Montag, 12. Dezember 2016

Der Neue „Zweite Mann“ in Hösseringen

Hauke-Hendrik Kutscher ist seit dem 1. November Stellvertretender Museumsleiter
Er ist der neue zweite Mann im Museumsdorf Hösseringen: Am 1. November hat Dr. Hauke-Hendrik Kutscher seinen Dienst im Freilichtmuseum angetreten. In der Nachfolge von Günther Reimers, der in diesem Jahr in den Ruhestand ging, kümmert er sich fortan um die Museumspädagogik, um das Veranstaltungsmanagement sowie um den Bereich Technik und Gebäudeunterhaltung. 

Hinzu kommen Mitwirkung bei der Betreuung der Sammlungen und der Gestaltung von Ausstellungen. Ein breit gefächertes Aufgabenspektrum für den Historiker, der zuletzt im Freilichtmuseum Detmold tätig war. „Ja, das ist richtig, das war aber auch in der Ausschreibung so dargestellt“, bestätigt er. Und genau dieses umfangreiche, aber eben auch vielfältige Arbeitsfeld erschien ihm spannend. Zudem hatten die Erfahrungen in Detmold in ihm den Wunsch reifen lassen, weiterhin in einem Freilichtmuseum tätig zu sein, aber auch neue Erfahrungen zu sammeln. Da passte die Ausschreibung in Hösseringen.

Hauke-Hendrik Kutscher wurde 1974 in Rinteln im Landkreis Schaumburg geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte er seinen Zivildienst beim Rettungsdienst Bückeburg, eine wichtige Erfahrung, sagt er rückblickend, „weil man die eigenen Grenzen austestet und lernt, Dinge zu tun, die man sich nicht zugetraut hätte.“ Einen Bezug zur Geschichte hatte er schon in jungen Jahren, bereits als Schüler arbeitete er ehrenamtlich in einem Verein bei der evangelischen Landeskirche mit. Der kümmert sich um Gedenkstätten und organisiert auch Schüleraustauschprogramme mit Polen, die einen historischen Bezug haben. „Damals ist die Idee gereift, Geschichte zu studieren“, erinnert er sich. Hauke-Hendrik Kutscher schreibt sich in Bielefeld an der Fakultät für Geschichtswissenschaft ein, Neuere Geschichte und Zeitgeschichte sind seine Schwerpunkte, als Nebenfach wählt er Jura. Um Rechtsgeschichte geht es auch in seiner Doktorarbeit, die er 2014 abschließt. 2013 findet Hauke-Hendrik Kutscher eine Anstellung als Wissenschaftlicher Volontär beim Freilichtmuseum Detmold, hier wird er dann auch Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dokumentar. Zur Bewerbung in Hösseringen entschließt sich der junge Wissenschaftler, weil er gerne weitere Erfahrungen sammeln und auch mal „handfest arbeiten“ möchte. Deshalb gefällt ihm gerade der erweiterte Verantwortungsbereich. „Es macht mir Spaß, zwischen Wissenschaft und der Arbeit mit den Besuchern zu pendeln“, sagt er. Auch das passe im Museumsdorf, wo jeder über seinen Tellerrand schauen muss, damit der „Betrieb am Laufen bleibt“. „In Detmold gab es für alle Bereiche eigene Abteilungen, das ist in unserem kleinen Team gar nicht möglich“, fasst er zusammen. Die Lüneburger Heide ist für Hauke-Hendrik Kutscher, der oft Verwandte in Schneverdingen besuchte, zudem eine Landschaft mit Kindheitserinnerungen. So war dann auch der private Umzug nach Suderburg keine Frage.

Im Museumsdorf hat er sich als erstes mit dem Kunsthandwerkermarkt beschäftigt, der stand gerade ins Haus, als er im November seinen Dienst begann. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden“, erzählt er, besonders beeindruckt habe ihn das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer. Jetzt gehe es darum, die neue Saison vorzubereiten. Der Veranstaltungsplan steht weitgehend, ein Höhepunkt wird wieder das Schlepper-Veteranentreffen sein. Wichtig ist Hauke-Hendrik Kutscher die Ausweitung von Angeboten für Familien mit Kindern, aber auch für Senioren und Menschen mit Einschränkungen. „Da ist das Museum auf einem guten Weg“, fasst er zusammen. Auch der Zustand der Häuser müsse im Auge behalten werden, denn im Museumsdorf ist immer etwas instand zu halten oder zu restaurieren. Schließlich kann er sich gut vorstellen, ökologische Aspekte noch stärker als bisher zu thematisieren. Hier könnten die Museumsgärten gut eingebunden werden. Insgesamt geht es Hauke-Hendrik Kutscher darum, den Bildungsauftrag des Museums gut mit dessen Erholungs- und Freizeitwert zusammenzuführen. „Gelungene Museumsarbeit bedeutet für mich zum Beispiel, wenn Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln kommen und dann vielleicht auch aus ihrem eigenen Leben erzählen“.

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