Dienstag, 30. Mai 2017

Mit der Camera obscura das Museumsdorf erkunden

Workshop zur Landart 2017

Im Rahmen der Landart 2017 findet am Sonnabend, dem 3. Juni von 14 bis 17 Uhr und am Dienstag, dem 6. Juni von 14 bis 16:30 Uhr ein zweiteiliger Workshop im Museumsdorf Hösseringen statt. Unter dem Titel „Camera obscura“ führt Anne Silbereisen, Kunstlehrerin am Lessing-Gymnasium Uelzen, in die optischen Grundlagen und den Aufbau einer Camera obscura ein. Nachdem die Teilnehmer selbst eine solche Lochkamera gebaut haben, folgen eigene praktische Arbeiten damit. In und rund um das Museumsdorf sollten Motive zum Thema Landschaft und Landart gefunden und abgelichtet werden. Das belichtete schwarz-weiß-Foto-Papier wird anschließend in einem kleinen, auf dem Gelände des Museumsdorfes eingerichteten Labor entwickelt. Am zweiten Tag des Workshops wird aus den entstandenen Arbeiten eine Ausstellung gestaltet. Diese Ausstellung wird während der Zeit der Landart bis zum 9. Juli gezeigt. Der Workshop wird gefördert vom Lüneburgischen Landschaftsverband und der VGH-Stiftung. Er ist für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos. Erwachsene zahlen den regulären Museumseintritt, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Anmeldung bei Anne Silbereisen, E-Mail: kontakt@fotoas.de.

Ziel des Workshops ist die Auseinandersetzung mit den Anfängen der Fotografie, welche letztlich die Grundlage für die heutige geläufige schnelllebige digitale Fotografie mit der Handykamera bilden. Plötzlich präsentiert sich das allseits bekannte Massenphänomen von einer ganz anderen Seite: Kein handliches Hightech-Gerät steht den Teilnehmern zur Verfügung, sondern eine einfache Pappkiste mit einem winzigen Loch. Da die Kameras weder über Monitor noch Sucher verfügen, geschieht die Komposition und Positionierung der Kamera quasi blind. Die Belichtungszeit kann bis zu 30 Minuten lang sein, so dass ein präzises Fotografieren aus der Hand nicht möglich ist. Das entstandene Bild ist nicht sofort sichtbar, sondern muss zunächst unter kontrollierten Lichtbedingungen chemische Prozesse durchlaufen, bei welchen der Fotograf die Sichtbarwerdung des Ergebnisses miterlebt.
Dieser langwierige auf einfachen physikalischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten beruhende Prozess der Entstehung eines einzelnen Fotos soll die Teilnehmer sensibilisieren: einerseits für die Leistungen der Pioniere der Fotografie, aber auch für die Tatsache, dass gewisse Dinge Zeit benötigen, dass die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft aufgebrochen werden kann und dass mit Geduld Erstaunliches entstehen kann.
Wie auch bei der Gestaltung von Landart-Objekten arbeiten die Workshopteilnehmer vorrangig in der Landschaft und erkunden diese hinsichtlich ihrer visuellen Reize. Einerseits können sowohl die Natur selbst als auch Eingriffe des Menschen in diese durch die Fotografien konserviert und dargestellt werden. Andererseits entstehen bei dieser experimentellen Art der Fotografie Bilder von Landschaft, Natur und den Spuren des Menschen darin, welche selbst die Motive zu verändern scheinen und diese in einem anderen Blickwinkel präsentieren. Auf anderem Wege aber dennoch vergleichbar erfährt Landschaft ähnlich wie bei den Landart-Objekten auch in der experimentellen visuellen Auseinandersetzung mit der Camera obscura eine Art Veränderung, die durch den Fotografen geleitet wird.



