Mittwoch, 29. Juni 2016

Weben mit Naturmaterialien

Eine Mitmachaktion „Weben mit Naturmaterialien “ findet am Sonntag, dem 3. Juli von 13 bis 14 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt. Familien, Erwachsenen und Kinder haben die Möglichkeit, kreativ zu werden und an einem großen Webrahmen mit Naturmaterialien wie Gräsern, Wolle oder dünnen Ästen phantasievolle Muster zu weben.

Dienstag, 28. Juni 2016

Augenblicke, die Geschichten erzählen

Andreas Schüring: Steinkauz / Emsland
Fotoausstellung „Natürlich Niedersachsen“ eröffnet
Ob die Maus ahnt, was gleich passieren wird? Ruhig äugt sie von einem verwitterten Holzbalken in die Welt, ohne die drohende Gefahr wahrzunehmen, die direkt hinter ihr im Anflug ist. Nur Sekunden werden vergehen, bis der Steinkauz mit seiner noch ahnungslosen Beute davonfliegen wird. Ein Augenblick erzählt eine Geschichte - und diese kommt ganz ohne Worte aus. Die Fotografie ist ihr Medium.

Foto: Christine Kohnke-Löbert
Andreas Schüring hat den flüchtigen Moment von Jäger und Beute im Bild festgehalten. Er ist einer von 17 Fotografen, die derzeit ihre Arbeiten im Museumsdorf Hösseringen zeigen. „Natürlich Niedersachsen“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung, die seit Sonntag im Obergeschoss der Ausstellungshalle gezeigt wird. Sie erzählt viele solcher kleinen und großen Geschichten – und sie alle bleiben wortlos, verlassen sich ganz auf den Augen-Blick.
„Niedersachsen in aller Vielfalt zeigen“, das ist
Dieter Damschen: Elbe / Wendland
das Anliegen der Schau, die von der Regionalgruppe Niedersachsen der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) in Szene gesetzt worden ist. Wobei der Name „Tierfotografen“ täuscht, denn gezeigt werden auch wunderschöne Landschaftsbilder sowie Aufnahmen von Bäumen und Makroaufnahmen von Pflanzen. Die Bandbreite ist groß, ebenso wie die Blickwinkel der Fotografen. „Wir möchten Bilder zeigen, die den Betrachter vielleicht auf den Gedanken bringen zu sagen „das habe ich ja noch nie so gesehen’“, fasst Klaus Thormeier
Foto: Christine Kohnke-Löbert
von der GDT zusammen. „Diese Ausstellung passt gut zu uns ins Museum“, bestätigt auch Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm. „Auch wir erzählen kleine Geschichten, fernab der ‚großen Welt’ mit dem Blick auf das Detail. Das haben die Fotografen auch getan.“
Neben der besonderen Perspektive und dem fotografischen Können geht es den Ausstellern auch darum, Pflanzen und Tiere zu zeigen, deren Lebensraum gefährdet ist. Trotz der Schönheit der Aufnahmen ist es keine heile Welt, die in den 52 Bildern präsentiert wird.
Reinhard Falk: Totengrund / Wilsede
Aber es ist eine Welt, die in besonderer Weise das Bedürfnis weckt, sie zu bewahren. Weil die Fotografien in ihrer Eindringlichkeit das Alltägliche zum Besonderen machen.
Weiträumige Landschaftsaufnahmen sind dabei, wie der Totengrund bei Wilsede. Hunderte Male fotografiert und von Reinhard Falk dennoch wieder ganz neu und einzigartig im Herbstnebel in Szene gesetzt. Oder ein Blick auf das Torfabbaugebiet bei Goldenstedt, eine karge ausgeräumte Landschaft, von Hermann Dirks in winterlichem Grau festgehalten. Kolonnenartig reihen sich die Pyramiden aus Torfquadern aneinander, scheinbar ins Unendliche weisend. Dazwischen die schnurgeraden Abbaugräben, menschliche Perfektion, die Wunden reißt.
Ruhig und scheinbar unspektakulär kommen viele der Fotos daher, aber gerade das macht ihre tiefe Wirkung und ihre besondere Schönheit aus. Die Fotos sind unbearbeitet, sie zeigen die Natur so, wie sie der Fotograf vor die Linse bekommen hat. Manche offenbaren sich auch erst auf den zweiten oder dritten Blick. Wie das Bild „Laubfrosch“ von Wilfried Vogel, das beim ersten Hinschauen lediglich einen Käfer in Nahaufnahme zeigt. Doch keine Sorge, der Frosch ist auch da.

