann. Wichtig für diese Entscheidungen
ist die Aufgabe, die das umzusetzende Gebäude im Museumsdorf haben wird.

Im Rahmen eines Rundganges wird der Museums-Archivar beispielhaft für einzelne Gebäude wie etwa den Brümmerhof darlegen, wie im konkreten Fall vorgegangen wurde und welche Voraussetzungen zu beachten waren. "Bereits im Jahre 1983 führte das Museumsdorf mit dem Torhaus aus Thielitz eine Ganzteiltranslozierung durch, das war damals neu und richtungsweisend", so Vogtherr, der auch darauf eingehen wird, wie sich die Methoden und die Sichtweisen innerhalb der Museen in den vergangenen Jahren verändert haben - von der völligen Zerlegung der Gebäude bis hin zum Transport von großen Gebäudeteilen im Verbund. Darüber hinaus wird er erklären, nach welchen Gesichtspunkten Gebäude für die Umsetzung ins Freilichtmuseum ausgewählt werden. Treffpunkt ist um 15 Uhr im Eingangsgebäude.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Äpfel, Kerzen und altes Handwerk


Zum Saisonschluss

Mehrere Aktionen warten auf die Besucher des Museumsdorfes Hösseringen am Wochenende 24. und 25. Oktober:

Früchte der Lokalsorte "Apfel aus Uelzen"





Rund um den Apfel:
Am Sonnabend, 24. Oktober von 14 bis 15.30 Uhr ist der Pomologe Reinhard Heller zu Gast im Museumsdorf. Der Apfelkundler stellt alte Apfelsorten der Region vor und lädt zu deren Verkostung ein. Die Teilnahme an dieser Aktion ist kostenlos, es wird lediglich der übliche Museumseintritt erhoben.





Alte Obstsorten sind derzeit wieder im Trend, unvergessen ist beispielsweise der Uelzer Rambour, der Grafensteiner oder die Ananas-Renette – alles Sorten, die früher in unserer Gegend angebaut worden sind. Vorfahre unserer heutigen vielfältigen Kulturapfelsorten ist vermutlich der Holzapfel, eine kleine, harte und recht herbe Frucht.
Neben der Nahrungsquelle sind Apfel- und andere Obstbäume ein wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft. Sie haben in Ortschaften und in der Agrarlandschaft große Bedeutung für die Bereicherung des Landschaftsbildes, als Biotopvernetzungslinien, als Pollen- und Honigspender für viele Insekten und als Singplätze für Feldvögel.

Mitarbeiterinnen der Firma Karl Hinrichs (Uelzen) bei der Apfelernte in den  fünfziger Jahren.  Abb aus: Reinhard Heller: „Von unseren  Obstbäumen träume ich noch manchmal...“,  Hrsg. im Auftrag des Museumsdorfes Hösseringen 2007


Kerzen ziehen:
Von Sonnabend, 24. Oktober, bis zum Sonntag, 25. Oktober, lädt das Museumsteam Kinder und Erwachsene zum Lichte stippen mit Georg Zaja aus Bienenbüttel ein. Die traditionelle Form der Kerzenherstellung können Kinder gegen eine geringe Kostenerstattung selber ausprobieren. Die Zuschauer erfahren, wie vielseitig man die Kerzen verzieren kann. Eine Spezialität aus Schweden und Dänemark sind dreiarmige Kerzen, die unter anderem zum "Lucia-Fest" in Gebrauch waren.



Am Sonntag, dem 25. Oktober wird außerdem in der Schmiedewerkstatt, der Weberei und an der Gattersäge gearbeitet.

Montag, 12. Oktober 2015

Wissenschaftler und Laien an einem Tisch


2. Tag des Heimatwissens in Hösseringen zusammen mit der 43. Herbsttagung des HALD
Kürzlich fand der zweite Tag des Heimatwissens im Museumsdorf Hösseringen statt. Der Niedersächsische Heimatbund e.V. (NHB), das Museumsdorf Hösseringen und der Heimatkundliche Arbeitskreis Lüchow-Dannenberg e.V. (HALD) luden hierzu sowohl interessierte Heimat- und Laienforscher als auch Wissenschaftler ein.

