Donnerstag, 31. März 2016

Selbst einen Bienenkorb flechten

Am Sonntag, dem 24. April von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr sind die Imker im Museumsdorf zu Gast: Unter der fachkundigen Leitung von Wulf-Ingo Lau vom Institut für Bienenkunde Celle und Mitgliedern des Kreisimkervereins Uelzen lernen die Teilnehmer, wie ein Bienenkorb geflochten wird. Entstehen werden traditionelle Bienenkörbe, wie etwa der „Lüneburger Stülper“. Die in traditioneller Technik aus zusammengenähten Strohwülsten gefertigten Körbe halten bei guter Pflege sicher länger als einhundert Jahre.
Interessierte Besucher können sich „schlau sehen“ und im Gespräch mit den Teilnehmern vieles über die traditionelle Lüneburger Korbimkerei und die Schwarmbienenzucht erfahren. Die Korbimkerei ist heutzutage sehr selten geworden. In dem 1731 erbauten Speicher des Brümmerhofes zeigt das Museumsdorf eine Ausstellung zur Schwarmbienenzucht als Bestandteil der bäuerlichen Wirtschaft in der Lüneburger Heide. Zu sehen sind nicht nur die unterschiedlichen Korbtypen, sondern auch die Arbeitsgeräte der Imker sowie eine komplett eingerichtete Imkerwerkstatt.

Heidelandschaft mit Schäfer und Immenzaun im Hintergrund.
Aus: Walter Gröll "Auf alten Heidewegen"


Anmeldung beim Vorsitzenden des Kreisimkervereins Uelzen, Hermann Hilmer, Tel. 0 58 26 / 2 62.

 
Mehr Infos über Imkerei in der Lüneburger Heide gibt es hier.

Dienstag, 29. März 2016

Deutsche Schrift lesen und schreiben

Achtung, übermorgen ist Anmeldeschluss!

Eine Themenführung mit dem Archivar des Museumsdorfes Hösseringen zum Thema „Deutsche Schrift lesen und schreiben“ findet am Freitag, dem 8. April von 15 bis 17 Uhr im Museumsdorf statt.

Der Gedanke, deutsche Schrift zu schreiben und zu lesen, ist aus der Erfahrung der Museumsarbeit entstanden. In vielen Familien sind ältere Schriften vorhanden, die häufig nicht mehr gelesen werden können, weil die ehemalige „deutsche Schrift“ nicht mehr in den Schulen, ja sogar nicht einmal mehr an Universitäten gelehrt wird. So schweigen diese alten Dokumente. Und noch schlimmer: Sie sind hochgradig gefährdet, weil sie häufig als nutzlos empfunden und weggeworfen werden.
Wer dagegen alte Handschriften lesen und verstehen kann, wird sie und die darin enthaltenen Informationen auch wertschätzen. Jeder, der sich mit der Geschichte beschäftigt, ob als Berufshistoriker oder als Bearbeiter von Familien- oder Ortsgeschichte, muss deutsche Schrift lesen können, wenn er alle Quellen nutzen möchte, die zur Verfügung stehen.
Im Rahmen der Themenführung soll vor allem das Schreiben im Vordergrund stehen, weil man dadurch die einzelnen Buchstaben später leichter identifizieren kann. Es gibt viele Fassungen der deutschen Schrift, an diesem Tag soll die sogenannte Sütterlin-Fassung, die am weitesten verbreitet war, im Mittelpunkt stehen. Bitte Schreibzeug (Bleistift und Radiergummi) mitbringen, Papier mit der Lineatur für deutsche Schrift gibt es bei der Veranstaltung. Eine Anmeldung bis zum 31. März ist erforderlich.

Sonntag, 27. März 2016

Frohe Ostern!

Am Ostermontag haben wir natürlich auch geöffnet und freuen uns auf viele Besucher.

So schön wie auf dem Foto blühen die Spalierbirnen am Brümmerhof zwar noch nicht, aber lange wird es nicht mehr dauern!