Die Ausstellung „Natürlich Niedersachsen“ ist noch bis zum Ende der diesjährigen Saison, also bis zum 31. Oktober, im Museumsdorf Hösseringen zu sehen.

Geheimnisvolle Jäger der Nacht

Heute noch anmelden zum Fledermäuse beobachten 
Sie sind geheimnisumwittert und ein bisschen mystisch - und sie sind selten geworden: Fledermäuse, die stillen Jäger der Nacht. Dass sie auch hier in der Region zuhause sind, können Gäste erleben, die am 29. Juni ab 20 Uhr an einer Fledermausführung durch das Museumsdorf Hösseringen, Landwirtschaftsmuseum Lüneburger Heide, teilnehmen.
Bezirksförster Martin Groffmann wird zunächst einen Vortrag über die Lebensweise der einheimischen Fledermäuse halten, anschließend geht es hinaus ins Gelände. Mit einem Detektor werden die Ultraschalllaute der Fledermäuse, die diese zur Orientierung und zur Beutejagd ausstoßen, hörbar gemacht. Insbesondere Insekten und Käfer werden von Fledermäusen gejagt, auch gerne Mücken am Wasser. Das Museumsdorf ist ein besonders guter Lebensraum für Fledermäuse, denn die Tiere finden in den alten Häusern Unterschlupf und die Landschaft mit Wechsel von Waldrand und Wiese und mit dem Dorfteich in der Mitte bietet ihnen alles, was sie brauchen. Zuhause sind hier beispielsweise der Große Abendsegler, das Große braune Langohr und insbesondere die Wasserfledermaus.

Die Führung beginnt um 20 Uhr, Treff ist am Eingangsgebäude, die Kosten betragen 5 Euro inklusive Eintritt. Um Anmeldung bis zum 28. Juni bei der Tourist-Info Suderburger Land (Tel. 05826 / 1616, info@suderburgerland.de) wird gebeten.

Freitag, 24. Juni 2016

„Natürlich Niedersachsen“

Foto: Erhard Nerger
Am Sonntag wird unsere Fotoausstellung eröffnet

Am Sonntag, dem 26. Juni wird im Museumsdorf Hösseringen die Fotoausstellung „Natürlich Niedersachsen“ eröffnet. Die Regionalgruppe Niedersachsen der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen zeigt faszinierende Naturaufnahmen, in denen 17 Fotografen ihre individuelle Sichtweise auf die Naturschätze verschiedener niedersächsischer Landschaften und der darin lebenden Tierwelt darstellen. Die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen ist die größte Organisation für Naturfotografie weltweit. Ihre Mitglieder verpflichten sich, fotografisch anspruchsvolle und naturkundlich einwandfreie,

Foto: Jean-Philippe Bonnet
unmanipulierte Fotos unter Beachtung der geltenden Gesetze herzustellen.
Was sind das für Menschen, die schon vor Sonnenaufgang durch die Natur streifen, eine schwere Ausrüstung mit sich herumschleppen, lange Zeit bewegungslos an einer Stelle ausharren oder stundenlang gekrümmt in einem engen Tarnversteck hocken, auf dem Bauch herumkriechen und abends vor dem Computer sitzen, um Bilder zu bearbeiten? Es handelt sich um Naturfotografen, eine Spezies Fotografen, die im Idealfall Fähigkeiten miteinander verbindet, wie man sie von Jägern, Biologen, Künstlern, Technikern und Computerfachleuten erwartet. Naturfotografen widmen ihr fotografisches Interesse der Natur, natürlichen Phänomenen, Landschaften und ihren Lebewesen. Die Umsetzung kann mehr künstlerisch, dokumentarisch oder wissenschaftlich geleitet sein.