Montag, 22. Mai 2017

Attraktive Hühner und Deutsche Riesen

Viele Besucher beim „Tag der Tiere“

Da staunten die beiden Bentheimer Schweine in ihrem Gatter nicht schlecht: Eine Geräuschkulisse wie auf dem Bauernhof hören sie ja nicht so oft im Museumsdorf Hösseringen. Am Sonntag allerdings war zum „Tag der Tiere“ eingeladen und ein buntes Gewirr aus Schnattern und Krähen, Gackern und Wiehern erfüllte den Dorfplatz. Unter den großen Eichen fühlten sich Puten und Gänse, Hühner, Enten und die kleinen
Quessont-Schafe sowie jede Menge Besucher sichtlich wohl. Organisiert wurde dieser Tag nun schon zum vierten Mal gemeinschaftlich vom Museumsdorf und den Geflügelzuchtvereinen Uelzen und Bad Bevensen sowie dem Kaninchenzuchtverein Uelzen. Hans-Jürgen Drögemüller, Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Bad Bevensen, hatte viele Fragen zu beantworten. „Schon seit einigen Jahren interessieren sich Menschen verstärkt dafür, Tiere in kleinerem Maßstab wieder selbst
zu halten. Gerade Hühner sind sehr gefragt“, konstatierte er.
Auch Karin Molthan kam mit einem entsprechenden Anliegen ins Museumsdorf: „Ich möchte nach Rodeländern fragen“, erzählt sie. Diese Rasse hat sie als Kind bei den Großeltern kennengelernt und möchte sie nun ihrer Tochter empfehlen. „Hühner sind wieder attraktiv“, sagt sie, „Viele Menschen auf dem Land möchten ihre eigenen Eier erzeugen. Aber sie haben auch gemerkt, dass Hühner besondere und kluge Tiere
sind.“
Neben den Kröllwitzer Puten, die allerdings nicht in Kröllwitz, sondern in Thüringen erzürntet wurden, ziehen Hans-Jürgen Drögemüllers Toulouser Gänse die Blicke auf sich. „Diese großen und schweren Gänse wurden besonders wegen des Schmalzes gezüchtet“, weiß der Fachmann. „Früher war Gänseschmalz wichtiger als Butter, denn es konnte lange in Kruken gelagert werden.“ Und während die kleinen, ursprünglich aus Amerika stammenden Cayuga-
Enten leise schnattern, stoßen die Perlhühner schrille Laute aus. „Perlhühner sind sehr aufmerksam. Sie warnen vor Greifvögeln und früher glaubten die Menschen, dass sie mit ihren Schreien auch Ratten vertreiben“, weiß Hans-Jürgen Drögemüller. Sein Kollege Matthias Behn vom Uelzener Verein verweist auf die schwanzlosen Hühner. Sie erhielten ihren Namen nach dem Volk der Araukaner in Südamerika, vom dem aus sie erstmals nach Europa gebracht wurden.
Andreas Kyek von den Rottis Suderburg hat seine Maschine vor dem Tor gelassen und freut sich mit Töchterchen Jodie über die schnatternde Schar. „Unsere Kinder sehen nicht oft Tiere, obwohl wir auf dem Land leben“, meint Mama Kerry Shopland. Da hat es Joost Sopniewski aus Hansen besser: Der Achtjährige ist das jüngste Mitglied des Uelzener Kaninchenzuchtvereins. Seit er im Vorjahr zum Geburtstag einen „Deutschen Riesen“ bekam, hat ihn die Liebe zu den kuscheligen Langohren gepackt. „Ich habe jetzt schon 26“, erzählt er und zeigt auf seine Blauen Wiener.
Nebenan drehen die Ponys mit kleinen Reitern ihre Runden, die Fjordpferde bewegen den Göpel und am Basteltisch entstehen lustige Tiermasken.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Am Sonntag geht es "tierisch" zu


Im vorigen Jahr ist uns doch immer wieder ein frecher Puter aus dem Gehege geschlüpft und hat sich unter die Besucher gemischt. Die haben es mit Gelassenheit genommen und Züchter Hans-Jürgen Drögemüller konnte den neugierigen Vogel ja auch immer wieder einfangen. Auch am Sonntag zum "Tag der Tiere" erwarten wir wieder jede Menge Zwei- und Vierbeiner, präsentiert von den Geflügel- und Kaninchenzüchtern aus der Region. Unsere beiden Bentheimer Schweine werden sich über das bunte Treiben bestimmt wundern!
Kinder dürfen sich aufs Basteln und Ponyreiten freuen. Also, bis Sonntag, von 10.30 Uhr bis 17 Uhr im Museumsdorf!

Montag, 15. Mai 2017

Kommt zum "Tag der Tiere"

Am Sonntag, dem 21. Mai von 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr findet unser diesjähriger „Tag der Tiere“ statt. Geflügel- und Kaninchenzüchter aus der Region präsentieren die Vielfalt alter Nutzgeflügel- und Hauskaninchenrassen. Zu sehen sind Puten, Gänse, Enten, Hühner, Zwerghühner und Tauben sowie verschiedene Kaninchenrassen. Die Züchter sind ganztägig vor Ort und beantworten gerne Fragen von interessierten Besuchern. Zu sehen ist außerdem die kleinste Schafrasse Europas, das Quessant-
oder bretonische Zwergschaf.

Kinder können Tiermasken und Tiermobiles basteln und in der Zeit von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr am Ponyreiten teilnehmen.