Montag, 21. März 2016

Eine Nase voll Museum

Saisonstart mit Armen Rittern, Hakenschmied und jeder Menge Düfte
Gut, dass in der Schmiede das Ofenfeuer brannte und im Kötnerhaus das Herdfeuer wohlige Wärme verbreitete. Denn so richtig gut hatte es das Wetter noch nicht gemeint, als am Sonntag im Museumsdorf die neue Saison mit einem abwechslungsreichen Aktionstag eingeläutet wurde. Trotzdem fanden bei Wind und Nieselregen viele Besucher den Weg ins Freilichtmuseum - und wem es auf dem Weg durch die historische Dorfanlage zu ungemütlich wurde, der nahm die Gelegenheit gerne wahr und wärmte sich am Feuer auf. Im Kötnerhaus gab es zudem einen Imbiss mit auf den Weg: Museumsmitarbeiterin Heike Dehrmann hatte „Arme Ritter“ vorbereitet. "Das Rezept ist denkbar schlicht", erläutert sie, „Einfach Milch mit Ei verquirlen, ein wenig würzen und altes Brot darin einweichen. Dann in der Pfanne braten - schon sind die "armen Ritter" fertig. Aus der Eisenpfanne am Herdfeuer schmecken sie allerdings viel besser, als zuhause.“
Hier ein kleiner Film:



Dass das alte Gericht nicht nur einfach zuzubereiten, sondern auch sehr lecker ist, bestätigte die Nachfrage. Auch Familie Sedello aus Hambühren hat gekostet, Holger Sedello kennt die Speise noch aus seiner Jugendzeit: „Da werden Erinnerungen wach!“ Besonders beeindruckt hat ihn beim Rundgang die Art der Sanierung der historischen Häuser. „Dass so viel originale Substanz erhalten geblieben ist und die Ergänzungen sichtbar gemacht wurden, fand ich spannend“, sagt er.

Ihren Kurzurlaub in Altenmedingen nutzte auch Familie Weber mit Sohn Hugo für einen Ausflug ins Museumsdorf. Während die Eltern vom großen Brümmerhof schwärmen, interessiert sich der Vierjährige mehr fürs Brotrösten und Schmieden.
Dass jeder Besucher in den Häusern des Museumsdorfes an Eindrücken nicht nur Bilder, sondern auch „eine Nase voll“ mitnimmt, findet Joachim Block besonders anregend. „Ich habe als Kind viel auf dem Bauernhof meiner
Großeltern gespielt und die unterschiedlichen Gerüche finde ich sowas von schön“, erinnert er sich, während Heike Dehrmann schon die nächsten Brotscheiben vorbereitet und der Rauch in alle Ritzen dringt.

Auch in der Schmiede raucht der Schornstein. Hier ist Hinrich Schulz bei der Arbeit. Er schiebt das Eisen ins Feuer und erläutert ganz nebenbei, was in der Werkstatt so alles zu sehen ist: „Hier wurden vor allem Beschläge für Ackerwagen
hergestellt und Werkzeuge repariert. Zwischendurch wurden Hufeisen und Nägel angefertigt.“ An diesem Sonntag aber produziert Schmied Hinrich jede Menge Haken, denn das geht schnell - und wer möchte, darf mithelfen und anschließend einen mitnehmen. So wie Noah aus Hankensbüttel. Zuvor aber muss der Achtjährige kräftig den Blasebalg ziehen und das Schmiedefeuer anfachen. „Das kann man nicht überall machen“, freut er sich. Auch am Sägegatter, in der Webstube und auf den
Dorfstraßen herrscht Betrieb. Die Norweger-Pferde von Familie Kassebaum lassen sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig drehen sie ihre Runden im Göpel, treiben die Häckselmaschine an und produzieren schon mal Material für kommende Haussanierungen.
Nur die zwei jungen Bentheimer Schweine, die seit kurzem im Museum zu Hause sind, machen sich rar und schlafen gemütlich unter ihrem dicken Strohhaufen. Die Besucher sehen es ihnen nach, denn bald werden sie sich eingewöhnt haben und dann geht es raus ins Gatter.