Foto: Reinhard Lodzig
Viele Naturfotografen sind in der Gesellschaft deutscher Tierfotografen (GDT), der größten europäischen Naturfotografenvereinigung, organisiert. Diese unterhält 15 Regionalgruppen und eine Jugendgruppe für die mehr als 1200 Mitglieder. Mit ihrer Mitgliedschaft verpflichten sich alle Mitglieder, die besonderen Ziele des Vereins umzusetzen und die Öffentlichkeit unter Berücksichtigung der Belange des Natur- und Umweltschutzes mit fotografisch ansprechenden Tier- und Naturbildern zu sensibilisieren. Eine Möglichkeit diese Ziele umzusetzen, ist die Präsentation von Naturfotos in einer Wanderausstellung. Die in dieser Ausstellung von Mitgliedern der Regionalgruppe IV „Niedersachsen“ zusammengetragenen Bilder, die alle im Einzugsgebiet der Gruppe entstanden sind, verdeutlichen neben der Schönheit und Einzigartigkeit der Natur Norddeutschlands auch die Leistungsfähigkeit der beteiligten Fotografinnen und Fotografen. 

Die Ausstellung ist ab 14 Uhr zu besichtigen. Im Eingangsgebäude wird ergänzend eine Bildershow gezeigt.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Studierende der Ostfalia Hochschule forschten für das Museumsdorf


Von Rabattmarken, Lieferservice und Onlinehandel
Einige haben im Internet recherchiert, andere in der Museumsbibliothek oder in Akten aus dem Archiv. Manche waren in den Suderburger Geschäften unterwegs und Jannis Hinz hat seine Großeltern befragt – so unterschiedlich können die Wege sein, um an Informationen zu einem Thema heranzukommen. Eine Gruppe von Studierenden des Studiengangs Handel und Logistik an der Ostfalia Hochschule am Campus
Suderburg sind diese unterschiedlichen Wege gegangen, mit dem Ziel, in die Sonderausstellung des Museumsdorfes Hösseringen „Und ist der Handel noch so klein…“ über den ländlichen Einzelhandel in der Lüneburger Heide zusätzliche Erkenntnisse einzubringen. „Wir führen immer wieder gemeinsame Projekte mit dem Museumsdorf durch, diesmal stand das Thema
‚Kundenbindung und Nahversorgung im gesellschaftlichen Wandel‘ im Mittelpunkt“, erläutert Regina Müller-Wagner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät Handel und Soziale Arbeit. Insgesamt zwei Semester lang haben sich 20 Studierende mit Rabattmarken und Lieferservice, mit Marketingstrategien und Versandhandel beschäftigt. Herausgekommen sind nicht nur Ausstellungstexte für die Sonderausstellung, sondern auch eine junge, frische und von außen kommende Sicht auf den heutigen Einzelhandel in und um Suderburg.
„Die Methoden, um Kunden an das eigene Geschäft zu binden, haben sich in einigen Bereichen nicht so sehr verändert“, fasst Annika Leip, die sich mit dem Thema Kundendienst beschäftigt hat, zusammen. Um konkrete Einblicke in ein örtliches Unternehmen zu erhalten, hat sie gemeinsam mit Kommilitonin Carolin Labatz bei expert in Uelzen nachgefragt, aber auch Läden in Suderburg aufgesucht und Menschen nach ihrem Einkaufsverhalten gefragt. „Kleine Gratisgeschenke wie Sammelbilder gibt es beispielsweise schon sehr lange und heute immer noch. Sie werden nach wie vor nachgefragt“, haben die Studentinnen erfahren. Marc Oliver Lüdke, der sich mit dem Internethandel im Wandel der Zeit beschäftigt hat, begann seine Recherche in der eigenen Familie und in einer Zeit, als es noch kein world wide web gab – mit dem Sammelalbum seines Großvaters aus den 1950er-Jahren, das nun auch einen Platz in der Ausstellung gefunden hat. Auch Jannis Hinz hat seine Recherche bei den Großeltern begonnen. „In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Menschen ganz andere Bedürfnisse als wir heute“, sagt er. Damals sei es um die Existenz, um Lebensmittel und Kleidung gegangen, während heute Luxusgüter einen großen Anteil einnehmen. „Die Menschen hatten ganz andere Sorgen. Wir beschäftigen uns mit dem neuesten iPhone und damals ging es ums Überleben. Einfach nur darum, über die Runden zu kommen“, so Hinz, der seine Recherchen auch zum Anlass genommen hat, um über das eigene Konsumverhalten nachzudenken.
Fabiana Iqbal, Lena Behrens und Angela Pauels haben sich mit Bioläden und deren Kundenstruktur beschäftigt. Die drei haben herausgefunden, dass in der Anfangszeit der Bioläden eher ältere, einkommensstarke Menschen zum Kundenkreis gehörten. Das hat sich stark verändert. „Heute gibt es keinen ‚typischen Bioeinkäufer‘ mehr“, so Fabiana Iqbal. „Menschen aller Altersklassen sind Kunden, und auch das Verhältnis von Männern und Frauen ist ausgeglichen.“ Die Studentinnen haben sich zudem mit dem Lieferservice von Bioläden beschäftigt und herausgefunden, dass beispielsweise der Elbershof in einem Umkreis von 100 Kilometern ausliefert. „Ich hätte nicht gedacht, dass eine so große Region abgedeckt wird“, so Lena Behrens. Im Marketing, so die Studentinnen, komme es heute ganz besonders auf Ehrlichkeit und Vertrauen an. „Den Kunden ist es wichtig, genau das zu bekommen, was ihnen versprochen wird“, so Fabiana Iqbal.
Für Michael Wedel, der aus Hamburg nach Suderburg gekommen ist, war die Beschäftigung mit dem Thema auch ein Weg, um der Region nahe zu kommen. „Als ich zum ersten Mal hier am Bahnhof stand, dachte ich, dass es hier ja nichts gibt“, erzählt er. Doch dann lernte er die Ostfalia, die Menschen vor Ort und das Museumsdorf kennen. „Die Menschen sind offen und gehen aufeinander zu. Ich habe gemerkt, dass man hier gut leben und studieren kann“, fasst er zusammen.
Von den 20 Studierenden, die am Projekt beteiligt waren, kannten nur drei zuvor das Museum. „Ich bin beeindruckt, wie groß und vielfältig das Museum ist. Wir konnten auch hinter die Kulissen schauen“, sagt Lea Kruckenberg. Und einer der Studenten möchte nach seinen Erfahrungen sogar weitermachen: „Ich werde nach diesem Studium Geschichte studieren“, hat sich Jannis Hinz vorgenommen.