Bereits im Rahmen der ersten Tagung in Cloppenburg hatte es positive Rückmeldungen zum Thema gegeben, deshalb sollte auch in Hösseringen die Bedeutung der Laienforschung als Bürgerwissenschaft („Citizen Science“) in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Intention dieser Tagung war es, die ehrenamtliche und die institutionalisierte Forschung zu einem Dialog zusammenzubringen. „Ich freue mich, dass die zweite Tagung in Hösseringen stattfand. Wenn wir unsere Region und das Museum weiter
entwickeln möchten, müssen wir auch das Wissen über diese Region erweitern - nicht nur an den wissenschaftlichen Institutionen, sondern auch hier vor Ort. Diese Tagung bietet dazu eine gute Gelegenheit“, so Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm, der mit seinem Referat „Das Objekt im Museum: Wie Sammlungen entstehen“ auf die Bedeutung der Sammlung als Grundlage eines Museums einging. Eine gute regionale Vernetzung sei eine wichtige Voraussetzung dafür. „Das ehrenamtliche Engagement und die Zusammenarbeit mit Heimatforschern sind dabei sehr wichtig, denn sie entlasteten nicht nur unsere Mitarbeiter, sondern bringen auch viele neue Impulse mit sich“, so Brohm.

Prof. Dr. Hansjörg Küster, Präsident des NHB, ging in seinem Vortrag „Heimatforschung als Basis für die Heimatpflege!“ auf das Landnutzungssystem der Heide ein und machte deutlich, dass Heimatpflege, lokale Forschung und universitäre Wissenschaft Hand in Hand vorgehen können, um ein Bewusstsein für Heimat in der Öffentlichkeit zu schaffen.
Anschließend brachte Wolfgang Jürries, Vorsitzender des HALD, den Zuhörern mit seinem Vortag „Heimatwissen vor Ort – Beispiele aus dem Arbeitskreis Lüchow-Dannenberg“ die vielen Chancen und Problematiken von Heimatforschung näher und erklärte, dass der Austausch von Wissen in Arbeitsgruppen enorm wichtig für die Arbeit der Laien sei.
Philipp Nordmeyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Hannover, zeigte in seinem Vortrag „Bewegte Geschichte – Filme als Teil der Heimatforschung“ diverse Perspektiven historischer Forschung mit Filmen und Bildern auf. Abschließend stellten Burghard Kulow und Torsten Schoepe vom Rundlingsverein in ihrem Referat „Geschichte in Bildern – Die Online-Datenbanken „Wendland-Archiv“ und „Damals im Wendland“ die gleichnamigen Internetseiten vor, in denen historische Bilder aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg veröffentlicht und durch Texte und Informationen ergänzt werden können.
Am Nachmittag ging es in dem von Martin Stöber geleiteten Workshop „Veröffentlichungen“ um die Erstellung einer Dorfchronik. Der Mitarbeiter des Niedersächsischen Instituts für Historische Regionalforschung gab Tipps und Ratschläge zu neuen Formen der Veröffentlichung und wies auch auf Probleme und Hürden hin.

Abschließend trafen sich alle miteinander zu einer Abschlussdiskussion in der die Leitfrage „Was braucht die Heimatforschung in Niedersachsen?“ rege diskutiert wurde. Frau Dr. Julia Schulte to Bühne, Geschäftsführerin des NHB, brauchte kaum anregende Fragen zu stellen. Viele Wünsche wurden von ehrenamtlichen Forschern selbstständig vorgetragen und vom NHB aufgegriffen. Der angeregte Austausch wird in die weitere Arbeit des NHB einfließen.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Unser Film über das Erntedankfest

Hier ist nun auch unser Film zu sehen:


Ansturm auf dem Kartoffelacker

Ernterdankfest mit vielen Gästen gefeiert
Marten aus Suderburg hat jede Menge zu tun an diesem Erntedank-Sonntag. Er ist im Museumsdorf Hösseringen unterwegs und hat schon den Spielplatz besucht, den Panzer inspiziert, den Schredder und die Dreschmaschine bei der Arbeit beobachtet und beim Schmied seinen eigenen Haken geschmiedet. Am besten aber findet er den großen Traktor gleich neben der alten Dampflokomobile: „Weil ich da raufsteigen und
mir alles genau ansehen kann“, erzählt der Siebenjährige begeistert. „Man sieht die Unterschiede zwischen früher und heute. Mein Opa hatte früher auch einen Trecker, der war ungefähr so groß wie die Vorderreifen von diesem“, ist er sich sicher.