Freitag, 18. März 2016

Als "Bufdi" im Museumsdorf

Julian und Jonas erhalten Einblicke in die Museumsarbeit

Für Julian war die Einweihung des neuen Labors der Auslöser. Als vor zwei Jahren die Laborarbeitsplätze im Eingangsgebäude des Museumsdorfes Hösseringen eröffnet wurden, war er mit seinem Biologiekurs dabei – und so zögerte er nach erfolgreich bewältigter Abiturprüfung nicht lange und entschied sich für ein Jahr Bundesfreiwilligendienst im
Freilichtmuseum. Seit Oktober ist der Ebstorfer nun dabei und hat seither die Vielseitigkeit der Museumsarbeit kennengelernt: Aufbau der neuen Ausstellung zum Thema „Einzelhandel auf dem Land“, Transport von Exponaten, Mitmachen bei Aktionen. „Als ich angefangen habe, stand gerade das Erntedankfest vor der Tür. Da habe ich gleich bei den Vorbereitungen geholfen und dann die Kinderaktion „Kartoffelrösten am Lagerfeuer“ betreut“, erinnert er sich. Aber auch Arbeiten wie Garten- und Landschaftspflege
stehen auf der Tagesordnung. Am besten gefällt es Julian in der Restaurierungswerkstatt – und das hat er gemeinsam mit seinem „Bufdi-Kollegen“ Jonas aus Eldingen. Der begann nach Abschluss der 11. Klasse seinen Bundesfreiwilligendienst, womit er den praktischen Teil der Fachhochschulreife absolviert. Die Praxisluft wollte er „am liebsten im sozialen oder kulturellen Bereich“ schnuppern, um nach Erwerb des Fachabis zum Mediendesign-Studium nach Berlin zu gehen.
Auch Jonas kennt das Museum bereits aus Kindertagen, wie breit gefächert das Arbeitsspektrum hier ist, hätte er aber nicht gedacht. „Wie groß die Sammlungsbestände sind, das hat mich beeindruckt“, erzählt er. Insbesondere die Arbeit mit den Objekten hat ihm imponiert – ihre Geschichten zu erforschen, Hintergründe zu erfahren. Auch im Archiv und der Bibliothek erhielten die jungen Männer einen Einblick. Neben der fachlichen Arbeit schätzen sie die gute Arbeitsatmosphäre im Museumsdorf. „Wir sind von Beginn an gut integriert worden und werden mit unserer Arbeit ernst genommen“, fassen sie zusammen. Auch die Museumsmitarbeiter freuen sich über die Unterstützung durch die Jugendlichen. „Flexible junge Leute, die mit Blick von außen frischen Wind ins Museum bringen – das ist gut für uns“, sagt Museumspädagoge Günther Reimers. Deshalb sollen die Stellen auf jeden Fall kontinuierlich besetzt werden.

Der nächste Bundesfreiwilligendienst im Museumsdorf Hösseringen kann ab Juni angetreten werden. Wer sich dafür interessiert, kann unter 0 58 26 / 17 74 oder unter info@museumsdorf-hoesseringen.de direkt anfragen. Die Abwicklung übernimmt das Museumsdorf, jeder Bundesfreiwilligendienstler erhält ein Taschengeld von 250 Euro.

Mittwoch, 16. März 2016

Danke für den Film!

Liebe treue Blogleser!
Heute hat uns eine schöne Überraschung erreicht: Eine Familie aus Niedersachsen hat einen tollen Film über ihren Besuch des Erntedank- und Kartoffelfestes im Museumsdorf gemacht und uns zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Freitag, 4. März 2016

Basteln mit Naturmaterial



Eine Mitmachaktion für Kinder „Österliche Frühlingsdekoration aus Naturmaterialien basteln“ findet am Dienstag, dem 22. März von 11 bis 14 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt.


Gemeinsam sollen aus Zweigen, Moos und anderen Materialien, die die Natur schon bietet, schöne Schmuckstücke in Vorfreude auf das Osterfest gebastelt werden. Die Aktion ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet, ein Durchgang
dauert ca. 30 Minuten. Bitte festes Schuhwerk und lange Hosen mitbringen. Die Kosten betragen zwei Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Donnerstag, 3. März 2016

Was macht der Riese im Museumsdorf?

Mächtige Berge oder gar Felsvorkommen gibt es in der Lüneburger Heide zwar nicht - aber trotzdem ist unsere Gegend „steinreich“. Und schuld daran sind die Riesen. Drei der großen Gesellen lebten einstmals in der Gegend um Gifhorn, Uelzen und Celle, sie waren so groß wie Bäume und trieben ihren Schabernack mit den Menschen.
Nur den Fuhrleuten halfen sie, denn ihnen taten die Pferde leid, wenn sie sich durch die sandigen Heidewege quälen mussten. Oft kam es vor, dass die Riesen ein Fuhrwerk samt Pferden und Fuhrmann über die Sandschellen trugen, bis eine bessere Wegstrecke erreicht war. Eines Tages beschlossen sie, mitten durch die Heide eine Heerstraße zu bauen, doch es fehlte an Steinen. So machten sie sich auf den Weg in den Norden, wo sie große Stücke von den Bergen brachen und in die Heide brachten. Zwei große Haufen schichteten sie bei Uelzen auf. Als sie nun mit dem Bau beginnen wollten, wurden sie von einem Bienenschwarm überrascht, denn ein fleißiger Imker hatte während ihrer Abwesenheit einen Bienenzaun aufgebaut. Die Tiere flogen eifrig über die lila Heideblüten und so manche fiel den großen Füßen der Riesen zum Opfer. Wütend machten sie sich über die Grobiane her - und diese wussten sich nicht anders zu helfen, als mit ihren Steinen nach den Bienen zu werfen. Sie warfen mit solcher Gewalt, dass manche Steine tief in den Boden sanken und alle Felder von Steinen bedeckt wurden.
So kommt es, dass es die Heidebauern nicht leicht haben. Um den Acker urbar zu machen, müssen zunächst einmal die zahllosen Feldsteine abgesammelt werden. Und trotzdem liegen nach jedem Pflügen neue da. „Sie wachsen aus dem Boden“ heißt es in der Gegend und noch heute liegen an allen Ackerrändern Feldsteinhaufen. Tatsächlich stammen die kleinen Feldsteine ebenso wie die großen Findlinge aus dem Norden. Das Eis der Eiszeiten brachte sie in unsere Gegend und sie werden seit Jahrhunderten vielfältig genutzt. Feldsteinkirchen, Wege und Straßen, Brücken, Hausfundamente und alte Denkmale erzählen davon...