Montag, 20. Juni 2016

Einführung in das alte Schmiedehandwerk

Noch schnell anmelden zur Ferienspaßaktion
Am Dienstag, dem 28. Juni ist von 11 bis 14 Uhr Museumsschmied Peter Böttcher in der Schmiedewerkstatt zu Gast. Er zeigt Kindern von zehn bis 14 Jahren, wie ein Werkstück geschmiedet wird. Im Rahmen der Ferienspaßaktion fertigen die Kinder auch selbst kleine Stücke wie zum Beispiel Amulette an. Peter Böttcher erklärt zudem, was in der Schmiede zu sehen ist, und wie hier früher gearbeitet wurde.

Die Kosten betragen 15 Euro inklusive Eintritt und Material. Um Anmeldung bis zum Dienstag, dem 21. Juni ist unter Tel. 0 58 26 / 17 74 gebeten.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Vom „fliegenden Händler“ zu „Tante Emma“ und Supermarkt

Themenführung zur neuen Sonderausstellung

Eine Führung zum Thema „Handel und Konsum auf dem Lande“ mit Dr. Christine Böttcher findet am Freitag, dem 17. Juni ab 15 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt. Im Rahmen des zweistündigen Rundgangs durch die neue Sonderausstellung werden die Entstehung und Weiterentwicklung des ländlichen Einzelhandels
in der Lüneburger Heide vorgestellt.
Im 19. Jahrhundert wurden die ersten Läden auf den Dörfern gegründet, zuvor war die Versorgung des ländlichen Raumes großenteils durch den Wanderhandel ergänzt worden. Der langsam ansteigende Wohlstand und die nach und nach eingeführte Gewerbefreiheit machten es nun möglich, dass sich mehr und mehr Händler auf dem Dorf niederlassen konnten. Die meisten von ihnen gingen neben dem Betrieb ihres Ladens noch anderen Berufen nach. Mit den verbesserten

Transportmöglichkeiten konnten seit dem 19. Jahrhundert zudem mehr Waren angeboten werden, wofür es auch Nachfrage gab. Die Konsumgewohnheiten veränderten sich, wenn auch auf dem Land langsamer als in den Städten. Es entstand der klassische "Tante Emma Laden", der sich nach den Bedürfnissen seiner Kunden ausrichtete. Fehlende Waren wurden vom Händler, oft auch mit Hilfe eines Kataloges, beschafft. Es gab außerdem mobile Ladenbesitzer, die mit ihren Waren in die abgelegenen Dörfer fuhren.