Dienstag, 2. Mai 2017

Jeder muss einmal im Monat gelacht haben

Ausstellung mit Bildern von Wolf-Rüdiger Marunde eröffnet

Es passiert nicht oft, dass so ziemlich alle Besucher, die aus der großen Ausstellungsscheune des Museumsdorfes Hösseringen kommen, ein Schmunzeln auf dem Gesicht tragen. An diesem Wochenende schon, denn am Sonntag wurde die neue Sonderausstellung eröffnet: Unser dem Titel „Zweite Kasse!!!“ werden Bilder und Fotos von
Wolf-Rüdiger Marunde gezeigt. Zur Eröffnung berichtete der Illustrator und Cartoonist launig aus seinem Leben. Wolf-Rüdiger Marunde ist in einer ländlichen Gemeinde in Schleswig-Holstein aufgewachsen. „Einer meiner Onkel war Dorffriseur, ein anderer Schmied. Was man als Kind aufnimmt, prägt einen fürs Leben“, erzählte er. Im Alter von 13 Jahren gründete Wolf-Rüdiger Marunde gemeinsam mit anderen eine Schülerzeitung. „Die war natürlich auch politisch motiviert und aufmüpfig, das gehörte sich so“,
erinnert er sich. Und daran, dass der Direktor über ein Porträt von ihm geweint habe. Im Alter von 17 Jahren bestand Marunde die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule. Seine Eltern seien allerdings nicht sehr erfreut gewesen, dass er das Abitur sausen ließ. Er habe Ihnen zumindest versprechen müssen, Kunstlehrer zu werden.
Dazu ist es nicht gekommen - und nicht zuletzt deshalb konnte das Museumsdorf Hösseringen zum nunmehr dritten Mal eine Ausstellung mit Wolf Rüdiger Marunde ins Leben rufen.
Nach Landleben und Jägerlatein in 1993 und 2008 nun also das Thema „Einzelhandel auf dem Lande“. “Diese Ausstellung ist nur auf den ersten Blick humoristische Ergänzung unserer Einzelhandelsausstellung“, so Museumsleiter Doktor Ulrich Brohm, “Die Bilder sind aber noch viel mehr. Sie sind auch eine thematische Fortführung.“ Die Ausstellung zeigt, fern von jeder Tante-Emma-Romantik, die Entwicklung des ländlichen Einzelhandels, die geprägt ist von einem beständigen Anpassungsdruck - und dieser Aspekt wird in Marundes witzigen Momentaufnahmen auch vielfältige Weise fortgeführt und ergänzt. „Auf seinen Bildern erscheint die Moderne in Gestalt von arroganten Großstädtern, die auf Fastfood bestehen, oder auch aus zwielichtigen Gestalten aus Amerika“, so Brohm. Diese brechen als Personifikationen der sich scheinbar irgendwo anders abspielenden Fortentwicklung der Welt in den ländlichen Raum ein und die dortigen Ureinwohner müssen sich mit ihnen auseinander setzen.
Einer heile Welt wird ja ohnehin nie geschildert auf den Bildern und Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde. Statt dessen nimmt er Themen aus vielen Bereichen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens liebevoll-bissig auf die Schippe. Gesellschaftspolitik, Umweltpolitik, Tiere und natürlich Zweierbeziehungen werden abgebildet, überspitzt und karikiert, und jeder findet sich irgendwann und irgendwo darin wieder. “Die verschiedenen Zielgruppen kann man nicht jede Woche zusammenbringen, aber jeder muss einmal im Monat gelacht haben“, so Marunde, der seine Aufgabe auch darin sieht, Trost und Zuspruch spenden. “Jeder denkt, Ihn hat es getroffen mit diesem oder jenem Problem, und ich kläre auf, dass es vielen anderen auch so geht“, sagt er.
Immer wieder passiert es Wolf-Rüdiger Marunde, dass Betrachter auf seinen Bildern ein Haus, einen Ort, einen Platz „mit Sicherheit“ erkennen, so auch auf dieser Ausstellungseröffnung. Grund hierfür sind die Detailtreue und der sichere Blick, mit dem er typische ländliche Situationen festhält. Als Ideengeber hierfür nutzt er Fotos, die bei seinen Fahrten über Land entstehen. Auch aus dieser Fotosammlung ist in der Ausstellung einer Auswahl zu sehen. Sie dokumentiert eindrucksvoll in besonderen Blick der Künstlers auf unsere alltägliche Umgebung.

Die Ausstellung „Zweite Kasse!!!“ ist bis zum Saisonschluss am 31. Oktober zu sehen.