In der Ausstellung "Steinreiche Heide" im Museumsdorf wird gezeigt, wie die Menschen die Steine nutzten. Hier ist das 5.000 Jahre alte Großsteingrab aus Lehmke wiederaufgebaut worden und auch ein Riese hat hier sein Zuhause gefunden.

Ab dem 15. März ist das Museumsdorf wieder geöffnet. Der Riese freut sich auf Besuch!

Mittwoch, 2. März 2016

Schmieden, Weben und „Arme Ritter“

Aktionen zum Saisonstart
Am Sonntag, dem 20. März beginnt die diesjährige Saison im Museumsdorf Hösseringen mit einem abwechslungsreichen Aktionstag mit Angeboten für die ganze Familie: Von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr zeigt der Schmied in der Schmiedewerkstatt sein traditionelles Handwerk, das Sägegatter aus der Zeit um 1920 ist in Betrieb, eine Weberin arbeitet am historischen Webstuhl und gibt Auskunft zum Thema „Spinnen und Weben“.
Die kleinen Besucher können alte Arbeitsweisen in der Schmiede und am Kinderwebstuhl ausprobieren oder im Kötnerhaus aus Bahnsen beim Backen auf der offenen Herdstelle ausprobieren, ob „Arme Ritter“ wohl schmecken.

Aber auch zwischen den Veranstaltungstagen ist das Museumsdorf Hösseringen immer einen Besuch wert. Auf zehn Hektar Freigelände entstehen ein Haufendorf, wie es für die Lüneburger Heide typisch ist, und mit dem Brümmerhof ein einstelliger Hof der Zentralheide, dessen beeindruckendes Haupthaus aus dem Jahre 1644 stammt. Auf dem kleinen oder großen Rundweg durch das Museum können Besucher erleben, wie die Menschen in der Zeit von 1600 bis 1950 gelebt haben.

Das Museumsdorf beherbergt mittlerweile 27 historische Bauten aus der Region, die nach und nach umgesetzt und liebevoll restauriert worden sind. Auf diese Weise entstand die Anmutung einer alten Dorfanlage, die mit ihren Wohnhäusern, Werkstätten, Ställen, vielfältigem landwirtschaftlichem Gerät und abwechslungsreichen Ausstellungen zu einem Ausflug in die Vergangenheit einlädt. In zugehörigen Gärten wachsen traditionelle Kräuter, Gemüse und Blumen. Daneben werden kleinere Ackerflächen mit alten Kulturpflanzen wie Buchweizen, Flachs, Roggen, Topinambur (Süßkartoffel), Kartoffeln und Rüben bestellt.
An den Sonntagen zeigen entweder ein Schmied oder eine Weberin ihr altes Handwerk. Ausstellungen zu den Themen Backen, Imkerei, Schafhaltung, Spinnen und Weben, Landtechnik und Schmiedehandwerk führen anschaulich typisch ländliche Arbeitsbereiche vor. In der großen Ausstellungsscheune wird im Mai die neue Sonderausstellung zum Thema „Ländlicher Einzelhandel“ eröffnet.
Der Heideentdeckerpfad, der durch das ausgedehnte Freigelände führt, vermittelt den großen und kleinen Besuchern an 18 Info-Stationen viel Wissenswertes und Spannendes über die Entstehung der Kulturlandschaft Lüneburger Heide und die darin vorkommenden Tiere. Das Museumsdorf ist außerdem Ausgangspunkt des "Waldgeschichtspfades Schooten" und des "Kulturhistorischen Wassererlebnispfades Hardautal".