Nach dem zweiten Weltkrieg fanden viele Flüchtlinge im ländlichen Handel eine Zeit lang ein "Nischendasein". Mit dem "Wiederaufbau" begannen umfassende Veränderungen: Die Menschen wurden mobiler – und sie mussten es auch sein, da im ländlichen Raum immer mehr Arbeitsplätze verloren gingen. Auch der Handel stellte sich um. Ab Ende der 1950er Jahre tauchten auf den Dörfern die ersten Selbstbedienungsläden auf, zunächst häufig "Teil-Selbstbedienungsläden", um die Menschen an die neue Einkaufsform zu gewöhnen. Doch irgendwann hatte der Tante Emma Laden ausgedient, gegen Supermärkte und Discounter, die teilweise auf der grünen Wiese entstanden, kamen die kleinen Läden nicht an. Heute kommt das Internet als Konkurrenz für den örtlichen Handel hinzu. Versuche, diesem Trend etwas entgegen zu setzen und regionale Kreisläufe wieder zu beleben, gibt es seit einiger Zeit, etwa in Form von „Dorfläden“, die von Bürgern gemeinschaftlich betrieben werden.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Noch schnell anmelden!

Wie ein Faden entsteht

Ein Workshop „Spinnen für Anfänger und Fortgeschrittene“ findet am Sonnabend, dem 25. Juni von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt. Unter Anleitung der Webmeisterin Uschi Schwierske können Kinder ab zehn Jahren, Jugendliche und Erwachsene mit einfachsten Mitteln, aber auch mit Spindel und Spinnrad spinnen lernen. Eigene Spinnräder können gern mitgebracht werden. Fortgeschrittene lernen das Zwirnen mit besonderen Effekten.

Flachs und Hanf sind die ältesten vom Menschen genutzten Faserpflanzen. Hanf gelangte vor etwa 4800 Jahren von China in unsere Region, er diente zur Faser- und Ölgewinnung und aus den Samen gewann man das Rauschmittel Haschisch.

Hanf fand allerdings eine geringere Verbreitung als der Flachs, da Hanfleinen gröber und härter ist als das aus Flachs. Der bereits aus prähistorischer Zeit bekannte Flachs bot ebenfalls eine Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten: Aus den Stängeln gewann man die Fasern für die Texttilherstellung und die Leinsamen dienten als Heilmittel und lieferten Öl. Im Uelzener Becken war der Flachs- und Hanfanbau von großer Bedeutung, besonders geeignet dafür waren die Sandböden östlich der Ilmenau und der
Nordwesten des Kreises, die sogenannte „Ebstorfer Klei“.
Erst nach vielen Arbeitsgängen sind die Fasern aus Baumwolle, Flachs, Wolle oder Seide für das Verspinnen fertig. Beim Spinnen werden sie so miteinander verdreht, dass ein Faden entsteht. Bis ins 16. Jahrhundert verwandte man dazu allgemein die Handspindel mit einem Spinnwirtel als Schwunggewicht. Der Vorteil des Spinnrades liegt darin, dass das Verdrehen der Fasern und das Aufrollen des Fadens in einem Arbeitsgang vereinigt sind. So konnte die Spinnleistung in etwa verzehnfacht werden.

Die Kosten für den Workshop inklusive Eintritt und Material betragen 12,00 Euro für Kinder und Jugendliche und 15,00 Euro für Erwachsene. Um Anmeldung bis zum 15.06.2016 bei Uschi Schwierske, Tel.: (05802) 4875, E-Mail: uschw32@gmail.com, ist gebeten.