Es ist Erntedank-Sonntag im Museumsdorf und knapp 2000 Gäste sind gekommen. „Damit sind wir sehr zufrieden“, so Ute Mannsperger, die diesmal nicht nur an der Kasse steht, sondern
auch an der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt ist. Als der Posaunenchor Eimke anstimmt, ist kein Platz mehr frei im Brümmerhof und Pastor Matthias Dittmar freut sich über den Zuspruch an diesem besonderen Tag.
Auch das weitläufige Freigelände wirkt ganz verändert, denn an allen Ecken knattert, rattert, dampft und scheppert es. Bernd Müller an der Dampflokomobile muss aufpassen, dass immer genug Druck auf dem Ofen ist, damit die Dreschmaschine in Gang gesetzt werden kann.
Dicke Garben Stroh fallen anschließend aus dem Maul der gewaltigen Maschine, die einst im Standard-Werk Bevensen hergestellt worden ist.
Gleich nebenan wandern die dicken Garben in die Häckselmaschine. Die wird per Pferdestärken angetrieben und macht aus den langen Halmen einen staubig-gelben Haufen. „Das gehäckselte Stroh hat man früher als Pferdefutter und als Einstreu für das Geflügel gebraucht. Hier im Museum wird es für den Lehmbau verwendet“, weiß Dirk Kassebaum, der heute mit seinen
Söhnen und drei Pferden den Göpel betreibt. Geduldig dreht Norweger-Dame Frieda mit Hauke auf dem Rücken ihre Runden. Fohlen Matthes darf dabei zusehen, denn er ist noch ein wenig ängstlich.
Gedränge herrscht auch am Stand der Landjugend, wo Hendrik Grafelmann am Glücksrad Dienst tut. Glücklich machen die jungen Leute ihre Gäste an diesem Tag außerdem mit Äpfeln, die sie kostenlos verteilen, und natürlich mit Kaffee und Kuchen.
Auch auf dem Acker herrscht emsiges Treiben, denn jeder darf heute seine eigenen Kartoffeln ernten. Matthes Bilke aus Uelzen hat schon eine reiche Ausbeute einfahren und freut sich darüber, hier im Museum einfach einmal nach Herzenslust „buddeln“ zu können. Die kleine Feline sortiert derweil konzentriert ihren Korb und wundert sich gar nicht, dass ihre Kartoffeln ganz rot aussehen. Und so nimmt jeder etwas mit nach Hause an diesem Erntedank-Tag.

Freitag, 2. Oktober 2015

Alte Technik begeistert

Das Horizontalgatter wurde um 1920 von der Firma Adolf Müller in Scheeßel gebaut. Wo es ursprünglich stand, ist nicht mehr bekannt. 1946 übernahm es der Stellmacher Ernst Heitsch in Deutsch Evern, Landkreis Lüneburg, und stellte es auf seinem Grundstück auf. Zunächst wurde nur das Gatter überdacht. In den Jahren 1947/48 folgten die Schienenstränge. 1984 wurde schließlich noch ein Schuppen hinzugefügt. Alle Gebäudeteile sind als Holzkonstruktion mit Holzschalung und Pappdach ausgeführt. 1998 wurde die Anlage in das Museumsdorf umgesetzt. 


Ernst Heitsch sägte mit dem Horizontalgatter, das von einem Elektromotor angetrieben wurde, in erster Linie starke Bohlen, aus denen er Felgen von Ackerwagen fertigte.
Das Sägegatter mit Schuppen ist das erste Gebäude der im Museum geplanten Baugruppe zum Stellmacherhandwerk. Dort soll das für die Landwirtschaft in vorindustrieller Zeit so wichtige Handwerk umfassend dargestellt werden. Die technische Entwicklung und der Arbeitsalltag der Stellmacher werden anhand von zwei Werkstattgebäuden aus unterschiedlichen Epochen deutlich gemacht. Eine Werkstatt wird die Zeit bis ca. 1900 zeigen, eine weitere von ca. 1920 mit elektrisch betriebenen Maschinen die Zeit nach der Elektrifizierung.