Dienstag, 14. Juni 2016

Dampfmaschine und Ramme bei der Arbeit



Rasende Eierkiste, Bäckerwagen und Brikettlieferung

Oldtimer-Lieferwagen-Treffen mit 1400 Gästen

Unermüdlich füttert Stefan Thielicke den ratternden Steinbrecher mit großen und kleineren Findlingen. Nach geräuschvollem Rütteln und Dröhnen poltern die Bruchstücke heraus und werden von Museumsmitarbeiter Marten Thomsen auf den wartenden Transporter geschippt. Der Dokumentar hat heute seinen ruhigen Büro-Arbeitsplatz mit dem lärmenden
Freigelände getauscht, so wie alle seine Kolleginnen und Kollegen. Denn es ist großes Treffen der Oldtimer-Lieferwagen und da wird jede Hand gebraucht. 175 Teilnehmer aus ganz Nord- und Mitteldeutschland sind mit ihren Fahrzeugen und Maschinen angereist. So wie Stefan Thielicke aus der Gegend von Rudolstadt in Thüringen. „Mein Opa hatte als Jungunternehmer um 1930 eine Firma gegründet“, erzählt er. Der Steinbrecher gehörte zur Ausstattung, aber als der Großvater nicht aus
dem Krieg zurück kam, verkaufte die Familie die Maschine an einen Bauern. „Ich habe sie dann 1995 durch Zufall bei einem Schrotthändler entdeckt und es war tatsächlich unsere“, erinnert sich Stefan Thielicke, der das Familienstück zurückkaufte und sorgfältig restaurierte. Den Werkzeugmacher packte die Sammelleidenschaft und so kamen allerhand Maschinen hinzu, mit denen er regelmäßig im Museumsdorf Station macht.

Nebenan steht Ulrich von Drathen mit seiner mobilen „Eierhandlung Kükenbusch“. „Na gut, ich bin mit dem Pick Up gekommen“, gibt er zu, sein altes Gäricke-Dreirad mit Transportkiste stand hintendrauf, denn es hätte für die Fahrt von Norderstedt nach Hösseringen doch zu lange gebraucht. Trotz 2-Gang-Sachs-Motor und zwei PS. „Davon sind nur 250 Stück gebaut worden“, weiß der Sammler. „Führerscheinfrei, zulassungsfrei, steuerfrei“ warb die Firma Gäricke 1958. Seine „rasende Eierkiste“ mit 35 hm/h
Höchstgeschwindigkeit hat von Drathen vor 21 Jahren gekauft und selbst wieder zum Rollen gebracht. Der Verkaufswagen war noch bis 1972 im Einsatz - fragt sich nur, ob mit oder ohne Führerschein.
Ob Eier-, Bäcker- oder Kohlenwagen – an diesem Sonntag rollte, rauchte und ratterte es an allen Ecken im Museumsdorf. Mehr als 1400 Besucher waren gekommen und staunten über die bunte Vielfalt. Am Weg zum Kötnerhaus war die Deutz-Straßenwalze unterwegs und verarbeitete die gerade erst hergestellten Bruchsteine. Auch Rainer Quednau aus der Wuppertaler Gegend schaut zu. „Ich bin zum ersten Mal im Museumsdorf und komme auf jeden Fall wieder“, meint er. Kein Wunder, für den pensionierten Denkmalpfleger gibt es im Museum auch ohne Oldtimertreffen viel zu sehen.
Derweil hat sich am Landhandelsschuppen ein kleiner Stau gebildet. Kartoffeln und Briketts werden angeliefert, Justus aus Oldendorf und sein Papa Wolfgang Briller sind heute die Holz- und Briketthändler.
Auch auf dem bunten Markt floriert der Handel. Es gibt Leinen, Körbe und Keramik und hin und wieder wird mit Getöse der „Lukas gehauen“. Bei den Kleintierzüchtern stehen schon einige Käfige leer. „Wir haben vor allem Zwerghühner und Kaninchen verkauft“, bilanziert Hans-Jürgen Drögemüller zufrieden.

Sonntag, 12. Juni 2016

Der Steinbrecher in Aktion

Liebe Museumsfreunde,

hier ein kleiner erster Eindruck von unserem Oldtimertreffen heute. Es war ein schöner Tag. Vielen Dank an die fleißigen Helfer, die vielen Aussteller und das Museumsteam.


Donnerstag, 9. Juni 2016

Oldtimerlieferwagen & Co. treffen sich

Schau historischer Fahrzeuge aus dem Handel und Handwerk im Museumsdorf 

Am Sonntag, dem 12. Juni findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr ein Oldtimertreffen für Lieferwagen & Co. im Museumsdorf Hösseringen statt. Historische Fahrzeuge aus dem Bereich Handel und Handwerk geben sich im Freilichtmuseum der Lüneburger Heide ein Stelldichein und bilden eine aktive Ergänzung zur Sonderausstellung „Einzelhandel auf dem Lande“. Zu sehen sind Transporter aller Größen, vom Goggo-Kleinlieferwagen, über Dreiradfahrzeuge bis hin zu Lastkraftwagen, Zugmaschinen mit Anhängern sowie Pferdewagen und Lieferfahrräder, ein mit Dampfkraft angetriebener Steinbrecher und eine Straßenwalze sind ebenfalls dabei.

Untermalt wird das Treffen mit einer kleinen Marktkulisse. Es gibt Leinen und Töpferwaren, Körbe, Blechspielzeug, einen Zuckerstand, Kräuter und Gewürze sowie Kulinarisches. Wie früher auf Märkten üblich, sind im Angebot Geflügel und Kaninchen. Für Spaß wird auch gesorgt mit „Hau den Lukas“.

Dienstag, 7. Juni 2016

„Schwarze Raben“, Nyckelharpa und Froschkonzert

Elftes KlangRauschKonzert brachte volles Haus

Auch die Frösche gaben sich ein Stelldichein an diesem Samstagabend. Wenige Minuten vor Beginn des KlangRausch-Konzertes hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und nach einem heißem Sommertag prasselten Wassermassen in das kleine Zeltdorf zwischen Ausstellungshalle und Haus Oldendorf nieder.

Aber weder Donner noch nasse Füße konnten die musikbegeisterten Gäste davon abhalten, das nunmehr elfte Konzert des KlangRauschTreffens im Museumsdorf zu besuchen. Wieder einmal war das Haupthaus des Brümmerhofes voll besetzt, trotz Froschkonzert und Roland Kaiser. „Wir spielen heute gegen starke Konkurrenz“, so Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm. „Es ist schön, dass wir mit dieser Veranstaltung so vielfältige Musik ins Museum holen können. Denn auch die Musik ist Teil der Kulturgeschichte.“ So passte es gut, dass der Abend mit einem Stück der „Schwarzen Raben“, einer Musikgruppe, die im die Wende von 19. zum 20. Jahrhundert rund um Suderburg unterwegs war, begann. „Wir präsentieren hier ein Stück lokale Volkskultur“, kündigte Moderator Matthias Branschke, der wie immer charmant und geistreich durch das Programm führte, an.
Hösseringen-Premiere feierte in diesem Jahr Max Brumberg mit seiner gewaltigen Obertonflöte, einer Fujara. „Diese Flöten können bis zu zwei Meter groß sein und wurden früher von Hirten in der Slowakei gespielt“, erläuterte er. „Ursprünglich wurden die jungen Fujara-Spieler auf die Wiesen geschickt, um hörend zu lernen und zu lauschen, was die Natur zu erzählen hat“, so Brumberg. Die Fujara gehört zu den Instrumenten, die sehr selten zu hören sind.

Auch nicht gerade häufig, aber doch etwas handlicher ist die Nyckelharpa, mit der Jürgen und Regina ein lange vergessenes Instrument vorführten. Ganz nebenbei erfuhren ihre Zuhörer, dass die Nyckelharpa eine „Mischung zwischen Klavier und Geige“ und früher überall in Europa bekannt gewesen ist. In den letzten Jahrzehnten hatte sie allerdings nur noch in Schweden überlebt, von wo aus sie derzeit wieder auf dem Vormarsch nach Süden ist.
Ins Staunen brachte Jan Heinke mit seinem Obertongesang. Fasziniert lauschten die Gäste, wie er nur mit seiner Stimme gleichzeitig Schwingungen in hohen und tiefen Tönen erzeugte. Nach dem Konzert war wieder zum Tanzabend auf der großen Diele im Brümmerhof geladen.
Jüngste Musikerin auf der Bühne war Johanna Wendland, die mit ihrer Lehrerin Vivien Zeller eine Polonaise aus einem alten Notenbuch mitgebracht hatte.

Hier eine Kostprobe: